Wirtschaft

Vier-Tage-Woche und Grundeinkommen – die Start-ups des 21. Jahrhunderts

Innovation heißt auch, sich auf neues Denken einzulassen, in jedem Lebensbereich und ohne Vorurteile! Gastkommentar von SPÖ-Landesgeschäftsführer Andreas Sucher. (Anzeige)

Ein Jahr Pandemie, ein Jahr Lockdown, Lockdown light, aufsperren, zusperren, warten, hoffen ... Ein Jahr, das Grenzen aufgezeigt und neue Realitäten geschaffen hat. Wir warten alle auf das Anlaufen der Impfungen, warten auf den Ketchup-Effekt, oder vielleicht war auch „catch up“ gemeint, Englisch für „einholen, nachkommen, gleichziehen“? Aber inzwischen müssen wir leben – nicht nur über­leben –, sondern leben. 40 Jahre sozial­partnerschaftlicher Zusammenarbeit haben einen starken österreichischen Sozialstaat geschaffen, der seine Bevölkerung vor dem Schlimmsten bewahrt – gesundheitlich und existenziell. Aber welche Perspektive haben wir morgen? Wirtschaftlich, gesellschaftlich und sozial?

Im April 2020 waren wir nur allzu bereit zu mehr Achtsamkeit, zur Entschleunigung, haben Brot gebacken wie die Blöden und uns an einen Himmel ohne Kondensstreifen gewöhnt. Alles wird besser, wenn das einmal vorbei ist, so der Tenor! Auf der anderen Seite waren diejenigen, die keine Zeit hatten, den Himmel zu betrachten, weil sie mit Home-Office und Homeschooling kämpften, mit Kurzarbeit und Insolvenz. Mittlerweile wollen wir alle nur mehr zurück zu einer gewohnten Normalität, genug Brot gebacken, genug Videokonferenzen. Bitte nicht! Nicht zurück zu einer Normalität, die gar nicht mehr normal ist! Nehmen wir uns jetzt die Zeit, innovative Ideen gemeinsam zu diskutieren, bevor sie in der Flucht nach vorne in die Vergangenheit ­verloren gehen!

Innovationen schaffen

Sprechen wir über die Vier-Tage-Woche. Sprechen wir offen darüber, dass Kurzarbeit in vielen Belangen schon die Umsetzung der Vier-Tage-Woche ist. Sprechen wir darüber, ob es bei 500.000 Arbeitslosen in Österreich mehr Sinn macht, zwei Menschen in einer Vier-Tage-Woche zu beschäftigen als einen Menschen in einer 60-Stunden-Woche? Sprechen wir über ein Grundeinkommen vor dem Hintergrund, dass wir de facto schon beinahe ein Jahr eine staatliche Entschädigung an Unternehmen auszahlen, die von der Krise betroffen sind. Reden wir darüber, wie wir unsere sozialstaatlichen Leistungen halten oder auch anpassen können, ohne unsere Unternehmer*innen zu belasten.

Innovative Unternehmen erkennen bereits, dass Arbeitnehmer*innen heute völlig andere Ansprüche stellen als vor zehn, zwanzig Jahren, dass es andere Prioritäten gibt, andere Familienstrukturen und ein anderes Zeitmanagement. Wir organisieren unseren Alltag, auch durch den Einfluss der Digitalisierung, heute völlig anders als unsere Eltern. Wer als Unternehmer*in Flexibilität zulässt, kann es umgekehrt bei den Angestellten auch einfordern.

Wir alle wissen mittlerweile, was an Arbeit bzw. Arbeitszeit möglich ist und wir haben alle gehört, dass „koste es, was es wolle“ als politische Richtung genauso legitim ist wie ein Nullbudget. Was machen wir aus diese Information? Schaffen wir Innovationen, die uns alle gemeinsam einen Vorteil bringen oder versuchen wir, jeder für sich, die Uhren wieder zurückzudrehen?

Wir laden herzlich dazu ein, mitzudiskutieren und mitzudenken – jeden letzten Montag im Monat veranstaltet die SPÖ Kärnten unter facebook.com/SocialMonTalk eine Podiumsdiskussion zu gesellschaftspolitisch relevanten Zukunftsthemen mit Expert*innen, Bürger*innen und – parteiübergreifend – der Politik. Alle Ausgaben zum Nachschauen unter: kaerntengewinnt.at/social-montalk

SPÖ-Landesgeschäftsführer Andreas Sucher lädt zum Mitdiskutieren ein. © SPÖ Kärnten/Martin Hofmann
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