"Cybersecurity betrifft uns alle – vom Ein-Personen-Unternehmen bis zum internationalen Konzern."
Schulterschluss für mehr IT-Sicherheit
Die Veranstaltung fand im Makerspace Carinthia in Klagenfurt statt und lockte zahlreiche Vertreter:innen aus Wirtschaft, Verwaltung, Forschung und Bildung an. Im Mittelpunkt standen reale Angriffsszenarien, das menschliche Verhalten im digitalen Raum und Strategien zur Cyberabwehr.
Die aktuelle KPMG-Cybersecurity-Studie 2025 zeigt ein alarmierendes Bild: Jeder siebte Cyberangriff in Österreich ist erfolgreich. Gleichzeitig erkennen Unternehmen inzwischen zwei Drittel aller Angriffe selbst, meist durch aufmerksame Mitarbeiter:innen. Dennoch bleibt das Risiko hoch: Laut polizeilicher Kriminalstatistik 2024 erfolgt in Österreich alle 30 Minuten ein digitaler Angriff.
Menschen im Zentrum der Angriffe
Linus Neumann, IT-Sicherheitsexperte und Sprecher des Chaos Computer Clubs, analysierte in seiner Keynote die psychologischen Mechanismen moderner Cyberattacken. Dabei zeigte er auf, dass Angriffe oft nicht auf die Technik selbst, sondern auf den Menschen dahinter abzielen. Beispiele sind Phishing-Versuche oder gefälschte Identitäten, mit denen Angreifer bei einer Firma eindringen wollen. "IT-Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Du schützt dein Business, nicht die IT", betont Neumann.
Marc Gfrerer, IT-Berufsgruppensprecher des Fachverbands für Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT) in Kärnten, unterstrich ebenfalls die gesellschaftliche Relevanz: "Die Bedrohungen entwickeln sich ständig weiter – umso wichtiger sind Austausch, Weiterbildung und praxisnahe Sensibilisierung."
Abwehrstrategien live erlebbar
Besonderes Aufsehen erregte der Datenspürhund "Duke" der Polizei, der in einer Live-Demonstration zeigte, wie Datenträger in ungewöhnlichen Verstecken aufgespürt werden können.
Zudem wurde der Einsatz von Drohnen bei Spurensicherung und Täterermittlung präsentiert. Expert:innen führten außerdem Live-Datenrettungen vor und gaben einen praktischen Einblick, wie gelöschte Informationen wiederhergestellt werden können.
Sicherheit als Standortfaktor
Laut Landesrat Sebastian Schuschnig ist Cybersecurity auch ein wichtiger Aspekt für den Wirtschaftsstandort Kärnten.
"Nur wer seine Daten schützen kann, wird langfristig wettbewerbsfähig und zukunftssicher bleiben."
Laut UBIT-Fachgruppenobmann Martin Zandonella kann dies nur gemeinsam erreicht werden: "Wir brauchen eine gelebte Sicherheitskultur, die beim Bewusstsein jedes Einzelnen beginnt."
Über die Cybersecurity Night
Die Cybersecurity Night ist eine jährliche Veranstaltungsreihe in Kärnten, die sich mit IT-Sicherheit und Abwehrstrategien gegen Cyberangriffe beschäftigt.
Das Event fand heuer zum neunten Mal statt und bot Vorträge, Live-Demos und eine Austauschplattform für die Besucher:innen.
Parallel zur Cybersecurity Night fand auch der Cybersecurity Day im Lakeside Park Klagenfurt statt. Dieser bot ein Programm aus Workshops, Vorträgen und der "Boss of the SOC"-Competition, bei der 17 Schüler:innen- und Studierendenteams aus Kärnten und der Steiermark gegeneinander antraten.