„Propaganda ist nicht darauf ausgelegt, aus Menschen Idioten zu machen. Sie ist von Anfang an auf Idioten ausgelegt.“
Wer glaubt, alles zu wissen, für den ist das Leben ganz einfach
Der Tonfall ist in den letzten Jahren gereizter geworden. Es gibt Gesprächspartner, die wohl eine Meinung einfordern, aber nur ihre eigene akzeptieren. Ist man nun für oder gegen Trump, findet man die derzeitige politische Konstellation für gut oder schlecht oder ist die CO2-Steuer wirklich das, als das sie uns „verkauft“ wird? Wer mit seiner Antwort zögert oder gar zu differenzieren beginnt, muss damit rechnen, sich ins Abseits zu manövrieren. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Mit diesem Satz wird jeglicher Meinungsaustausch schon im Keim erstickt. Es ist schwierig, sich in der Mitte zu bewegen. Mit einem Menschen zu diskutieren, dessen TV-Schirm größer ist als seine Bibliothek, ist vollkommen sinnlos. Wie ist es möglich, dass Menschen felsenfest überzeugt sind, mit ihrer Wahrnehmung im Besitz der politischen, geschichtlichen, religiösen oder auch wissenschaftlichen Wahrheit zu sein?
Mediale Macht
Die größte Propagandamacht auf dieser Erde sind die Massenmedien. Wahrscheinlich gab es noch nie ein gefährlicheres Instrument, um die Menschen zu beeinflussen und einzuordnen. Mittlerweile existiert bereits eine Generation von Menschen, die nichts anderes kennt als das, was sie via Bildschirm bzw. Smartphone gezeigt bekommen. Medien haben die Macht, Personen zu Ikonen hochzujubeln oder zu dämonisieren. Wer auf Basis dieser „Informationen“ der Überzeugung ist, alles zu wissen, für den ist das Leben besonders einfach. Wer nichts hinterfragt und kein Wissen hat, muss allerdings alles glauben, was erzählt wird.
Der irische Dramatiker, Satiriker und Musikkritiker George Bernard Shaw (1856–1950) formulierte folgend: „Propaganda ist nicht darauf ausgelegt, aus Menschen Idioten zu machen. Sie ist von Anfang an auf Idioten ausgelegt.“ Das Fernsehen und die digitalen Medien präsentieren den Menschen keineswegs die Wahrheit. Sie sind lediglich ein Rummelplatz. Gaukler, Märchenerzähler, Sportler, Propagandisten usw. treten hier auf.
Die Medien haben die Funktion, uns die Zeit zu vertreiben bzw. zu stehlen. Die Menschen orientieren sich nach Vor-Bildern, die ihnen permanent gezeigt werden: zerrissene Kleidung ist in „Mode“; unterschiedliche Körperstellen werden mit Symbolen „verziert“ und Metall-„Accessoires“ an verschiedenen Körperstellen implantiert; Silikon-Brustvergrößerungen sowie Botox-Lippen usw. sind längst in der Masse angekommen. Auch unsere Kinder werden nach Vorgaben erzogen, die uns via Medien vermittelt werden.
Der Kreis jener, die mit ihrem Engagement zum Wohle der künftigen Generationen sich einsetzen woll(t)en, wird immer kleiner.
Man muss nicht einmal genau hinschauen, um festzustellen, dass wir in einer Zeit der Orientierungslosigkeit leben. Das gilt für die Politik genau so wie für Religionen. Die Sprache ist allgemein „flacher“ geworden. Bei Gesprächen sind die Menschen mit ihrer Meinung vorsichtiger geworden. Auch bei Beiträgen im Netz. Nur noch wenige sind der Meinung, dass die Stimme der Menschen zählt und das ihr Einsatz etwas positiv verändert. Der Kreis jener, die mit ihrem Engagement zum Wohle der künftigen Generationen sich einsetzen woll(t)en, wird immer kleiner. Ein offener Diskurs ist mit den Medien-Gläubigen kaum möglich.
Den Worten des amerikanischer Schriftstellers Mark Twain (1835–1910) ist nichts hinzuzufügen: „Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen – vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir!“