„Wir werden unsere Stärken weiter ausbauen“
advantage: Wie sind die Voraussetzungen für Start-ups in Kärnten?
Martin Trink: Die Voraussetzungen sind gut bis sehr gut, insbesondere für technologiegetriebene Start-ups. Kärnten bietet Leistungen, die im nationalen Vergleich absolut konkurrenzfähig sind. Das zentrale Thema ist die Sichtbarkeit: Außerhalb Kärntens ist noch zu wenig bekannt, welche Möglichkeiten der Standort bietet. Kärnten verkauft sich unter Wert. Für viele Start-ups ist Kärnten bereits heute der beste Standort – diese Stärke müssen wir klarer und über die Landesgrenzen hinaus kommunizieren.
Welche Start-ups finden in Kärnten die besten Bedingungen vor?
Das ist beispielsweise die Drohnen-Technologie. Hier bietet Kärnten großartige Voraussetzungen. Wir haben die passenden Förderinstrumente, bei der Universität die größte Drohnenhalle Europas, die man über die Grenzen hinaus kennt, sowie eine Drohnen-Outdoor-Halle, und wir bieten die passende Forschungsinfrastruktur. Auch das Thema Chips ist ein Bereich, wo sehr viel passiert. Es gibt diese regionalen Stärken und die werden wir in Zukunft weiter ausbauen.
Wie können die Stärken ausgebaut werden?
Wenn wir unsere Stärken ausbauen, dürfen wir nicht an den Landesgrenzen aufhören, sondern müssen in überregionalen Excellenzclustern denken. Damit wir mitspielen können, ist eine Vernetzung über die Landes-, aber auch Staatsgrenzen hinaus notwendig. Stärkefelder sind auch ein Kooperationsthema. So ist die Zusammenarbeit im Ökosystem der Start-up-Unterstützungen ganz wichtig.
Was ist darunter zu verstehen?
build! ist für seine Gesellschafter die zentrale Schnittstelle im Kärntner Start-up-Ökosystem. Wir bringen die strategischen Ziele des Landes – insbesondere über BABEG und in enger Partnerschaft mit dem KWF –, der Hochschulen sowie der Städte Klagenfurt und Villach in die Umsetzung und sorgen dafür, dass Angebote für Start-ups gut aufeinander abgestimmt sind. So nutzen wir Synergien, vermeiden Doppelstrukturen und stärken gemeinsam den Standort Kärnten.
Wie kann das Wissen über die Leistungen Kärntens für Start-ups verbessert werden?
Wir müssen den Standort nach außen positionieren. Dafür bedarf es einer klaren Kommunikation, welche Leistungen es gibt, und einer Präsenz über die Landesgrenzen hinaus. Weiters kann man an erfolgreichen Kärntner Start-ups beispielhaft zeigen, was man hier erreichen kann. Es gibt zig Start-up-Wettbewerbe allein in Österreich, an denen die jungen Unternehmen teilnehmen können.
Wie viele Start-ups betreut das build! derzeit?
Es sind rund 40 Teams in unterschiedlichen Phasen. Nur ein Teil davon sind Start-ups, andere sind Projekte, die unterschiedlich weit sind.
Ihre Botschaft an Gründungswillige?
Wer eine Geschäftsidee hat, soll sich an das build! Gründungszentrum wenden. Wir beraten, begleiten und informieren über die passenden Förderungen und Möglichkeiten.