„Die vergangenen zehn Jahre waren geprägt vom Aufbau eines starken Innovationsökosystems. Heute verbinden wir Unternehmen, Forschung, Bildung und Politik und machen aus Zukunftstechnologien konkrete Innovationen und Wertschöpfung."
SILICON ALPS setzt Maßstäbe in der europäischen Halbleiterbranche
Vor zehn Jahren war es eine Idee, heute ist es eines der bedeutendsten Mikroelektronik- und Electronic & Software Based Systems- (ESBS) Ökosysteme Europas: Der SILICON ALPS Cluster, gemeinsam von Kärnten, der Steiermark und dem Bund ins Leben gerufen, feiert sein Jubiläum – unter dem Motto „Building Bridges for Tomorrow". Beim Pressegespräch im Villacher Rathaus zogen Vertreter:innen aus Wirtschaft, Forschung und Politik Bilanz und richteten den Blick nach vorne.
Standort mit Strahlkraft
145 Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und öffentliche Akteure sind heute Teil des Clusters. Rund 80 Prozent der österreichischen Mikroelektronik-Wertschöpfung entstehen in Kärnten und der Steiermark – ein Wert, der die Bedeutung der Region weit über nationale Grenzen hinaus unterstreicht. Seit 2022 wurden 15 FTEI-Projekte umgesetzt und rund 13,5 Millionen Euro an EU-Fördermitteln in die Region geholt. Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner brachte es auf den Punkt: „Kärnten und die Steiermark sind international als Hightech-Standort deutlich sichtbar. Wir reden nicht nur, wir tun." Forschung, Industrie und internationale Partnerschaften würden für echte Innovationskraft sorgen – und der Cluster spiele dabei eine zentrale Rolle, auch für KMUs und Start-ups. Der steirische Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer verwies auf den Weitblick der Gründungsphase: „Wir sind ein Faktor in der europäischen Wirtschaft." Die Region und ihre Betriebe seien in das Zentrum Europas gerückt, den Cluster bezeichnete er als Motor für Wirtschaft, Forschung und die gesamte Region.
Vom Netzwerk zum Ökosystem
Robert Gfrerer, CEO des SILICON ALPS Clusters und Vorsitzender der Silicon Europe Alliance, zog Bilanz: „Die vergangenen zehn Jahre waren geprägt vom Aufbau eines starken Innovationsökosystems. Heute verbinden wir Unternehmen, Forschung, Bildung und Politik und machen aus Zukunftstechnologien konkrete Innovationen und Wertschöpfung." Als Mitinitiator der Silicon Europe Alliance ist SILICON ALPS Teil eines Netzwerks von 14 Elektronikclustern mit mehr als 3.000 Unternehmen und Forschungspartnern. Mit dem Austrian Chips Competence Center AT-C³ koordiniert der Cluster zudem Österreichs zentrale Anlaufstelle für Halbleiter- und Mikroelektronik-Innovationen. Villachs Vizebürgermeisterin Sarah Katholnig beschrieb den Cluster als „den Herzschlag in Villach mit vielen Adern". Hightech und Forschung seien in der DNA der Draustadt verankert – getragen auch durch lokale Bildungs- und Ausbildungsangebote sowie den Technologiepark, der vor 20 Jahren entstand und heute internationale Beachtung findet.
Gemeinsam stärker
Stefanie Rud, CEO von Ortner Reinraumtechnik, hob den praktischen Mehrwert des Clusters hervor: Regelmäßige Treffen hochrangiger Vertreter:innen aus Industrie und Mittelstand ermöglichen Austausch, von dem alle profitieren. Besonders für KMUs sei der Cluster eine wichtige Stütze – etwa dabei, von der Industrie geforderte Standards zu erfüllen. Matthias Pirs, Director Corporate Affairs bei AT&S, sagte, dass AT&S von Beginn an beim Cluster dabei war. Er sagte, dass wir uns in einer technologischen und geopolitischen Umbruchsphase befinden. Mikroelektronik, KI und digitale Infrastruktur seien die zentralen Zukunftsfelder. Künstliche Intelligenz sei längst keine reine Softwarefrage mehr – sie brauche Hardware. Der SILICON ALPS Cluster bringe Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen und sei dafür ein wichtiges Instrument.
Halbleiter, KI und Quantentechnologien
Die Zukunftsagenda des Clusters ist dicht: Künstliche Intelligenz, Halbleitertechnologien, Advanced Packaging, Photonik und Quantentechnologien stehen im Fokus. Gfrerer sieht dabei auch europäischen Rückenwind: „Mit den geplanten Regions of Excellence bietet der gerade publizierte EU Chips Act 2.0 zusätzliche Chancen, Südösterreich als führende Halbleiterregion Europas weiter zu stärken."
© SILICON ALPS Cluster | Marta Gillner
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