"Wir haben gemeinsam mit einem Forscherteam der TU Graz untersucht, wie die Schlacken vermischt und behandelt werden müssen, damit sie in der Stahl- und Zementindustrie eingesetzt werden können."
Stahlindustrie: Wie aus Abfall neue Rohstoffe werden
Traditionelle Hochöfen werden zunehmend durch Elektröfen ersetzt. Das führt dazu, dass Hochofen-Schlacke als Rohstoff für die Zementproduktion knapp wird. Ein Forschungsprojekt will deshalb Reststoffe von Elektroöfen ebenfalls weiterverwertbar machen.
Chemische Unterschiede
Die Schlacke aus klassischen Hochöfen wird für die Produktion von Hüttensand eingesetzt, der wiederum für Zement und andere Bindemittel verwendet wird. Das Problem bei Schlacke von Elektroöfen ist, dass sie sich chemisch sehr stark von der Schlacke aus klassischen Hochöfen unterscheidet. Dadurch können die Reststoffe von Elektroöfen aktuell nicht so für andere Industrien weiterverwendet werden, wie es mit Hochofen-Reststoffen der Fall ist.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt "RecoverMetBinder" an, dass von der TU Graz und der Montanuniversität Leoben betrieben wird.
Das Forschungsprojekt soll dazu beitragen, die sehr energie- und CO2-intensive Eisen- und Stahlindustrie nachhaltiger zu machen und den Weg zu einer effizienten Kreislaufwirtschaft zu ebnen.
Dekarbonisierung mit Reststoffen
Wenn Reststoffe von Elektroöfen richtig mit Stoffen aus anderen Industrien weiterverwendet werden, dann können dadurch Metalle wie Eisen, Chrom und Mangan zurückgewonnen werden. Außerdem können CO2-arme Bindemittelkomponenten produziert werden, was wiederum einen Beitrag zur Erreichung der Klimaneutralität leistet.
"Elektroofen-Schlacke kann als Bindemittelbestandteil für die Baustoffindustrie aufbereitet werden."
In der Eisen- und Stahlindustrie fallen jährlich tausende Tonnen an Reststoffen an. Durch Projekte wie "RecoverMetBinder" werden diese Stoffe von Abfall zu Rohstoff für die Produktion anderer Produkte, wodurch die Umwelt geschont und industrielle Wirtschaftszweige klimafreundlicher werden.