Bildung

Interview: Sicher in das neue Studienjahr

Das neue Studienjahr startet und die Pädagogische Hochschule Kärnten ist für alle Formen des Unterrichts gut gerüstet. Auch neue Lehrgänge und Ausbildungen werden angeboten.

Wie haben Sie sich auf das neue Studienjahr vorbereitet?

Dipl.-Ing. Georg Sitter: Wir haben für einen sicheren Studienbetrieb auf Basis der Vor­gaben des Ministeriums umfangreiche Maßnahmen ausgearbeitet. Die Studierenden haben – je nach Studienfach – zwei bis drei Tage pro Woche Distance Learning, während an den übrigen Tagen Präsenzunterricht geboten wird. Beim Präsenzunterricht gibt es definierte maximale Raumbelegungen damit ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Dadurch gibt es in Präsenz auch zumeist kleine Gruppen mit einer Gruppengröße von max. 20 Personen.

Der Vorteil dieses System?

Distance Learning und Präsenzunterricht sind völlig voneinander getrennt. Studierende verbleiben zumeist auch in gleichen Gruppen. Damit ist auch das Contact Tracing leicht zu bewerkstelligen, weil wir immer genau wissen, welche Studierenden sich zu welchem Zeitpunkt in welchem Raum aufgehalten haben. Große Vorlesungen werden in diesem Semester ausschließlich über Fernunterricht abgehalten, während Gegenstände wie beispielsweise Sport oder technisches und textiles Werken in Präsenz durchgeführt werden. Sollten die Auflagen wieder strenger werden, könnten wir aber natürlich sofort komplett ins Distance Learning wechseln.

Werden die Pandemie und die Auflagen den Unterricht nachhaltig verändern?

Durch die fortschreitende Digitalisierung werden sicher Teile des Unterrichts generell ins Distance Learning verlegt werden. Denn es hat sich herausgestellt, dass in manchen Bereichen eine Anwesenheit nicht notwendig ist, während in Fächern, bei denen es um Persönlichkeitsentwicklung, den Kontakt mit Lehrenden und Studierenden geht, Präsenzunterricht eine große Bedeutung hat.

Werden die Hochschulen dadurch weniger Raum beziehungsweise kleinere Gebäude brauchen?

Die Raumnot, die wir in den vergangenen Jahren hatten, ist geringer. Das heißt aber nicht, dass wir überflüssige Räume haben. Wir müssen aufgrund der Abstandsregelungen auf größere Klassenzimmer ausweichen. Viele Fort- und Weiterbildungen müssen auf zwei Gruppen, daher auch zwei Räume aufgeteilt werden.

An welchen Themen arbeiten Sie darüber hinaus noch?

Wir sind dabei, die Sommerschule in den Studienbetrieb zu integrieren und die curricularen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Bei der Primarstufe sind wir mittendrin, bei der Sekundarstufe stehen wir am Start. Darüber hinaus wird die Lehrer*innenausbildung aufgrund von bildungspolitischen Vorgaben, geänderten gesellschaftlichen Bedingungen und neuen technischen Errungenschaften neu aufgestellt.

Wie wird auf geänderte gesellschaftliche Bedingungen reagiert?

Das ist zum Beispiel die Sommerschule, in der Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf gefördert werden. Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang ist sprachsensibler Unterricht. Eine gute Beherrschung der Alltagssprache bedeutet noch nicht, dass Schüler*innen die sprachlichen Anforderungen in der Schule problemlos meistern, denn dazu brauchen sie Bildungssprache. Diese ist für einen schulischen Erfolg notwendig und Schüler*innen müssen daher Gelegenheit erhalten, sie systematisch zu erlernen, um sich fachgerecht, präzise und situationsadäquat ausdrücken zu können. Niemand bringt diese Kompetenzen ausgereift in die Schule mit, denn Bildungssprache baut sich schrittweise auf und wird von der Volksschule bis zum Schulabschluss kontinuierlich abstrakter und komplexer.

Welche neuen Angebote gibt es ab dem nächsten Semester?

Im Bereich der Sekundarstufenstudien bilden wir ab diesem Herbst in Zusammenarbeit mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Lehrer*innen im Fach Ethik aus. Auch im Bereich der Weiterbildung gibt es verschiedene Hochschullehrgänge wie zum Beispiel zur Nachqualifizierung von Lehrer*innen, die in der Mittelschule Bewegung und Sport unterrichten wollen. Die Nachfrage ist enorm.

Interview mit dem Vizerektor für Lehrer*innenbildung und Qualitätsmanagement an der Pädagogischen Hochschule Kärnten – Viktor Frankl Hochschule, Dipl.-Ing. Georg Sitter, BEd BSc. © PH Kärnten
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