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Wirtschaft
16.04.2026

Netzausbau sichert Kärntens Energiezukunft

Mit der geplanten 380-kV-Leitung setzen Austrian Power Grid und Kärnten Netz einen entscheidenden Schritt für eine sichere und zukunftsfähige Energieversorgung. Während der Trassenverlauf konkretisiert wird, stehen im UVP-Verfahren der Schutz von Mensch und Umwelt im Mittelpunkt.

Eine verlässliche Stromversorgung ist eine wichtige Grundlage für den Wirtschaftsstandort und die Bevölkerung. Genau hier setzt das Projekt „Netzraum Kärnten“ von Austrian Power Grid (APG) und Kärnten Netz an. Die Infrastruktur in Kärnten und Osttirol soll dadurch langfristig gestärkt werden. Beim Mediengespräch im Infocenter Lakeside wurde der aktuelle Planungsstand präsentiert. Projektleiter Wolfgang Hafner hob dabei vor allem die respektvolle Zusammenarbeit hervor: „Es geht bei den Gesprächen darum, Lösungen zu finden und nicht darum, das Projekt zu verhindern. Das war bei einigen unserer vergangenen Projekte nicht so – deshalb möchte ich mich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit bedanken.”

Halbzeit in der Planung und Umsetzung

Die Trassenplanung hat inzwischen die Halbzeit erreicht. In den vergangenen Monaten wurden intensive Gespräche mit Gemeinden und Grundeigentümer:innen geführt, viele Abschnitte konnten bereits gemeinsam abgestimmt werden. Erste Gemeinden haben angekündigt, den finalen Verlauf per Gemeinderatsbeschluss zu bestätigen.
Nun startet die entscheidende Phase vor Ort. Geologische und ökologische Untersuchungen werden ebenso durchgeführt wie detaillierte Erhebungen zu Quellen und Wegen. Der Großteil der Trasse ist bereits festgelegt, offene Varianten sollen nochh geklärt werden. „Wir brauchen die Unterstützung der Gemeinden und Grundeigentümer:innen, die Gespräche auf Augenhöhe sowie den Informationsaustausch auch in der zweiten Halbzeit. Nun geht es um die Festlegung der Maststandorte und Zufahrten bis Ende Herbst 2026,“ betont Hafner die Bedeutung der Zusammenarbeit.

Wissenschaftlich fundiert

Ein zentraler Fokus liegt auf dem Schutz von Mensch und Umwelt. Die Planung erfolgt interdisziplinär unter Einbindung von Expert:innen aus den Bereichen elektromagnetische Felder (EMF), Schalltechnik, Lufttechnik und Humanmedizin. Aktuelle nationale und internationale Studien werden laufend ausgewertet und durch eigene Untersuchungen ergänzt. „Austrian Power Grid und Kärnten Netz betreiben seit Jahrzehnten tausende Kilometer Hochspannungsleitungen. Die APG hat, neben vielen anderen großen Projekten, in den vergangenen Jahren sieben UVP-Genehmigungsverfahren für neue Höchst- und Hochspannungsleitungen durchgeführt. Bei allen Verfahren wurden von der Behörde unabhängige Humanmediziner:innen zur Beurteilung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen beigezogen. Das Ergebnis der behördlichen Prüfungen in allen Verfahren ergab, dass mit Einhaltung der vorgesehenen Grenzwerte keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten sind. Auch beim Projekt Netzraum Kärnten wird die Humanmedizin Teil des UVP-Verfahrens sein”, hält Klemens Reich von der APG fest.
Die aktuelle Studienlage bestätigt diese Einschätzung.

Gesamtbewertung der Studienlage

Eine neue Gesamtbewertung der Studienlage der medizinischen Forschung zum Thema „EMF und Gesundheit” von Univ.-Prof. Dr. Gerald Haidinger vom Zentrum für Public Health an der MedUni Wien wurde im Rahmen des Mediengesprächs präsentiert. Dr. Heinz Fuchsig, Umwelt- und Arbeitsmediziner, Co-Referent bei der Österreichischen Ärztekammer dazu: „Der aktuelle Forschungsstand zeigt, dass trotz jahrzehntelanger intensiver Untersuchungen keine gesundheitsschädlichen Effekte durch niederfrequente elektromagnetische Felder sicher nachgewiesen worden sind. Zudem bieten die geltenden Grenzwerte ein hohes Schutzniveau. Bei deren Einhaltung kann eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden, da keine Hinweise auf relevante biologische Effekte vorliegen.”

Trassenführung mit Rücksicht auf Mensch und Natur

Alle relevanten Auswirkungen werden im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung von elektromagnetischen Feldern über Lärmemissionen bis hin zur Sicherung von Luft-, Boden- und Wasserqualität umfassend analysiert. Die Trasse wird, soweit technisch möglich, in größtmöglichem Abstand zu Siedlungen geplant, mehr als 60 Prozent verlaufen durch Waldgebiete. „Ziel ist es, auf Basis fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse Lösungen zu entwickeln, die sowohl eine leistungsfähige Stromversorgung als auch eine umweltverträgliche Trasse bieten. Die Freileitung des Netzraum Kärntens ist für den Menschen gesundheitlich unbedenklich und entspricht den höchsten Schutzstandards,“ fasst Christian Bellina, Verantwortlicher für die Erstellung der Umweltverträglichkeitserklärung bei der APG, zusammen.

Ein Infrastrukturprojekt mit Weitblick

„Netzraum Kärnten“ ist ein gemeinsames Projekt von APG und Kärnten Netz und umfasst eine neue 380-kV-Verbindung mit 110-kV-Mitführung zwischen Lienz und Obersielach. Die Gesamtlänge beträgt 192 Kilometer, gleichzeitig werden rund 140 Kilometer bestehender Leitungen rückgebaut.
Das Projekt schließt bestehende Lücken im Höchstspannungsnetz, stärkt die regionale Versorgung und schafft die Voraussetzungen für mehr erneuerbare Energie – eine Investition in die Energiezukunft und in kommende Generationen.

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