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Leben
20.06.2026

Väterkarenz: Aufholbedarf bei steigendem Interesse

Immer mehr Väter möchten in Karenz gehen. Derzeitige Rahmenbedingungen erschweren häufig eine längere Auszeit.

Der aktuelle AK-Wiedereinstiegsmonitor der Kärntner Arbeiterkammer, der von L&R Sozialforschung erstellt wurde, zeigt bestehende Hürden für die Vaterkarenz auf. „Die gesetzlichen Reformen der vergangenen Jahre zeigen zwar Wirkung, weil sich immer mehr Väter für Papamonat und Elternkarenz interessieren, dennoch besteht noch deutlicher Aufholbedarf“, stellt AK-Präsident Günther Goach fest.

Gesetzliche Ansprüche

Das Arbeitsrecht verankert wichtige Schutz- und Freistellungsmöglichkeiten für Väter: vom Sonderurlaub direkt nach der Geburt über die Pflegefreistellung bis hin zum Papamonat und zur klassischen Väterkarenz sowie zur späteren Elternteilzeit, die jeweils mit einem besonderen Kündigungs- und Entlassungsschutz verbunden sind. „In den vergangenen Jahren hat sich einiges getan, Gesetze wurden angepasst, Bezüge zugunsten der Väter erhöht. In unserer täglichen Beratung zeigt sich, dass dank der Reformen das Interesse der Kärntner am Papamonat oder der Väterkarenz steigt“, erklärt Michaela Eigner-Pichler, Referatsleiterin Beruf, Familie und Gleichstellung in der AK Kärnten. Besonders die Verdoppelung des Familienzeitbonus auf aktuell rund 54,87 Euro pro Tag während des einmonatigen Papamonats hat sich positiv ausgewirkt.

"In unserer täglichen Beratung zeigt sich, dass dank der Reformen das Interesse der Kärntner am Papamonat oder der Väterkarenz steigt."

Michaela Eigner-Pichler, Leiterin AK Kärnten Referat Beruf, Familie und Gleichstellung

Kärnten im hinteren Drittel

Bei der tatsächlichen Umsetzung der Väterkarenz liegt Kärnten trotz des steigenden Interesses aber nach wie vor im hinteren Drittel. Wenn Kärntner in Karenz gehen, dann meist nur für die gesetzliche Mindestdauer von zwei Monaten. „Das Einkommen ist ein entscheidender Faktor für die Aufteilung der Karenz. Verdient die Frau gleich viel oder mehr als ihr Partner, wird die Karenz öfter geteilt,“ so Eigner-Pichler. AK-Präsident Goach stellt klar: „Mehr Väterbeteiligung ermöglicht Männern eine aktivere Rolle in der Kinderbetreuung. Davon profitieren Familien insgesamt. Mütter können einfacher ins Berufsleben zurückkehren, womit sich die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen verringert.“

 

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