„Europa blieb trotz herausfordernder Rahmenbedingungen der relevanteste Markt, während internationale Projektmärkte stärker von öffentlichen Investitionszyklen, Preis- und Währungsschwankungen geprägt waren.“
Wietersdorfer Gruppe trotz Gegenwind auf Kurs
Der weltweite Gruppenumsatz belief sich 2025 auf 1,09 Milliarden Euro und lag damit 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Nach dem Ausbau ihrer internationalen Präsenz in Afrika, Lateinamerika und Australien konzentrierte sich die Wietersdorfer Gruppe 2025 auf die operative Konsolidierung. Die Integration neuer Gesellschaften wurde vorangetrieben, Strukturen und Prozesse wurden geschärft und internationale Projektchancen mit Fokus auf Kostendisziplin und intensiver Marktbearbeitung gesteuert. „Das Jahr 2025 war keine Fortschreibung des linearen Wachstums“, betont CEO Michael Junghans. „Nach mehreren Internationalisierungsschritten war es entscheidend, neue Gesellschaften organisatorisch und operativ zu integrieren, Prozesse weiterzuentwickeln und internationale Projektchancen bei gleichzeitig konsequenter Kostenkontrolle und Risikosteuerung zu realisieren.“
Europa als stabiles Fundament
Auch im Jahr 2025 blieb Europa umsatzstärkster Markt der Wietersdorfer Gruppe, die in den Geschäftsfeldern Zement und Beton, Kalk, GFK- und PP-Rohrsysteme sowie Industriemineralien tätig ist. Europaweit belief sich der Umsatz auf 830,7 Millionen Euro. Damit wurden rund 76 Prozent des Gruppenumsatzes in Europa erwirtschaftet. Die Alpe-Adria-Region erwies sich erneut als stabiler Pfeiler der Wietersdorfer Gruppe. Historisch stark ist das Unternehmen dort insbesondere in den Geschäftsfeldern Zement und Beton, Kalk sowie Industriemineralien verankert.
Breite Marktbasis sorgt für Stabilität
Umsatzstärkstes Land innerhalb der Wietersdorfer Gruppe war 2025 Österreich mit 15,3 Prozent am Gruppenumsatz und einem Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Umsatzsteigerung resultiert aus erfolgreicher Marktbearbeitung, Inflationsentwicklungen und der Beteiligung am Halbleiterzulieferer Sico Technology. Die USA blieben mit einem Umsatzanteil von 15 Prozent einer der wichtigsten Einzelmärkte, verzeichneten nach dem starken Vorjahr jedoch ein Minus von 7,7 Prozent. Zwar verkaufte die Wietersdorfer Gruppe 2025 mehr Laufmeter an GFK-Rohren, sinkende Rohstoffpreise drückten jedoch die Verkaufspreise.
Italien entwickelte sich mit einem Umsatzanteil von 13,5 Prozent und einem Plus von 37,9 Prozent besonders positiv – maßgeblich durch die Übernahme des Zementwerks Fanna. Deutschland trug 13,1 Prozent zum Gruppenumsatz bei, Slowenien 12,6 Prozent. Spanien legte um 59,7 Prozent zu und profitierte insbesondere von Bewässerungsprojekten sowie dem Ausbau des Industriegeschäfts. Insgesamt lag der Gruppenumsatz mit rund 1,09 Milliarden Euro nur leicht unter dem Vorjahreswert.
„2025 haben wir mehr Laufmeter GFK-Rohre verkauft als im Vorjahr. Genau hier liegen langfristige Chancen für unsere Rohrsysteme.“
Rohrsysteme behaupten starke Marktposition
Mit einem Umsatz von 519,7 Millionen Euro entfiel knapp die Hälfte des Gruppenumsatzes auf GFK- und PP-Rohrsysteme. Sie kommen in Zukunftsfeldern wie Trink- und Abwasser, Bewässerung, Entsalzung, Energieversorgung und Infrastruktur zum Einsatz. Zugleich zeigte sich 2025 erneut die hohe Volatilität internationaler Projektmärkte. Das Auslaufen einzelner Großprojekte aus dem Vorjahr, Preis- und Margendruck, erhöhter Wettbewerbsdruck, Währungseffekte sowie regionale Ausschläge beeinflussten die Entwicklung insbesondere im Geschäftsfeld GFK-Rohrsysteme. „Der weltweite Bedarf an leistungsfähiger Wasser-, Abwasser-, Bewässerungs- und Energieinfrastruktur bleibt weiterhin hoch“, so Junghans. „Das zeigt sich zum Beispiel am US-amerikanischen Markt: 2025 haben wir mehr Laufmeter GFK-Rohre verkauft als im Vorjahr. Genau hier liegen langfristige Chancen für unsere Rohrsysteme.“