Christoph Knauder, ALP.Lab GmbH
© ALP.Lab
Ein barrierefreier Bus, der regelmäßig zwischen St. Andrä im Lavanttal und St. Paul verkehrt, der Pendler:innen zur Koralmbahn bringt und wieder abholt, der an die Bedürfnisse vor Ort angepasst ist – und dabei ganz ohne Lenker:in auskommt? Was für manche vielleicht nach Zukunft und Science-Fiction klingt, soll in zwei bis drei Jahren Realität sein. Im Rahmen des MODAS-Projekts werden schon jetzt automatisierte Busse getestet, die nicht nur im Lavanttal, sondern auch zwischen Groß St. Florian und Deutschlandsberg in der Steiermark den öffentlichen Verkehr ergänzen sollen.
Begleitet wird das Projekt von der ALP.Lab GmbH, ein auf intelligente Fahrzeuge, Infrastruktur und Mobilitätslösungen spezialisiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Graz. Geschäftsführer Christoph Knauder stammt selbst aus dem Lavanttal und freut sich, an der Entwicklung der regionalen Mobilitätsangebote mitzuwirken: „Moderne, komfortable und sichere Anschlussmobilitätslösungen im ÖPNV sind für die erste und letzte Meile zu den Bahnhöfen wesentlich, um das Angebot der Koralmbahn vollständig und nachhaltig nutzen zu können“, erklärt er. „Durch die schrittweise Einführung von automatisierten Bussen und Fahrzeugen kann die Qualität der Anbindung an die Mobilitätsknoten verbessert werden. Dabei werden sowohl Ergänzungen für konventionelle Linienverkehre als auch OnDemand-Lösungen betrachtet, um flexible und erweiterte Lösungen zu schaffen.“
Christoph Knauder, ALP.Lab GmbH
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Mobilitätswende
Die Gründe, die für eine Ergänzung des öffentlichen Verkehrs durch automatisierte Fahrzeuge sprechen, sind vielfältig. So kann der steigende Mobilitätsbedarf im urbanen wie auch im ländlichen Raum aufgrund eines Mangels an Fahrer:innen und Ressourcen oft nicht gedeckt werden. Gleichzeitig machen die Klimakrise und die infolge formulierten Klimaziele intelligente und nachhaltige Verkehrslösungen dringend notwendig. „Durch den Einsatz von elektrischen Fahrzeugen können die lokalen Emissionen reduziert werden“, so Knauder. „Wenn es ein qualitativ hochwertiges ÖPNV-Angebot gibt, können zusätzlich Fahrten aus dem motorisierten Individualverkehr reduziert werden.“ Ein weiterer Vorteil sei die größere Flexibilität automatisierter Mobilitätslösungen: Insbesondere in kleinteiligen ländlichen Siedlungsstrukturen können die Angebote leichter an die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der jeweiligen Region angepasst werden.
Automatisierte Lösungen
Was in Österreich oft noch als Neuland wahrgenommen wird, ist in anderen Ländern bereits Teil des Alltags. So fährt etwa in der norwegischen Stadt Stavanger seit 2022 ein selbstfahrender E-Bus mit Platz für 50 Personen im regulären Linienverkehr – ein starkes Innovationssignal, das man sich auch für die AREA SÜD erwartet. Europaweit werden darüber hinaus zahllose Pilotprojekte mit automatisierten Shuttles und Bussen durchgeführt, um die sichere und schrittweise Einführung der neuen Mobilitätssysteme zu ermöglichen. Was aktuell noch fehle, sei vor allem eine angepasste Rechtsgrundlage zum hochautomatisierten Fahren – ebenso wie geeignete Rahmenbedingungen, um Vertrauen in die Technologie zu schaffen. „Die Technologie ist nur ein Teil – entscheidend ist, wie sie eingeführt und erprobt wird“, betont Knauder. Durch schrittweises, transparentes Testen im Realverkehr könne die Akzeptanz in der Bevölkerung nachhaltig wachsen – denn Verständnis und Vertrauen entstehen vor allem dort, wo Sicherheit und Nutzen unmittelbar erlebbar werden.