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Wirtschaft
24.03.2026

Wie das AMS den Arbeitsmarkt in Südösterreich vernetzt

Ob Kärnten, Steiermark oder Tirol – die AMS-Landesstellen forcieren die Zusammenarbeit. Mit modernen Bildungsangeboten und digitalen Lösungen wird Qualifizierung flexibler, effizienter und für mehr Menschen erreichbar. Das schafft Chancen in den Regionen und darüber hinaus.

Da sich der Arbeitsmarkt sowie die Rahmenbedingungen stetig verändern, arbeiten die AMS Bezirks- und Landesstellen laufend an neuen Lösungen. Unter anderem werden länder- und bezirksübergreifende Kooperationen zwischen Kärnten und Tirol, sowie Kärnten und der Steiermark forciert. Ob Mobilität oder Budget – es gilt Ressourcen sinnvoll und effizient zu nutzen. Aus- und Weiterbildungen werden modernisiert und zukunftsfit weiterentwickelt.
„Der Arbeitsmarkt ist im Umbruch: Die demografische Entwicklung, die Verschiebung des Arbeitskräftepotenzials, aber auch veränderte Budgets – das alles birgt große Herausforderungen, für die wir österreichweit im AMS neue, zukunftsweisende Lösungen finden müssen. Die hybride Ausbildung für die Bezirke Lienz und Spittal stellt so eine Lösung dar. Getragen von Digitalisierung und technischen Möglichkeiten können wir Bildungsräume neu denken, besser und kosteneffizienter nutzen; wir bündeln Kräfte, kooperieren überregional und schaffen zugleich regional Chancen“, sagt Petra Draxl, Vorstandsmitglied des AMS Österreich.

"Getragen von Digitalisierung und technischen Möglichkeiten können wir Bildungsräume neu denken, besser und kosteneffizienter nutzen; wir bündeln Kräfte, kooperieren überregional und schaffen zugleich regional Chancen.“

Petra Draxl, Vorstandsmitglied des AMS Österreich

Achse Tirol bis Steiermark

Im Februar wurde bei der Präsentation der Bilanz 2025 des AMS Klagenfurt bereits klar: Länderübergreifende Kooperationen werden künftig weiter ausgebaut. Gerade die Eröffnung der Koralmbahn setzt zusätzliche Impulse – sie bietet die Möglichkeit Ressourcen dauerhaft effizienter zu planen und einzusetzen.
Beispielsweise können Angebote der AMS-Stellen Wolfsberg und Deutschlandsberg künftig noch besser aufeinander abgestimmt und AMS-Kund:innen gezielt an jeweilige Partnerinstitutionen verwiesen werden.

„Gerade in einer Zeit großer wirtschaftlicher Veränderungen ist es entscheidend, dass wir über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg eng zusammenarbeiten.“

Gerhard Oswald, Bezirksstellenleiter der WK Wolfsberg

Wolfsberg und Deutschlandsberg

Mitte März fand in Wolfsberg das erste Vernetzungstreffen zwischen AMS und Wirtschaftskammer statt. Vertreter:innen aus Wolfsberg und Deutschlandsberg kamen zusammen, um die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus zu stärken. Im Fokus standen die Chancen durch die Koralmbahn, aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt sowie konkrete Maßnahmen zur besseren Abstimmung von Mobilität und Infrastruktur.
Hervorgehoben wurde die Bedeutung funktionierender öffentlicher Mobilität. Die vom AMS Kärnten beauftragte Studie „Die Auswirkungen von Mobilität und Mobilitätsunterstützung auf die berufliche Integration arbeitsloser Personen in Kärnten“ von tbw research GesmbH zeigt: Mobilität ist ein zentraler Faktor für erfolgreiche Arbeitsmarktintegration. Je besser die öffentliche Infrastruktur, desto leichter gelingt die Vermittlung – und je kürzer die Pendelzeit, desto stabiler bleiben die Beschäftigungsverhältnisse.
Vor Ort sprach man sich dafür aus, den öffentlichen Verkehr im Umfeld der Bahnhöfe Weststeiermark und St. Paul besser aufeinander abzustimmen. Außerdem wurde die Forderung nach der Einrichtung einer S-Bahn-Verbindung zwischen St. Paul und Deutschlandsberg formuliert. Dadurch sollen Pendlerströme effizienter gelenkt und die neuen Chancen durch die Koralmbahn optimal genutzt werden.

„Durch eine intensivere Vernetzung können wir schneller und gezielter auf Veränderungen reagieren und sowohl Unternehmen als auch Arbeitssuchende bestmöglich unterstützen.“

Peter Wedenig, Landesgeschäftsführer des AMS Kärnten

Gemeinsam nachhaltig wirken

Die Bedeutung eines starken regionalen Netzwerks betonte Gerhard Oswald, Bezirksstellenleiter der WK Wolfsberg: „Gerade in einer Zeit großer wirtschaftlicher Veränderungen ist es entscheidend, dass wir über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg eng zusammenarbeiten. Die Koralmbahn wird unsere Regionen näher zusammenrücken lassen – umso wichtiger ist es, dass wir diese Entwicklung aktiv gestalten und gemeinsam an Lösungen arbeiten, die unseren Betrieben und dem Arbeitsmarkt zugutekommen.“ Peter Wedenig, Landesgeschäftsführer des AMS Kärnten unterstrich, wie wichtig diese Abstimmungen künftig sein werden: „Die Herausforderungen am Arbeitsmarkt machen nicht an Bezirks- oder Landesgrenzen halt. Durch eine intensivere Vernetzung können wir schneller und gezielter auf Veränderungen reagieren und sowohl Unternehmen als auch Arbeitssuchende bestmöglich unterstützen. Dieses Treffen ist ein wichtiger Impuls für eine nachhaltige Zusammenarbeit.“

„Das neue Ausbildungskonzept bietet mehr Flexibilität. Wir können dadurch auch Menschen erreichen, die wir sonst schwer oder gar nicht erreichen.“

Sabine Platzer-Werlberger, Geschäftsführerin des AMS Tirol

Fachkräftebedarf in Kärnten und Tirol

Die Ausbildungskooperation zwischen Kärnten und Tirol verändert das Angebot für die Fachausbildung im Bereich Buchhaltung und Personalverrechnung für die Bezirke Spittal/Drau und Lienz nachhaltig. Durch die Modernisierung und das Angebot der hybriden Ausbildung können Fachausbildungen nun kosteneffizienter und auch in entlegenen Regionen angeboten werden. Das eröffnet neue Perspektiven für Arbeitsuchende und unterstützt Unternehmen bei der Deckung ihres Fachkräftebedarfs.
Die „Ausbildung zur Rechnungswesen-Assistentz. Modul eins bis drei“ ist ein neues, hybrides und überregionales Ausbildungskonzept und ein Schritt in diese Richtung. „Das neue Ausbildungskonzept bietet mehr Flexibilität. Wir können dadurch auch Menschen erreichen, die wir sonst schwer oder gar nicht erreichen; zum Beispiel aufgrund von Betreuungspflichten, langen Anfahrtswegen oder eingeschränkter Mobilität“, sagt Sabine Platzer-Werlberger, Geschäftsführerin des AMS Tirol. „Damit setzt das AMS einen weiteren Akzent, um Chancengleichheit in Regionen voranzutreiben. Außerdem entspricht die Art der Kursumsetzung mittlerweile auch den Arbeitsrealitäten in vielen Unternehmen: Gerade im Bereich Buchhaltung und Personalverrechnung gibt es hybride Arbeitsmöglichkeiten.“

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