© LPD Kärnten/Varh
Wirtschaft
30.06.2026

Siegerprojekt für Techno­logie­park Lavanttal steht fest

Landeshauptmann Daniel Fellner präsentierte kürzlich im Gemeinde­amt St. Paul im Lavanttal das Sieger­projekt des Architektur­wett­bewerbs.

Beim neuen Bahnhof in St. Paul entsteht der Technologiepark Lavanttal mit den Schwerpunkten „Advanced Materials“, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit. Nun wurde das Siegerprojekt des EU-weit ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs präsentiert, an dem sich insgesamt 55 Architekturbüros beteiligten – laut Landeshauptmann Daniel Fellner eine Rekordzahl. Das interkommunale Projekt wird von allen Gemeinden des Lavanttals getragen, für die Umsetzung stehen 30 Mio. Euro bereit. Der Baustart ist für Frühjahr 2028 geplant, die Bauzeit soll rund zwei Jahre betragen.

Innovations­standort mit Zukunft

„Es sollte hier kein Gewerbepark entstehen. Wir schaffen eine Verknüpfung aus Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung“, so Fellner, der das Projekt bereits seit 2018 mit viel Leidenschaft betreut. Es gehe dabei um ein sehr zukunftsträchtiges und spannendes Thema. Man werde hier erforschen, wie „Advanced Materials“, also neue Materialien, zum Beispiel widerstandsfähiger oder besser recyclebar gemacht werden können. Darüber hinaus unterstrich der Landeshauptmann den multifunktionalen Charakter des Technologieparks.

BABEG-Geschäftsführer Markus Hornböck sieht Technologieparks – wie auch den Lakesidepark in Klagenfurt und den Technologiepark Villach – als regionale Entwicklungs- und Impulszentren. In die Entwicklung des Technologieparks Lavanttal waren 40 Stakeholder eingebunden, zudem habe man mit 20 Unternehmen aus der Region intensive Gespräche geführt. Den Unternehmen wolle man im Park Kooperationsraum bieten. Man werde hier breit aufgestellt sein, vom Metallbau bis zum Material Holz.

„Es sollte hier kein Gewerbepark entstehen. Wir schaffen eine Verknüpfung aus Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung.“

LH Daniel Fellner

Ökologisch geplant, flexibel gedacht

Laut Bernhard Lamprecht, Geschäftsführer des Technologieparks Lavanttal, werden am Standort tausende Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern geschaffen. Das multifunktionale Projekt solle flexibel wachsen können, weil man nicht wisse, wo die Forschung in fünf oder zehn Jahren stehen wird. Im Park werden Lamprecht zufolge nicht nur Werkstätten, Labore und Büros entstehen, sondern auch Restaurants und Kinderbetreuung. Vorgabe beim Architektenwettbewerb sei ein ökologisches Konzept gewesen. Die Auswahl des Siegerprojektes sei durch eine siebenköpfige Jury erfolgt.

Für Stefan Salzmann, Bürgermeister von St. Paul im Lavanttal, ist das Projekt ein großer Meilenstein für die Gemeinde. Beim interkommunalen Projekt habe man über den Tellerrand hinausgeblickt. Zudem hob Salzmann die Bedeutung St. Pauls als Bildungsstandort hervor. Johann Steiner vom Grundeigentümer Stift St. Paul betonte, man wolle die Chancen der Koralmbahn bestmöglich für die Gemeinde und ihre Bevölkerung nutzen.

Architektur im Zeichen der Nach­haltigkeit

Das Siegerprojekt wurde von den Architekten Ulrich Hagen und Christoph Hinterreiter von „OSNAP Open South North Architecture Practice ZT GmbH“, Fabian Wallmüller von „Stoiser Wallmüller Architekten ZT GmbH“ sowie Landschaftsplaner Florian Absmanner vom „Studio LandForm“ vorgestellt. Geplant ist die Pflanzung zahlreicher Bäume und weiterer Pflanzen, die nicht nur Schatten spenden, sondern auch als potenzielle Baumaterialien und im Hinblick auf ihre Wirkung auf das Mikroklima erforscht werden sollen. Ziel ist es, einen attraktiven Stadtraum zu schaffen, der sowohl den Nutzer:innen des Technologieparks als auch der Öffentlichkeit als Begegnungsort dient. Fürs Parken wird es dezentrale Hochgaragen geben, die leicht demontierbar sein werden, sollte sich das Mobilitätsverhalten ändern. Die als Holzbauten konzipierten Gebäude werden auf einem robusten, modularen System beruhen, das an verschiedene Nutzungen angepasst werden kann und leicht erweiterbar ist. Von den insgesamt 90.755 Quadratmetern Grundstücksfläche werden mehr als 50 Prozent nicht versiegelt.

© LPD Kärnten/Varh

Schlagwörter