„Sparen war schon immer wichtig. Aber die Bedeutung hat seit der Pandemie noch einmal zugenommen.”
Sparen als Sicherheitsfaktor in volatilen Zeiten
2025 feiert der Weltspartag sein hundertstes Jubiläum. Die Sparstudie der Ersten Bank und Sparkassen zeigt: Auch heute ist Sparen für alle Altersgruppen ein wichtiges Thema. So geben 80 Prozent der befragten Kärntner:innen an, Sparen sei für sie „sehr“ oder „ziemlich wichtig“. Die Generation Z macht hier keine Ausnahme. Im Gegenteil: hier sind es sogar 85 Prozent. „Sparen war schon immer wichtig. Aber die Bedeutung hat seit der Pandemie noch einmal zugenommen”, so Michael Koren, Vorstand der Kärntner Sparkasse AG. „Entgegen dem, was oft über die jungen Menschen gesagt wird, bleibt das Sparen auch für sie wichtig.“
Der internationale Vergleich zeigt, dass die Menschen in Kärnten noch mehr Wert auf finanzielle Rücklagen legen als anderswo. So liegt die Sparquote in Kärnten rund drei Prozentpunkte über jener der Eurozone. Das sei nicht zuletzt eine Entwicklung der letzten Jahre, so Koren: „Die Preisentwicklung hat viele beim Konsum vorsichtiger werden lassen. Lohnsteigerungen wurden nicht ausgegeben, sondern gespart. Das spüren die Unternehmen und bremst die Konjunktur.“ Auch im Rest Österreichs liegt Sparen hoch im Kurs: Statistik Austria zufolge haben private Haushalte im Jahr 2024 rund 34 Mrd. EUR zur Seite gelegt – ein Plus von 46 Prozent gegenüber 2023 (23,3 Mrd. EUR).
Sparen für subjektives Sicherheitsgefühl
In der subjektiven Wahrnehmung der Menschen zeichnet sich dieser Trend allerdings kaum ab. Der Sparstudie zufolge stieg der selbst angegebene monatliche Sparbetrag zwischen 2023 und 2024 nur von 305 auf 312 EUR. Gleichzeitig sind nur 36 Prozent mit diesem Betrag zufrieden – ein neuer Tiefstwert, der nicht zuletzt mit der Teuerung zusammenhängt. „Sparen ist in Österreich eng mit Sicherheit verbunden. Im alltäglichen Leben steigen die Preise und das Bedürfnis, finanziell vorbereitet zu sein, wächst entsprechend“, so Koren.
Neun von zehn Kärntner:innen geben in der Studie an, dass ihnen Sparen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Sieben von zehn fühlen sich dadurch gegen unerwartete Ausgaben gewappnet. Konkrete Sparziele gibt es häufig nicht. Dieses unspezifische Sparen wird von einer großen Mehrheit praktiziert: 89 Prozent legen Geld ohne spezifischen Verwendungszweck zur Seite. Gibt es Sparziele, so sind diese sehr unterschiedlicher Natur: 35 Prozent verfolgen kurzfristige, 34 Prozent mittelfristige und 31 Prozent langfristige Ziele.
„Sparen ist in Österreich eng mit Sicherheit verbunden.“
Dabei steht das eigene Leben klar im Vordergrund: 94 Prozent sparen der Studie zufolge für sich selbst, 83 Prozent der Haushalte mit Kindern legen zudem Geld für die Nachkommen zurück. Hinzu kommen 21 Prozent, die zusätzlich für Enkel, Patenkinder oder andere ihnen nahestehende junge Menschen sparen. „Vorsorge für Kinder sollte früh beginnen. Entscheidend ist neben dem Produkt und der entsprechenden Rendite vor allem der Zeitpunkt. Wer früh startet, profitiert langfristig vom Zinseszinseffekt“, erklärt Koren.
Anlageformen diverser als früher
In welcher Form das Geld zurückgelegt wird, hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Zwar ist das klassische Sparkonto bei 84 Prozent nach wie vor die beliebteste Anlageform. Gerade bei der jungen Generation wird jedoch zunehmend auf Wertpapiere gesetzt (48 Prozent), und auch in der Gesamtbevölkerung nutzen 28 Prozent diese Anlageform. Der Anteil von Gold hat sich seit 2015 sogar verdoppelt und liegt inzwischen bei 24 Prozent. Und auch Kryptowährungen sind seit 2022 von zwei auf zwölf Prozent angestiegen.
„Inflation, soziale Medien und steigende Finanzbildung haben das Bewusstsein geschärft: Wer höhere Renditechancen will, muss mit temporären Schwankungen leben“, erklärt Sparkasse-Vorstand Michael Koren die Entwicklung. Die Langzeitdaten der Sparstudie bestätigen diesen Trend: 2015 stuften sich nur acht Prozent der Befragten als risikobereit ein – heute sind es 24 Prozent. Besonders ausgeprägt ist dieses Risikobewusstsein bei der Generation Z, wo sich 39 Prozent entsprechend einschätzen.
Sparen ist nicht gleich sparen
Unterschieden werden kann allgemein zwischen klassischen Sparer:innen und digital hoch affinen, oft jungen Menschen. Im klassischen Modell bleibt das Geld am Konto, wird aufs Sparkonto gelegt oder in Bausparverträge investiert. Fondsprodukte sind selten und meist auf Empfehlung von Berater:innen abgeschlossen. Das Interesse an Finanzthemen ist gering, komplexere Produkte wirken abschreckend. Zwar ist bekannt, dass klassische Sparformen kaum Rendite bringen – dennoch bleibt das Verhalten unverändert. Sparen wird hier oft mit Ausgabenreduktion gleichgesetzt. Ganz anders agiert die digital affine, meist höher gebildete Gruppe. Sie informieren sich aktiv und optimieren Kosten und Konditionen. Ihr Fokus liegt auf Wertpapieren – vor allem ETFs und Einzelaktien, die sie online handeln. Ein Sparkonto existiert meist nur als Reserve, ähnlich genutzt wie das Girokonto.
Auch die Sparziele unterscheiden sich deutlich: Während der Mainstream selten konkrete Ziele verfolgt, steht bei den digital Affinen der Vermögensaufbau im Vordergrund. Sie wollen ihr Geld vermehren, um sich langfristig finanzielle Unabhängigkeit zu ermöglichen – etwa durch Teilzeit, Auszeiten oder einen früheren Pensionsantritt. „Klassische Sparer:innen setzen auf Vertrautes, digital affine Anleger:innen gestalten ihre finanzielle Zukunft aktiv. Wir begleiten beide – persönlich und digital. Diese Balance ist unser Anspruch als Bank für alle“, so Sparkasse-Vorstand Michael Koren.