Umwelt

Solarthermie Friesach als größtes Projekt dieser Art in Österreich

In Friesach wird eine solarthermische Anlage in das bestehende Fernwärmenetz integriert. 436 große Sonnenkollektoren werden aufgestellt, der Bau läuft bereits.

In Friesach soll ab dem Sommer 2021 eine große Solarthermie-Anlage in das bestehende Fernwärme-Netz der Kelag Energie & Wärme GmbH Wärme einspeisen. Sonnenenergie wird also mit Biomasse – das Biomasse-Heizwerk in Friesach besteht seit 27 Jahren und wurde kürzlich erneuert – kombiniert. Das Projekt sei nicht nur einzigartig in Kärnten, sondern das "größte solarthermische Projekt in Österreich", so Robert Kanduth, dessen Unternehmen Greenonetec 436 große Sonnenkollektoren beisteuert.

Keine Bodenversiegelung

Die Solarthermie-Anlage wird auf einem Areal im Süden Friesachs aufgestellt. Die 436 Sonnenkollektoren ergeben eine Fläche von 5.750 Quadratmetern. "Wir versiegeln hier nichts. Die Aufstellung der Kollektoren erfolgt durch Tiefenrammungen. Nach Ende der Laufzeit können sie einfach herausgezogen werden", so Gerhard Rabensteiner, Geschäftsführer von "Unser Kraftwerk", der die Solarthermie-Anlage errichtet.

Die Wärme wird von den Kollektoren über eine 1,1 Kilometer lange Leitung in einen großen Pufferspeicher (ca. 1.000 Kubikmeter) beim Heizwerk überführt. Dieser Speicher ist in der Lage, drei bis vier Tage lang Sonnenenergie zu speichern. Die Gesamtleistung der Anlage beträgt rund vier Megawatt, 2,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) werden dann pro Jahr in das Fernwärmenetz eingespeist. Das entspricht etwa dem Wärmebedarf von 500 Wohnungen oder 15 Prozent des Friesacher Bedarfs.

Finanzierung über Bürgerbeteiligung

Das Projekt wurde über rund fünf Jahre entwickelt und es soll nicht das letzte dieser Art sein, verspricht Kelag-Vorstand Manfred Freitag.

"Unser Kraftwerk" finanziert die Investition von etwa zwei Millionen Euro über ein Bürgerbeteiligungsmodell. Rabensteiner: "Wir bieten interessierten Kleininvestoren den Kauf einzelner Sonnenkollektoren an und mieten sie gegen eine fixe jährliche Pacht von drei Prozent der Investitionssumme zurück."

Lokale Wertschöpfung

Rabensteiner zu den Hintergründen des Projekts: "Der Klimawandel verfolgt uns. Wir müssen handeln und das schnell, in Österreich müssen um die 600.000 Ölheizungen weg. Daher sind Projekte wie dieses zu forcieren. Es ist ein Leuchtturmprojekt, das uns den Weg zeigt." Er betont auch die lokale Wertschöpfung des Vorhabens in Friesach: Engineering, Produktion der Kollektoren oder Baumeister-Arbeiten kommen aus Kärnten.

Bei der Projektvorstellung heute, Donnerstag (4. Februar 2021), waren auch Landesrätin Sara Schaar, Bürgermeister Josef Kronlechner, Kelag-Vorstand Danny Güthlein, Adolf Melcher und Michael Wagner (beide Geschäftsführer der Kelag Energie & Wärme GmbH) sowie Alexander Jordan und Harald Moser als Kelag-Projektverantwortliche mit dabei.

Dieses Areal südlich von Friesach wird für die Sonnenkollektoren genutzt. – Foto: Kelag
Die Projektpartner des Großprojekts in Friesach – Foto: Kelag
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