„Wir sind nahe an Italien, Slowenien und Deutschland und in drei bis vier Stunden in jedem Ort Österreichs.“
Standort Kärnten: Vorreiter in Zukunftstechnologien
Kärnten hat sich mit Technologien in allen Bereichen der Nachhaltigkeit, wie erneuerbaren Energieträgern oder Kreislaufwirtschaft, bereits einen Namen gemacht. So gehört Österreichs südlichstes Bundesland zu den bedeutendsten und innovativsten Kunststoff-Recyclern in Österreich. Eine eigene Fachschule für Kunststoff- und Recyclingtechnik an der Euregio HTL in Ferlach sorgt in diesem Bereich für gut ausgebildete Nachwuchskräfte. Kärnten fördert und unterstützt Gründer:innen in Zukunftstechnologien und treibt die Entwicklung weiter voran.
Standortmarketing Kärnten
Das Standortmarketing Kärnten mit der Website carinthia.com macht die Stärken des Wirtschafts-, Forschungs- und Lebensraums Kärnten sichtbar und vernetzt Themen, Projekte und Partner zu einem klaren Bild des Standorts. Die Website gibt in den vier Sprachen Deutsch, Englisch, Slowenisch und Italienisch einen umfassenden Überblick über alle wichtigen Wirtschaftsbereiche und hilfreiche Tipps zum Arbeiten und Leben in Kärnten.
Die „Klammer“ für grüne Innovation ist das Green Tech Valley, in dem rund 300 Green-Tech-Unternehmen, 20 Technologieführer und 2.300 Forschende in Kärnten und der Steiermark vernetzt sind. In diesem grünen Tal entstanden und entstehen laufend Start-ups und junge Unternehmen als nächste Generation grüner Innovation aus Kärnten.
Überschussstrom nutzen
Ein junges Mitglied des Green Tech Clusters ist HASHLYNK, das – so der Co-Gründer Thomas Ebner – aus der Not geboren wurde. Für die Sanierung seines Elternhauses mit Photovoltaik und Batteriespeicher erhielt er bezüglich der Einspeisung des Überschussstroms eine sehr enge Limitierung. Das war für ihn Anlass, nach Lösungen zu suchen, wie die über den Bedarf hinaus erzeugte Energie wirtschaftlich genutzt und die Produktion besser gesteuert werden kann. Und so entstand aus der Zusammenarbeit von Maschinenbauern und Softwareentwicklern ein Start-up, das 2025 in der Firmengründung von HASHLYNK gipfelte.
Der Ort Möllbrücke abseits der Zentralräume bietet den Gründern Ebner, Max Possegger und Matthias Wagner mit ihrem Team die idealen Voraussetzungen. „Wir sind nahe an Italien, Slowenien und Deutschland und in drei bis vier Stunden in jedem Ort Österreichs“, erklärt Ebner. Sie hätten auch nach Wien oder ins Ausland gehen können, haben sich aber bewusst für Kärnten entschieden und erhielten hier auch die notwendige Unterstützung. Das build! Gründungszentrum begleitete sie bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Ideen. Der Standort Möllbrücke ist für sie nach wie vor ideal, auch weil Oberkärnten mit der Errichtung privater Photovoltaikanlagen früh dran war und über eine sehr hohe Dichte an Anlagen mit ähnlichen Herausforderungen, wie sie Ebner vorfand, verfügt. Damit liegt einer der Märkte für die Produkte von HASHLYNK, die nahtlos in moderne Energiekonzepte integriert werden können, direkt vor der Haustür.
Maschinenbauer und Softwareentwickler schufen gemeinsam ein intelligentes Produkt: Thomas Ebner, Matthias Wagner, Max Possegger, Moritz Schalk (stehend) und Bernhard Jung (Im Bild von links nach rechts). © HASHLYNK
Smarte Fassadensysteme
Ebenfalls Mitglied im Green Tech Valley ist die Firma Konatec in Spittal/Drau. Und auch dieses Unternehmen entstand aus einer persönlichen Erfahrung heraus. Manuel Unterweger stellte beim Bau seines Hauses fest, dass die marktüblichen Fassaden zu viele Ressourcen und Material verbrauchten. Und so gründete er gemeinsam mit Joel Studer und Samuel Bregenzer ein eigenes Unternehmen, das dieses Manko ausgleichen sollte. Am Standort Spittal/Drau produzieren sie innovative, nachhaltige und nicht brennbare Konsolen für hinterlüftete Fassaden, die Wärmebrücken um bis zu 30 Prozent reduzieren können.
„Kärnten hat auch eine gute Förderlandschaft für junge Unternehmen.“
Für diese Branche gebe es drei große Cluster: Oberösterreich, Wien und eben Kärnten, nennt Studer einen der Standortvorteile. Hier gebe es auch viele Unternehmen, die exportorientiert arbeiten und mit denen man sich vernetzen könne. Darüber hinaus seien einige der Großkunden ebenfalls in der Nähe angesiedelt, so Studer. „Aber der springende Punkt für die Ansiedelung in Spittal war, dass Unterweger hier zu Hause ist, die Leute kennt und hier verankert ist“ sagt Studer. „Kärnten hat auch eine gute Förderlandschaft für junge Unternehmen“, ergänzt er. So war auch hier der erste Ansprechpartner das build! Gründungszentrum, das sie auf dem Weg von der Idee zum marktfähigen Produkt begleitete. Den Weg zum Wachstum ermöglichte der Carinthian Venture Fonds mit Risikokapital, und der Kärntner Wirtschafts Förderungsfonds unterstützte das junge Unternehmen bei der Umsetzung innovativer Produktionsanlagen sowie der Entwicklung moderner digitaler Kundentools.
Intelligente Ladelösungen
Ebenfalls in Sachen Innovation und Energie ist die Firma go-e unterwegs. Mittlerweile zählt das Unternehmen aus Feldkirchen, das 2017 die erste smarte mobile Wallbox für E-Autos auf dem Markt brachte, zu den Top-10-Anbietern von fahrzeugunabhängiger AC-Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Europa. „Die Ansiedlung der Produktion in Feldkirchen war goldrichtig. Das Umfeld ist perfekt, es gibt gut ausgebildete Fachkräfte, eine innovationsfreundliche Infrastruktur und ein Umfeld, das technologische Pionierprojekte unterstützt“, schildert Peter Pötzi, Gründer und CTO des Unternehmens, die Standortvorteile aus seiner Sicht. Themen wie Green Economy, Digitalisierung und angewandte Forschung prägen die Region und machen sie zu einem Vorreiter in Bereichen wie Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Mikroelektronik. Diese Erfolgsgeschichten zeigen beispielhaft, warum Kärnten ein attraktiver Standort für zukunftsweisende Projekte ist.
WISSENSWERT
Mehr Informationen zum innovativen und nachhaltigen Standort Kärnten: carinthia.com
Das Team der Firma Konatec: Viktoria Unterweger, Sebastian Pemberger, Manuel Unterweger, Patrick Nikolic, Michael Slamanig, Dominik Zajec, Harald Hopfgartner, Jasminka Zolotic und Joel Studer (Im Bild von links). © Johannes Puch