Bildung
25.06.2026

Wie Integration und Fachkräfte­ausbildung zusammenspielen können

Das Kärntner Projekt „Handwerk verbindet" zeigt, dass Sprachförderung und betriebliche Praxis die Grundlage für eine Erfolgsgeschichte sind, von der alle profitieren.

„Jeder Mensch, der in Kärnten eine Ausbildung beginnt, Arbeit findet und sich eine Zukunft aufbauen kann, ist ein Gewinn für unser Land. ‚Handwerk verbindet' eröffnet genau diese Chancen. Das Projekt zeigt, wie Integration und Fachkräfteentwicklung erfolgreich zusammenwirken können", betont Landeshauptmann und Integrationsreferent Daniel Fellner. Er bezeichnet die Initiative als doppeltes Vorzeigeprojekt „im wahrsten Sinne des Wortes: Es ist wegweisend als Integrationsprojekt und als Fachkräfteprojekt."

„Dieses Projekt hat nur Gewinner: Zum einen helfen wir Menschen mit nicht-deutscher Erstsprache bei der Integration, zum anderen ist es ein Beitrag, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“

Landeshauptmann und Integrationsreferent Daniel Fellner

Nachhaltige Arbeitsmarktintegration

Als Projektpartner zeichnen verantwortlich: Land Kärnten, Landesinnung Bau Kärnten, AMS Kärnten, Österreichischer Integrationsfonds, Kärntner Volkshochschulen, Institut für Arbeitsmigration, BAUAkademie Kärnten sowie die Gewerkschaft Bau-Holz. Aus ihrer Sicht ist vor allem das Zusammenspiel von Sprache, Orientierung, Qualifizierung und betrieblicher Praxis wesentlich. Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten, sieht den direkten Übergang vom Kursraum in den Betrieb als zentralen Schritt, um künftige Fachkräfte frühzeitig zu gewinnen. Auch Peter Wedenig, Landesgeschäftsführer des AMS Kärnten, betont, dass nachhaltige Arbeitsmarktintegration mehr brauche als Motivation. Entscheidend seien Qualifizierung, Orientierung, Begleitung und das enge Zusammenspiel zwischen den Partnern und den Unternehmen.

Sprachförderung als zentrales Element

Martin Häusl, Leiter des ÖIF-Integrationszentrums in Kärnten, verweist auf Deutschlernen und Arbeiten als zentrale Voraussetzungen gelungener Integration. Kärntner Volkshochschulen-Geschäftsführerin Mag.ª Beate Gfrerer unterstreicht, dass Sprache im Projekt vor allem Sicherheit und Orientierung im Arbeitsalltag geben soll – etwa beim Verstehen von Arbeitsanweisungen oder in der Kommunikation im Team.

Langfristige Perspektive schaffen

Ende Juni konnten die Teilnehmer:innen schnuppern und sich ein Bild davon verschaffen, was sie Anfang Juli erwartet. Zwölf Wochen lang werden sie Einblicke in den Baustellenalltag erhalten, zentrale Begriffe und Abläufe kennenlernen und handwerkliche Erfahrungen sammeln. Mit „Handwerk verbindet" geht Kärnten seit drei Jahren einen praxisnahen Weg, der eine Brücke zwischen Integration und beruflicher Ausbildung baut – mit dem Blick nicht nur auf den Einstieg, sondern auf eine langfristige Perspektive in der Branche. Dietmar Stieger, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz Kärnten, betont den nachhaltigen Zugang zur Branche. Für Robert Rauter, Landesinnungsmeister Bau Kärnten, ist besonders der Schritt vom Lehrbauhof hinaus in die Betriebe entscheidend. Wenn am Ende jemand sage: „Das taugt mir, da bleib ich" – dann habe man viel richtig gemacht. LH Fellner ist überzeugt: „Dieses Projekt hat nur Gewinner: Zum einen helfen wir Menschen mit nicht-deutscher Erstsprache bei der Integration, zum anderen ist es ein Beitrag, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Eine Win-win-Situation für alle."

© WKK/Horst

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