„Unsere exportierenden Betriebe beweisen tagtäglich ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit.“
Rekordergebnis: Kärntens Exporte legen zu
Kärnten zählt neben Oberösterreich, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg weiterhin zu den fünf österreichischen Bundesländern mit einer positiven Außenhandelsbilanz. Nach einem Rückgang im Jahr 2024 stiegen die Warenexporte 2025 wieder auf 9,809 Milliarden Euro (+5,1 Prozent). Die Importe legten um 1,5 Prozent auf 8,157 Milliarden Euro zu. Daraus ergibt sich ein Außenhandelsüberschuss von knapp 1,7 Milliarden Euro – der höchste Wert in der Geschichte der Kärntner Außenhandelsstatistik. Grundlage ist die neue Berechnungsmethode der Warenstromanalyse, die die über Extrastat und Intrastat erfassten Warenströme von österreichischen Unternehmen abbildet.
Herausforderungen treffen auf Förderung
Für WK-Präsident Jürgen Mandl bestätigen die Zahlen einmal mehr die Bedeutung der Exportwirtschaft für den Wirtschaftsstandort Kärnten: „Unsere exportierenden Betriebe beweisen tagtäglich ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dass die Exporte trotz schwieriger Rahmenbedingungen wieder deutlich wachsen und Kärnten einen neuen Rekordüberschuss erzielt, ist eine außergewöhnliche Leistung unserer Unternehmen.“ Gleichzeitig verweist er auf anhaltende Herausforderungen: „Hohe Energie- und Standortkosten, zunehmende Bürokratie und geopolitische Unsicherheiten belasten unsere Betriebe weiterhin massiv. Umso wichtiger sind wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und offene Märkte. Gerade für ein exportorientiertes Bundesland wie Kärnten sind Freihandelsabkommen – wie Mercosur oder mit Indien und Australien - entscheidend, damit unsere Unternehmen auch künftig dank neuer Absatzmärkte international erfolgreich sein können.“
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass unsere Exportwirtschaft auch unter herausfordernden Bedingungen wettbewerbsfähig und ein wichtiger, stabilisierender Faktor für den Standort ist.“
Genau bei diesen Herausforderungen sollen die Betriebe unterstützt werden. Deshalb setzt das Land Kärnten gezielt auf Exportförderung. „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass unsere Exportwirtschaft auch unter herausfordernden Bedingungen wettbewerbsfähig und ein wichtiger, stabilisierender Faktor für den Standort ist“, sagt Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig. „Auf diesem Weg unterstützen wir die Kärntner Unternehmen und haben mit unserer Exportoffensive ein passendes, bereits bewährtes Instrument dafür. Außerdem verstärken wir die Zusammenarbeit mit der Steiermark und intensivieren unsere Positionierung als gemeinsamer Wirtschaftsraum – für mehr Standortsichtbarkeit auf internationalen Märkten.“
Wachsende Märkte
Die EU bleibt mit über 61 Prozent der Exporte weiterhin Kärntens wichtigster Handelspartner. Deutschland liegt mit einem Exportvolumen von 2,618 Milliarden Euro (-1,3 Prozent) an der Spitze, gefolgt von China mit 1,305 Milliarden Euro (+23,9 Prozent) und Italien mit 925 Millionen Euro. Positiv entwickelten sich die Exporte nach Malaysia (+15,6 Prozent), Polen (+5,9 Prozent), Ungarn (+7,1 Prozent) und in die Schweiz (+4,1 Prozent). Rückgänge verzeichneten dagegen die USA (-14,8 Prozent), Slowenien (-8,5 Prozent) und Frankreich (-3,3 Prozent).
„Unsere Unternehmen behaupten sich erfolgreich auf den internationalen Märkten und konnten ihre Exporte trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder deutlich steigern.“
Wichtigste Exportgüter
Bei den Exportgütern bleibt der Maschinen- und Anlagenbau mit einem Volumen von knapp drei Milliarden Euro (+5,3 Prozent) die wichtigste Warengruppe. Besonders stark entwickelten sich elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren (+11,1 Prozent), Holz und Holzwaren (+10,1 Prozent) sowie Fleisch und genießbare Schlachtnebenerzeugnisse (+18,3 Prozent).
Chancen nutzen
Hemma Kircher-Schneider, Leiterin der Abteilung Außenwirtschaft und EU in der Wirtschaftskammer Kärnten, sieht in den aktuellen Zahlen einen Beleg für die hohe Widerstandsfähigkeit der Kärntner Exportwirtschaft: „Die Rückkehr auf den Wachstumspfad ist ein starkes Signal. Unsere Unternehmen behaupten sich erfolgreich auf den internationalen Märkten und konnten ihre Exporte trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder deutlich steigern. Gleichzeitig zeigen die nur leicht steigenden Importe, dass viele Betriebe bei Investitionen weiterhin vorsichtig agieren. Umso wichtiger bleibt es, Unternehmen beim Zugang zu neuen Märkten gezielt zu unterstützen und internationale Chancen konsequent zu nutzen.“