Dušan Mes, Generaldirektor Slovenske železnice Group
© Slovenske železnice, d. o. o.
Die Koralmbahn eröffnet nicht nur neue Dimensionen für den innerösterreichischen Güter- und Personenverkehr – sie stärkt auch die wirtschaftlichen Beziehungen mit den Nachbarländern. Entlang der Baltisch-Adriatischen Achse formt sich ein dynamischer Korridor, der die Ostsee mit der Adria verbindet und damit eine der zentralen Lebensadern des transeuropäischen Handels darstellt. Die neue Hochleistungsstrecke zeigt auch in Slowenien Wirkung und wird als Chance wahrgenommen. advantage hat mit Dušan Mes (Generaldirektor Slovenske železnice Group), Sebastjan Šik (Vertreter des Hafens Koper für Österreich) und Benjamin Wakounig (Slowenischer Wirtschaftsverband Kärnten) einen Blick über die Grenzen geworfen.
Dušan Mes, Generaldirektor Slovenske železnice Group
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Kooperation als Erfolgsfaktor
„Wir freuen uns, dass Österreich durch diesen bemerkenswerten Ausbau seiner Schieneninfrastruktur hohe Standards für moderne Mobilität setzt. Ich bin überzeugt, dass dies die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern in Zukunft weiter stärken wird“, begrüßt Generaldirektor Dušan Mes die Eröff nung der Koralmbahn seitens der staatlichen Slowenische Eisenbahngesellschaft „Slovenske železnice Group“ (SŽ). Grenzüberschreitende Züge zwischen Slowenien und Österreich bilden den größten Teil des internationalen Personenverkehrs von SŽ, dessen Volumen mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn weiter zunehmen wird. „Villach und Graz sind für uns wichtige Knotenpunkte. Wir führen einen neuen Fahrplan ein, bei dem die Züge auf der Strecke zwischen Ljubljana und Villach alle zwei Stunden verkehren“, erklärt Mes. Damit wird es auch eine direkte Verbindung zwischen Ljubljana und Wien geben. ÖBB-Railjet-Züge sollen hier voraussichtlich 2026 in Betrieb genommen werden.
Auch für die Zugverbindungen über Maribor und Graz sind Verbesserungen in Vorbereitung. „Die Zusammenarbeit zwischen SŽ und den ÖBB ist sehr erfolgreich, und ich bin überzeugt, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, weil wir schnelle und komfortable Verbindungen schaffen, damit die Fahrgäste ein noch besseres Reiseerlebnis mit der Bahn genießen können“, betont Mes.
Sebastjan Šik, Vertreter des Hafens Koper für Österreich
© Luka Koper
Von der Straße auf die Schiene
Slowenien investiert aktuell massiv in die Modernisierung des Eisenbahnnetzes. „Der Ausbau des Eisenbahnknotens Ljubljana soll in den kommenden Jahren abgeschlossen werden. Außerdem wurde grünes Licht für den Bau einer zweiten Strecke parallel zur bestehenden Strecke zwischen Divača und Koper sowie einer zweiten Strecke nach Kranj und Jesenice gegeben. Diese Entwicklungen werden eine zweigleisige Verbindung zwischen Koper und Jesenice ermöglichen und damit die Durchsatzkapazität des Netzes erheblich steigern“, so Mes.
Schlüsselknotenpunkt im Mittelmeerraum
Koper nimmt als Standort des einzigen slowenischen Seehafens eine zentrale strategische Rolle ein. Der Hafen verfolgt konsequent das Ziel, seine Rolle als zentraler Logistikknoten im Mittelmeerraum weiter auszubauen. Bis 2030 ist geplant, die Kapazität des Containerterminals auf 1,8 Mio. TEU zu erhöhen. „Österreich ist der größte Markt für unseren Hafen. Mehr als sieben Mio. Tonnen Güter von und nach Österreich werden über Koper umgeschlagen. Natürlich liegen die Steiermark und Kärnten am nächsten an der slowenischen Grenze und damit auch am Hafen von Koper, was für Unternehmen, die hauptsächlich Güter aus dem Fernen Osten und innerhalb des Mittelmeerraums importieren oder exportieren, eine perfekte Wahl ist”, erklärt Sebastjan Šik, Vertreter des Hafens Koper für Österreich. „Die Koralmbahn wird zusätzliche Kapazitäten schaff en und den intermodalen Güterverkehr fördern. Mit der zweiten Bahnlinie Divača–Koper, die bis 2026 fertiggestellt sein wird, wird sich die Kapazität weiter steigern”, so Šik.
SGZ-Präsident Benjamin Wakounig
© SGZ
Positive Impulse im Alpen-Adria -Raum
Seitens des Slowenischen Wirtschaftsverbandes (SGZ) wurde in den letzten Jahren intensiv daran gearbeitet, Personen und Wirtschaftszweige im Alpen-Adria-Raum miteinander zu vernetzen – vor allem Klein- und Mittelbetriebe in den Bereichen Holz, Stahl, Veredelung und Industrie, wie SGZ-Präsident Benjamin Wakounig betont: „Grundsätzlich werden wir alle von der Koralmbahn profitieren. Slowenien als einer der wichtigsten Handelspartner für Österreich wird selbstverständlich auch auf den Zug aufspringen, um Teil dieser Erfolgsgeschichte zu werden. Wir alle müssen an einem europäischen Miteinander teilhaben und es mitgestalten.“
Wakounig ist überzeugt, dass die „Area Süd“ auch über die Grenzen hinaus gelebt werden sollte, was die Einbindung des gesamten Alpen-Adria-Raums inklusive Südtirol bedeute. „Unser aller Anliegen muss es sein, diese Region von vergangenen Konflikten wegzuführen und hin zu einer friedlichen und prosperierenden Region zu machen. Alle Talente sollen sich ungeachtet der Nationalität frei bewegen können und gefördert werden. Das kommt uns schlussendlich allen zugute.“