„In der Planung ergeben sich täglich neue Herausforderungen.“
Planung braucht Weitblick
Die Politik verordnet laufend neue Normen und Vorschriften und die technischen Abteilungen müssen liefern. Dabei arbeiten die Alpacem-Techniker eng vernetzt mit anderen Abteilungen zusammen. „Es ist ein Wechselspiel“, erklärt Adrian Auer, Leiter der Technischen Planung bei der Alpacem Zement GmbH in Wietersdorf.
Die Abteilung besteht aus drei Personen plus einen Werkstudenten und fungiert als Zentrum des Netzwerks von Experten aus vielen anderen Bereichen wie Produktion, Instandhaltung oder Bergbau. Sie alle bringen ihr Wissen und ihre Erfahrung ein, damit sich ein Projekt entwickeln kann. Daher ist es für Auer unvorstellbar, die technische Planung outzusourcen, was in anderen Unternehmen bereits geschieht. „Erst wer mitten im Geschehen ist, wird erfolgreich Projekte im Zementwerk umsetzen. Es ergeben sich täglich neue Herausforderungen und wir lernen alle täglich dazu“, erklärt er. Ideen werden aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und bearbeitet. „Das macht unsere Stärke aus. Und man erhält auch gleich das Feedback und kann bei Bedarf rasch und flexibel nachbessern.“ Durch diese gute Kenntnis der Querschnittmaterie haben auch viele Karrieren in der Technischen Planung begonnen. Oft werden spezifische Fragestellungen formuliert und als Forschungsaufträge an Universitäten, speziell die Montanuniversität Leoben, vergeben.
Vorausdenken
Was die Planung heute zusätzlich herausfordernd macht, ist die Geschwindigkeit. Änderten sich die Normen früher maximal alle fünf Jahre, so muss man sich jetzt auf Intervalle von zwei Jahren einstellen. „Daher hat sich auch die Geschwindigkeit, in der sich unser Produkt weiterentwickelt, verfünffacht“, hat Auer festgestellt. „Wir müssen viele Schritte vorausdenken und bereits Maßnahmen vorwegnehmen. Da wir wissen, in welche Richtung es geht, können wir uns auch entsprechend vorbereiten“, sagt er. Beim Zementwerk Alpacem ist es derzeit die Modernisierung der Mahltechnik. Das heißt für die Alpacem-Techniker, die Anlage so flexibel wie möglich zu planen.
3-D-Planung und ZEUS
Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind Tools zur Unterstützung der Planung, doch die Ideen müssen in den Köpfen entstehen. „Sehr hilfreich hingegen ist die 3-D-Planung, die sich in den vergangenen Jahren massiv verbessert hat“, weiß der Techniker. Rund 50 Projekte – von ganz kleinen bis zu großen, die über einen längeren Zeitraum laufen – werden bei Alpacem pro Jahr abgewickelt. Das größte Vorhaben derzeit ist ZEUS. Der Name des griechischen Göttervaters ist das Akronym für „Zementmahlung energieeffizient umweltbewusst stärken“ und trägt zur Dekarbonisierung der Produktion bei. „ZEUS ist keine singuläre Anlage, die man hinstellt, das Projekt reicht in alle Bereiche des Werks hinein“, sagt Auer und unterstreicht damit die Bedeutung der Vernetzung. Erste Ideen und Bleistiftzeichnungen entstanden im Jahr 2019, nun befindet es sich mitten in der Umsetzung.
Adrian Auer (links) mit Technikern der Planungsabteilung. © Alpacem