"Die Chancen sind riesengroß – und die Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen."
Steiermark und Kärnten: wichtige gemeinsame Schritte
Die Mitglieder der Kärntner Landesregierung, die ihre Reise per Koralmbahn antraten, wurden am Grazer Hauptbahnhof vom steirischen Landeshauptmann Mario Kunasek und Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom sowie einem musikalischen Trio empfangen. Mit einer Sonderstraßenbahn der Graz Linien ging es zu dann zum Hauptplatz und von dort in die Grazer Burg.
Anträge zu unterschiedlichsten Themen
Generelles Ziel der Steiermark-Kärnten-Konferenzen ist die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Bundesländern und die Schaffung eines gemeinsamen Zukunftsraumes. Insgesamt waren 24 Anträge auf der Tagesordnung der 4. Länderkonferenz. „Wir haben heute in intensiven Gesprächen große Themenblöcke abgearbeitet“ so der Kärntner Landeshauptmann Daniel Fellner. Im Mittelpunkt standen Wirtschaft und Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Bildung und Forschung, Gesundheit, Tourismus sowie der Krisen- und Katastrophenschutz. Im Bereich Katastrophenschutz, wo es bislang keine bundesländerübergreifenden Abstimmungen gegeben hat, werde man sich zukünftig zu dritt gemeinsam mit dem Burgenland abstimmen.
Gemeinsame Hochschulstrategie
Weiteres Thema war der gemeinsame Arbeits-, Bildungs- und Hochschulraum. „Wir haben zusammen 13 national und international renommierte Hochschulen, wo rund 82.000 junge Menschen studieren. Das ist eine unglaubliche Human-Ressource, auf die wir zurückgreifen können. Wir wollen dieses Human-Kapital des Südens entfesseln. Bis 2030 erarbeiten wir dazu eine gemeinsame Hochschulstrategie“, so Fellner weiter, der sich vorab auch für den herzlichen Empfang am Grazer Hauptbahnhof bedankte.
"Wäre unsere Region in Amerika, dann würde uns bereits die ganze Welt kennen. Wir wollen kein Nebeneinander, sondern ein strategisches Miteinander."
Neuer gemeinsamer Wirtschaftsraum
Hervorgehoben wurde die große Bedeutung der Koralmbahn für die beiden Bundesländer und den jeweiligen Wirtschaftsstandort. „Steiermark und Kärnten sind starke Wirtschaftspartner. Wenn wir weiter unsere Kräfte bündeln, werden wir auch in Zukunft sichtbarer und können die Chancen, die sich durch die Koralmbahn und den neuen gemeinsamen Wirtschaftsraum ergeben, noch besser nutzen“, zeigt sich Manuela Khom, Landeshauptmann-Stv. der Steiermark überzeugt.
AREA Süd wird politische Realität
Auf beiden Seiten wurden die enormen Chancen betont, die der neu entstandene Lebens- und Wirtschaftsraum – Stichwort AREA Süd – schafft. „Mit der ‚Area Süd‘ entsteht ein gemeinsamer Wirtschafts- und Lebensraum mit 1,8 Millionen Menschen und mehr als 50.000 Arbeitgebern. Wir sehen die Landesgrenzen dabei nicht als Trennlinie, sondern als Auftrag, noch enger zusammenzuarbeiten. Die Chancen sind riesengroß – und die Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen,“ so Kunasek. „Mit der Koralmbahn sind wir nun noch näher zusammengerückt. Das müssen wir nutzen, denn gemeinsam sind wir doppelt so stark,“ stimmt Fellner zu, der betont, dass man sich in den Bereichen Wirtschaft, Innovation und Forschung als gemeinsame Zukunftsregion begreifen müsse. „Mit unseren Forschungsquoten liegen wir an der absoluten Spitze in Europa. Wäre unsere Region in Amerika, dann würde uns bereits die ganze Welt kennen. Wir wollen kein Nebeneinander, sondern ein strategisches Miteinander.“
Besonders erfreulich aus Sicht der Wirtschaft war das gemeinsame Bekenntnis zur AREA Süd. Der gemeinsame Zukunftsraum trägt künftig jenen Namen, den die Wirtschaftskammern Kärnten und Steiermark bereits Jahre vor der Eröffnung der Koralmbahn entwickelt und positioniert haben – AREA Süd. Die Präsidenten der WK Kärnten und der WKO Steiermark, Jürgen Mandl und Josef Herk begrüßen das gemeinsame Bekenntnis der beiden Landesregierungen und fordern nun konkrete Umsetzungsschritte.
„Aus einer Vision der Wirtschaft wird Schritt für Schritt politische Realität. Dass beide Landesregierungen die Zusammenarbeit nun derart intensivieren und sich zur Dachmarke AREA Süd bekennen, ist ein echter Meilenstein. Darauf dürfen wir durchaus ein wenig stolz sein“, erklären Herk und Mandl. Die Wirtschaftskammern hätten früh erkannt, dass die Koralmbahn weit mehr sei als eine neue Zugverbindung: „Sie schafft die Grundlage für einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, der über Landesgrenzen hinweg denkt und handelt.“
"Aus einer Vision der Wirtschaft wird Schritt für Schritt politische Realität."
Interessen gemeinsam vertreten
Für Martin Gruber, Landeshauptmann-Stv. von Kärnten, gelte es nun, die neu entstandene Südachse dazu zu nutzen, sich in Wien für gemeinsame Interessen mehr Gehör zu verschaffen: „Zwei Themen sind mir dabei aktuell besonders wichtig: Durch die Flugabgabe hat der Süden Österreichs einen enormen Wettbewerbsnachteil. Daher muss diese ersatzlos gestrichen werden, um im Bereich des Flugverkehrs Chancengleichheit herzustellen. Im Interesse von uns allen ist es auch, dass der zweckgebundene Zuschuss des Bundes für die vor gut 20 Jahren von den Ländern übernommenen Bundesstraßen endlich valorisiert wird. Auf Grund der veränderten Rahmenbedingungen im Straßenbau ist das schon lange überfällig,“ fordert Gruber.
Erfolg im Medizinbereich
Unterzeichnet wurde eine Absichtserklärung der beiden Bundesländer, der Medizinischen Universität Graz und der Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft KABEG. Auf ihrer Basis soll die Zusammenarbeit im Bereich der Ausbildung, aber auch der medizinischen Versorgung intensiviert werden.
Die nächste Steiermark-Kärnten-Konferenz wird in Kärnten stattfinden.
AREA Süd - Wirtschaftsraum von europäischem Format
Dieser Raum umfasst rund 1,8 Millionen Menschen, mehr als 50.000 Arbeitgeberbetriebe mit etwa 730.000 Beschäftigten und einer Wirtschaftsleistung von knapp 70 Milliarden Euro. Damit entsteht entlang der Achse Graz–Klagenfurt nach Wien der zweitgrößte Ballungsraum Österreichs. Eine gemeinsame Befragung der beiden Wirtschaftskammern unter mehr als 1.000 Unternehmen hatte bereits 2025 gezeigt, dass 90 Prozent eine verstärkte Kooperation zwischen Kärnten und der Steiermark positiv oder überwiegend positiv beurteilen.
© Land Steiermark/Robert Binder