„In ganz Kärnten wird das Öffi-Angebot dichter, schneller, komfortabler und näher an den Menschen als jemals zuvor.“
Mit neuer Taktung besser ans Ziel
Der öffentliche Verkehr galt in Kärnten lange als Nische, die weit hinter dem motorisierten Individualverkehr zurückblieb: Zu weit die Distanzen, zu verstreut die Siedlungsstrukturen – zu groß die Hemmschwelle für viele Kärntner:innen, vom privaten PKW auf das öffentliche Verkehrsangebot umzusteigen. Doch was lange galt, ist seit einiger Zeit grundlegend im Umbruch: Bereits 2017 begannen die Kärntner Linien mit den Planungen für ein erweitertes Verkehrsangebot, das rechtzeitig zur Eröffnung der Koralmbahn an den Fernverkehr anschließen sollte. In einem internen Planungspapier wurden diesbezüglich umfassende Ziele formuliert und infolge auch umgesetzt: „Wir haben uns viele Ziele vorgenommen, alle erreicht, und einige sogar übertroffen“, betont Reinhard Wallner, Sprecher der Kärntner Linien.
Mit Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 geht nun nicht nur die lang erwartete Koralmbahn in Betrieb, auch auf den anderen Strecken im Kärntner Nah- und Fernverkehr wird ein groß angelegter Ausbau mit dichteren Taktungen, mehr Linien und ganzheitlicheren Angeboten umgesetzt. Ein wichtiger Schritt – in Bezug auf die Handlungs- und Bewegungsmöglichkeiten der Kärntner:innen, aber auch für die Erreichung der Klimaziele, bei denen die Reduktion von Emissionen aus dem Verkehrsbereich eine zentrale Rolle spielt. Das Verkehrsbudget des Landes Kärnten wurde im Zuge des Ausbaus mehr als verdoppelt, auch Bund und Gemeinden finanzieren mit.
„Der Fahrplanwechsel ist ein Meilenstein im Öffentlichen Verkehr in Kärnten. Wir schaffen damit nicht nur bestmögliche Anbindungen an die Koralmbahnstrecke, sondern vor allem eine massive Angebotsausweitung und Takterhöhung in der Fläche. Das bedeutet, in ganz Kärnten wird das Öffi-Angebot dichter, schneller, komfortabler und näher an den Menschen als jemals zuvor“, betont Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig. Diese nachhaltige Verbesserung geht naturgemäß mit Veränderungen einher: „Kein Stein bleibt auf dem anderen. Abfahrts- und Ankunftszeiten, Verbindungen und vieles mehr wird sich ändern. Daher ist es dringend notwendig, sich rechtzeitig über die neuen Fahrpläne zu informieren und das Serviceangebot der Kärntner Linien zu nutzen“, so Schuschnig.
Öffis für alle Kärntner:innen
Besonders bemerkenswert sind die Auswirkungen im Bereich des Fernverkehrs – mit einem Ausbau von 109 Prozent wird das Angebot hier mehr als verdoppelt, Railjet-, RJX- und IC-Züge halten zukünftig an 28 Fernverkehrsbahnhöfen in ganz Kärnten. Die Taktungen werden dabei spürbar verdichtet – so werden etwa Salzburg und Graz stündlich erreichbar sein, und auch von Klagenfurt nach Wien wird es täglich 26 statt wie bisher 10 Verbindungen geben. Der Nahverkehr wird im Rahmen eines integrierten Taktfahrplans an den Fernverkehr angepasst, um Mobilitätsketten zu schaffen und bestmögliche Anschlüsse zu gewährleisten. Auch hier ist – die erste Vorerweiterung im September eingerechnet – mit 14. Dezember ein Plus von 25 Prozent zu verzeichnen. Die Strecke zwischen Klagenfurt und Villach wird nun im 30-Minuten-Takt bedient, zwischen St. Veit und Klagenfurt sind es sogar nur 20 Minuten. In den ländlichen Regionen wird der Schienenverkehr durch zahlreiche neue Busverbindungen und Mikro-ÖV-Angebote ergänzt, auch in den Tagesrandzeiten wird der Bahnverkehr stark ausgeweitet.
„Die Koralmbahn verändert Pendeln grundlegend: schneller, nachhaltiger – und besser vernetzt bis zur letzten Meile.“
So können durch das neue Angebot in Summe rund 83 Prozent der Kärntner Bevölkerung in unmittelbarer Wohnsitznähe auf den öffentlichen Verkehr zugreifen – bei 50 Prozent ist eine Bahn- oder Bushaltestelle gar fußläufig zu erreichen. Mit 101 Bahnhaltestellen, 3.200 Bushaltestellen und 1.700 Mikro-ÖV-Punkten entsteht ein landesweites Netz mit rund 5.000 Haltepunkten – die engmaschigste Abdeckung in der Geschichte des Bundeslandes. „Die Koralmbahn verändert Pendeln grundlegend: schneller, nachhaltiger – und besser vernetzt bis zur letzten Meile. Durch smarte Verknüpfungen mit Bus und Bahn entsteht in Kärnten ein Mobilitätsnetz, das Menschen und Regionen im gesamten Alpen-Adria-Raum alltagstauglich verbindet“, fasst Beate Sommer, Stv. Sprecherin der Kärntner Linien, zusammen.
Beliebtheit öffentlicher Verkehrsmittel steigt
Die Eröffnung der Koralmbahn gilt als infrastrukturelles Großereignis, das die Region Südösterreich nachhaltig verändern wird – eine Jahrhundertchance, von der beide Bundesländer immens profitieren können. Durch den umfassenden Ausbau des öffentlichen Regionalverkehrs entstehen auch innerhalb Kärntens viele neue Möglichkeiten der individuellen Mobilität. Doch schon im Vorfeld der Koralmbahn-Eröffnung konnte das Image des öffentlichen Verkehrs in Kärnten deutlich verbessert werden. So waren im Jahr 2025 um 40 Prozent mehr Kärntner:innen im öffentlichen Verkehr unterwegs als noch 2022 bzw. 2023. Rund 16.800 Kärnten-Tickets wurden in diesem Jahr verkauft – bei der Einführung des Ticketformats im Jahr 2022 waren es noch 3.161. Rund 70.000 Kärntner:innen sind im Besitz einer Zeitkarte und damit Stammkund:innen der Kärntner Linien – Tendenz steigend. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Umsteigertage, ein Gratisangebot im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche, das jährlich im September stattfindet und sich nachweislich positiv auf die Fahrgastzahlen auswirkt.
„Der Fahrplanwechsel 2026 ist mehr als eine Anpassung, er ist ein Feiertag der öffentlichen Mobilität, ein kraftvoller Schritt in die Zukunft, ja nahezu ein Neubeginn des öffentlichen Verkehrs in Kärnten.“
Angesichts des umfangreichen Ausbaus zeigt sich Reinhard Wallner klar überzeugt von der Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Kärnten: „Der Fahrplanwechsel 2026 ist mehr als eine Anpassung, er ist ein Feiertag der öffentlichen Mobilität, ein kraftvoller Schritt in die Zukunft, ja nahezu ein Neubeginn des öffentlichen Verkehrs in Kärnten. Deutlich mehr Angebot, Bus und Bahn ergänzen einander immer besser, Übergänge werden kürzer, Takte dichter und Wege leichter. Unsere Vision ist klar: Mobilität soll kein Hindernis sein, sondern neue Möglichkeiten eröffnen, auch wenn es durch diesen großen Schritt zum Teil auch Anpassungen des individuellen Verhaltens erfordert“, so Wallner abschließend.
© Madlin Peko