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Wirtschaft
26.05.2026

Von der Chance zur Innovation: Zehn Jahre SAC

Der SILICON ALPS Cluster (SAC) vernetzt Wirtschaft, Forschung und Politik im Bereich der Mikroelektronik. advantage hat mit Geschäftsführer Robert Gfrerer gesprochen.

advantage: Der SILICON ALPS Cluster feiert heuer sein zehnjähriges Bestehen. Was bedeutet dieses Jubiläum für Sie?

Robert Gfrerer: Es ist für uns vor allem ein Beweis, dass Kooperation funktioniert. Aus einer starken regionalen Initiative ist ein international sichtbares Innovationsökosystem entstanden. Heute vernetzen wir Unternehmen, Forschung und Politik entlang der gesamten Wertschöpfungskette und bringen konkrete Projekte in Umsetzung. Auch unseren „europäischen Zwilling“, den Supercluster Silicon Europe Alliance mit 3.500 Unternehmen in 14 Clustern, gibt es seit zehn Jahren – wir haben also doppelten Grund zum Feiern. Gleichzeitig ist das Jubiläum ein Startpunkt: Im Umfeld des Chips Act 2.0 oder der Industriestrategie 2035 bauen wir im europäischen Kontext an der nächsten Entwicklungsstufe. Das feiern wir auf unserem großen Jubiläumsfest am 10. Juni im Parkhotel Villach im Zuge unserer „Light Up The Alps“-Jahrestagung!

„Wenn Unternehmen mit neuesten Technologien zusammenarbeiten und gleichzeitig im Wettbewerb bleiben, entstehen Geschwindigkeit, Innovationskraft und internationale Sichtbarkeit.“

Robert Gfrerer, Geschäftsführer des Silicon Alps Cluster

Südösterreich zählt zu den Top 5-Regionen der ESBS- und Halbleiterindustrie in Europa. Warum ist die Arbeit des SILICON ALPS Cluster hier so wichtig?

Der SILICON ALPS Cluster übernimmt eine zentrale Rolle als Innovationsmotor und Drehscheibe in Südösterreich. Denn ohne uns und die Unternehmen unseres Clusters gibt es keine Digitalisierung, keine Energiewende und keine Zukunftstechnologien – Mikroelektronik ist die Grundlage all dieser Entwicklungen. Unsere Aufgabe ist es, diese Kräfte als operatives Bindeglied wirksam zu verbinden – mit klarem Fokus auf Umsetzung und Impact. In einer hochkomplexen Branche reicht es nicht, starke Einzelakteure zu haben, entscheidend ist das Zusammenspiel. Wir bringen die richtigen Partner zusammen, initiieren Projekte und holen Fördermittel in die Region.

Welche zentralen Projekte der letzten zehn Jahre sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Besonders prägend sind Projekte, bei denen wir neue Kooperationen ermöglicht haben – vor allem zwischen KMU, Startups und Forschung. Ein aktuelles Beispiel ist das AT-C³ Austrian Chips Competence Center, ein europäisches Leuchtturm-Projekt: Hier sehen wir bereits erste Projekte, die direkt in Richtung Design, Prototyping und industrielle Anwendung gehen. AT-C³ ermöglicht Unternehmen direkten Zugang zu neuesten Technologien und Know-how. Innovationsprojekte können mit 80 Prozent Förderung realisiert und Produkte mit High-Speed auf den Markt gebracht werden – ein echter Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit! Auch das Projekt Shared-Charging, das Lösungen zu Ladeinfrastruktur und Energiesystemen der Zukunft in die Umsetzung bringt, ist ein wichtiges Beispiel. Solche Initiativen zeigen, wie wir Innovation beschleunigen und gleichzeitig den Zugang zu Technologien und Infrastruktur ermöglichen.

Wo sehen Sie die größten Chancen für den Standort in den kommenden Jahren?

In der Kombination aus Technologiekompetenz und europäischer Vernetzung – also in der Nutzung von Schwarmintelligenz – und in gezielter Coopetition. Wenn Unternehmen mit neuesten Technologien zusammenarbeiten und gleichzeitig im Wettbewerb bleiben, entstehen Geschwindigkeit, Innovationskraft und internationale Sichtbarkeit. Themen wie AI, Advanced Electronics und nachhaltige Industrie eröffnen enorme Potenziale. Entscheidend wird sein, diese Chancen schnell in konkrete Produkte und Anwendungen zu übersetzen – genau hier sehen wir unsere Rolle.

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