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Umwelt
06.08.2026

PEFC – Ein starkes Siegel für Qualität

Kurt Ramskogler, Obmann von PEFC Austria, spricht mit advantage über aktuelle Themen und Herausforderungen von PEFC, dem Gütesiegel für Holzprodukte aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

advantage: Herr Ramskogler, wie würden Sie PEFC kurz umschreiben?

Kurt Ramskogler: PEFC ist ein Siegel, das bestätigt, dass Holz und Papier aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommen. PEFC stammt ursprünglich aus Europa und wurde Ende der 1990er-Jahre als Initiative für nachhaltige Waldbewirtschaftungszertifizierung gegründet. Der heutige Name steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“. Österreich gehört zu den Gründungsmitgliedern. Heute ist PEFC weltweit in 57 Staaten – von Asien über Europa bis Amerika – tätig.

Wie ist PEFC in Österreich vertreten?

PEFC ist in Österreich durch PEFC Austria vertreten. Österreich ist in acht PEFC-Regionen aufgeteilt, die nach wuchs- und naturräumlichen sowie bezirksbezogenen Grenzen aufgeteilt sind. Das heißt, Waldbesitzer:innen können sich in ihrer PEFC-Region registrieren und werden somit Teil der Regionenzertifizierung, die als Gruppenzertifizierungsmodell funktioniert. Damit wird fast die gesamte österreichische Waldfläche PEFC-zertifiziert bewirtschaftet: Über 80 Prozent tragen den PEFC-Status. Anders formuliert: Rund 100.000 Waldbesitzer:innen sind Teil der heimischen PEFC-Gemeinde.

„Mit über 25 Jahren Erfahrung in Zertifizierung und Standardentwicklung verfügt PEFC über umfassendes Lieferketten-Know-how in der Forst- und Holzwirtschaft.“

Kurt Ramskogler, Obmann von PEFC Austria

© PEFC

Welche Bereiche umfasst die PEFC-Zertifizierung?

PEFC zertifiziert nachhaltig bewirtschaftete Wälder sowie Holz- und Papierprodukte. Einerseits geht es dabei um die nachhaltige Bewirtschaftung von Wald und die Nachverfolgbarkeit von Holz- und Papierprodukten. Andererseits können auch ganze Bauprojekte, die aus Holz gefertigt sind, mit dem PEFC-Siegel versehen werden. PEFC richtet sich somit nicht nur an Waldbesitzer:innen, sondern auch an Unternehmen entlang der gesamten Holzwertschöpfungskette, etwa Holzverarbeiter, Möbelhersteller, Druckereien und Holzbauunternehmen.

Welche PEFC-Zertifizierung wird momentan besonders von Unternehmen angefragt?

Die PEFC REDIII-Zertifizierung für die Vermarktung von Biomasse stößt aktuell auf großes Interesse. Sie ermöglicht es Betrieben, nachzuweisen, dass ihre Biomasse oder forstlichen Reststoffe die EU-Richtlinie erfüllen und präzise Daten zu Treibhausgaseinsparungen liefern. Unternehmen benötigen dafür sowohl ein PEFC-Chain-of-Custody – als auch ein PEFC-RED III-Zertifikat.

Warum sollten Unternehmen das PEFC RED III-Zertifikat in Betracht ziehen?

Mit über 25 Jahren Erfahrung in Zertifizierung und Standardentwicklung verfügt PEFC über umfassendes Lieferketten-Know-how in der Forst- und Holzwirtschaft. Zudem übersetzt der PEFC-RED III-Standard die komplexen EU-Anforderungen in klare, ISO-basierte Vorgaben, die mit dem bestehenden Chain-of-Custody-System kompatibel sind. So gelingt die Implementierung effizient und praxisnah. Und für die Unternehmen besonders wichtig: Durch die Synergien zwischen PEFC-RED III und Chain of Custody lassen sich Zeit und Kosten deutlich reduzieren.

Die von Ihnen angesprochene PEFC-Projektzertifizierung bringt die Sichtbarkeit Ihres Siegels auf eine neue Stufe. Erzählen Sie uns mehr dazu.

In Österreich hat sich die PEFC-Projektzertifizierung in den letzten Jahren als gefragte Möglichkeit für Bauvorhaben etabliert, um Holzbauten offiziell als nachhaltig auszuweisen. Ob Büro- oder Industriebau: Der Einsatz von Holz als nachwachsendem, heimischem Baustoff gewinnt zunehmend an Bedeutung und zeigt, dass der Holzbau dank technologischem Fortschritt kaum Grenzen nach oben kennt. Allein im „Holzland“ Steiermark entstanden in den letzten Jahren mit dem Kindergarten Mühltal und dem Brettsperrholzwerk von Mayr-Melnhof in Leoben, dem Bürogebäude von Hasslacher in Preding und dem „Steiermarkhof“ in Graz bereits vier herausragende Neubauten mit PEFC-Zertifikat. Auf internationaler Ebene möchte ich hier noch zwei spektakuläre Bauwerke erwähnen: das in Niederösterreich gefertigte Notenband für den Österreich-Pavillon auf der Weltausstellung 2025 in Osaka und der neue Dachstuhl der Notre-Dame Kathedrale in Paris.

© PEFC

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