Eva Hoffmann und Walter Sabitzer © WKK | Jasmin López Photography
Wirtschaft
14.09.2026

PRIMA statt Prime: Gemeinsam für die Region

Die neue Initiative der WK-Bezirks­stelle St. Veit setzt auf regio­nale Kaufkraft. Vorge­stellt wurde sie kürzlich bei der Bürger­meister­konferenz der Bezirke St. Veit und Feldkirchen und im Rahmen einer Business Night.

Wo eingekauft wird, entscheidet auch darüber, wie viel Wertschöpfung in einer Region bleibt. Genau hier setzt die Initiative „PRIMA statt prime“ der WK-Bezirksstelle St. Veit an: Sie soll das Bewusstsein für regionales Einkaufen stärken und zugleich die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der heimischen Unternehmen sichtbarer machen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Onlinehandel und Digitalisierung entgegenzutreten. Vielmehr soll der Blick verstärkt darauf gelenkt werden, welche Produkte und Dienstleistungen direkt in der Region erhältlich sind – stationär, online oder auf beiden Wegen.

„Jeder Euro, der bei einem heimischen Betrieb ausgegeben wird, trägt dazu bei, dass Wertschöpfung in der Region bleibt.“

Walter Sabitzer, Obmann der WK-Bezirksstelle St. Veit

© WKK | Jasmin López Photography

Vor Ort kaufen, Zukunft sichern

Vorgestellt wurde die Initiative im Rahmen der Bürgermeisterkonferenz der Bezirke St. Veit und Feldkirchen in Althofen. Im Fokus stand die Frage, wie regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt und Kaufkraft verstärkt in der Region gehalten werden kann. Denn davon profitieren nicht nur einzelne Betriebe: Arbeits- und Ausbildungsplätze, Investitionen und die Entwicklung der Gemeinden sind eng mit einer starken heimischen Wirtschaft verbunden. „Bevor wir irgendwo bestellen, sollten wir uns wieder öfter fragen: Gibt es das auch bei uns? Die Antwort lautet sehr häufig: Ja. Und genau diese Betriebe wollen wir sichtbar machen“, so Sabitzer bei der Bürgermeisterkonferenz. Dabei endet der regionale Wirtschaftsraum nicht an Bezirksgrenzen. St. Veit, Feldkirchen und Klagenfurt Land seien wirtschaftlich eng miteinander verbunden, unterstrich Hoffmann. „Wenn wir es schaffen, die Kaufkraft stärker in diesem gemeinsamen Wirtschaftsraum zu halten, profitieren Unternehmen und Gemeinden gleichermaßen davon.“

Auch die Gemeinden spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie können das Bewusstsein für regionale Kaufentscheidungen in der Bevölkerung stärken und damit dazu beitragen, Wertschöpfung vor Ort zu halten. „Wir Bürgermeister wissen, dass die Zukunft unserer Gemeinden davon abhängt, ob es uns gelingt, Menschen und Unternehmen langfristig in der Region zu halten“, so Walter Zemrosser, Bürgermeister von Althofen. „Regionale Wertschöpfung ist dabei ein ganz wesentlicher Baustein. Deshalb ist es wichtig, dass Wirtschaft und Gemeinden gemeinsam auftreten und den Menschen zeigen: Was wir vor Ort kaufen, hat Auswirkungen auf unsere Zukunft.“

„Wir können die aktuellen Herausforderungen nur gemeinsam meistern. Daher denken wir nicht in Bezirksgrenzen, wenn die Menschen selbst längst über diese Grenzen hinweg leben und wirtschaften.“

Eva Hoffmann, Obfrau der WK-Bezirksstelle Feldkirchen

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Konkrete Sichtbarkeit schaffen

Bei der Business Night im Rathaus St. Veit rückten schließlich die Betriebe selbst in den Mittelpunkt. Dort wurde „PRIMA statt prime“ den Unternehmer:innen des Bezirks näher vorgestellt und gezeigt, wie die Initiative in den kommenden Monaten konkret umgesetzt werden soll. Neben regionaler Wertschöpfung standen auch die bereits etablierte Kampagne #heimkaufen sowie Möglichkeiten für mehr Sichtbarkeit heimischer Betriebe auf dem Programm. „Jetzt geht es darum, aus einem gemeinsamen Bekenntnis konkrete Sichtbarkeit zu machen“, so Sabitzer. „Unsere Unternehmen bieten enorme Qualität, persönliche Beratung, Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten. Diese Leistungen müssen wir stärker ins Bewusstsein rücken.“

Regionaler Euro wirkt weiter

Anhand aktueller Zahlen verdeutlichte Herwig Draxler, Leiter Wirtschaftspolitik & Zielgruppenmanagement der Wirtschaftskammer Kärnten, die wirtschaftliche Bedeutung regionaler Wertschöpfung: Kärnten erwirtschaftete 2024 ein nominelles Bruttoregionalprodukt von 28,27 Milliarden Euro. Allein Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie sowie Information und Kommunikation kamen auf eine Bruttowertschöpfung von 4,96 Milliarden Euro. Regionale Kaufentscheidungen wirken dabei weit über den einzelnen Einkauf hinaus: Einnahmen werden zu Einkommen, lösen weitere Aufträge aus und können über Folgeausgaben erneut in den regionalen Wirtschaftskreislauf fließen. „Kaufkraft, die in Kärnten bleibt, schafft Wertschöpfung vor Ort“, brachte Draxler die Bedeutung auf den Punkt.

Auch die Unternehmer:innen selbst können dazu beitragen, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken – etwa indem sie verstärkt mit Firmen aus der Umgebung zusammenarbeiten, Aufträge regional vergeben und vorhandene Angebote nutzen. Gleichzeitig sollen sie durch die Initiative auch bei den Konsument:innen stärker ins Blickfeld rücken.

„Diese Zahlen machen deutlich, über welche wirtschaftliche Dimension wir sprechen. Kaufkraft, die in Kärnten bleibt, schafft Wertschöpfung vor Ort.“

Herwig Draxler, Leiter Wirtschaftspolitik & Zielgruppenmanagement der Wirtschaftskammer Kärnten

Regionalbank als Partner

Mit Raiffeisen Mittelkärnten ist auch ein Partner aus der regionalen Wirtschaft mit an Bord. Als Regionalbank sei man selbst Teil des regionalen Wirtschaftskreislaufs, wie Roland Krall, Vorstand und Geschäftsleiter von Raiffeisen Mittelkärnten, betont. Geld aus der Region werde wieder vor Ort eingesetzt – etwa für Investitionen von Betrieben und Landwirtschaft, für Wohnraum und private Vorhaben. „Davon profitieren wir alle: Unsere Unternehmen können sich entwickeln, Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze entstehen und Wertschöpfung bleibt vor Ort“, sagt Krall.

Von der Idee zur Umsetzung

Nachdem der Präsentation der Initiative geht es nun an die konkrete Umsetzung. Die WK-Bezirksstelle will sich in den kommenden Wochen und Monaten gezielt auf Unternehmen im Bezirk richten. „Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten ganz bewusst auf die Unternehmen im Bezirk zugehen, die Initiative vorstellen und Startpakete mit Aufklebern, Postern und weiteren Kommunikationsmitteln verteilen“, erklärt Robert Schratt, Leiter der WK-Bezirksstelle St. Veit. Ergänzend sollen Unternehmensporträts entstehen, die über Social Media und Printmedien die Vielfalt an Produkten, Dienstleistungen und besonderen Angeboten in der Region sichtbar machen. So sollen die teilnehmenden „PRIMA-Betriebe“ verstärkt ins öffentliche Bewusstsein rücken.

„PRIMA statt prime steht für regionale Wertschöpfung und fügt sich bewusst in die bereits vor Jahren ins Leben gerufene Kampagne #heimkaufen ein.“

Markus Polka, WK-Bezirksstellenleiter Klagenfurt

Unter einem starken Dach

„PRIMA statt prime“ knüpft an die bereits etablierte Initiative #heimkaufen an. Markus Polka, Leiter der WK-Bezirksstelle Klagenfurt, sieht darin eine konsequente Weiterentwicklung: „#heimkaufen ist dabei die Dachmarke, unter der wir das Bewusstsein für regionale Kaufentscheidungen weiter stärken wollen.“ Ein erstes Etappenziel ist bereits gesetzt: Bis Weihnachten sollen möglichst viele Unternehmen im Bezirk als „PRIMA-Betriebe“ sichtbar werden. Gerade im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft möchte man damit verstärkt auf das Angebot und die Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft aufmerksam machen. Sabitzer: „PRIMA soll jetzt in den Betrieben und bei den Menschen ankommen. Je mehr Unternehmen mitmachen, desto stärker wird die gemeinsame Botschaft: Wer regional entscheidet, stärkt die wirtschaftliche Zukunft unserer Region.“

© WKK | Jasmin López Photography

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