Bildung

Wir wollen Perspektiven bieten

Interview mit FH-Professor DI Dr. Erich Hartlieb, Leiter des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen und der Gründergarage der FH Kärnten in Villach. (Anzeige)

Was ist die Gründergarage?

Sie ist einerseits eine Initiative, die 2013 gegründet und ­seither sukzessive weiterentwickelt wurde, und es sind auf der anderen Seite drei Container auf dem FH-Campus, in denen die GründerInnen Prototypen ihrer Produkte ent­wickeln können. Die Gründergarage wird mittlerweile von einem FH weiten Arbeitskreis getragen und ist ein Element der Strategie der FH Kärnten. Zu den Kernaktivitäten gehört, Entrepreneurship in der Lehre zu verankern, übergreifend Weiterbildungsveranstaltungen und das konkrete Coaching von Gründungsprojekten.

In welchen Bereichen sind Produktentwicklungen möglich?

Seit 2020 gibt es einen übergreifenden Arbeitskreis verschiedener Disziplinen. Das sind Bau-
ingenieurwesen und Architektur, Wirtschaft und Management, Gesundheit und Soziales sowie Engeneering und IT. Studierende aus diesen Disziplinen, aber auch Personen von außerhalb, die eine Geschäftsidee haben, können mit Hilfe der Gründergarage ein Produkt bis zur Marktreife entwickeln.

Was ist die Voraussetzung, dass Sie ein Projekt begleiten?

Das Produkt muss Potenzial am Markt haben, es muss sich zu einem echten Geschäft ent­wickeln ­können. Und es muss eine engagierte Person dahinterstehen, die es mit Entschlossenheit umsetzen möchte. Idealerweise ist es ein Team mehrerer Personen, die einander ergänzen. Außerdem haben wir ein Netzwerk, in dem stets interessante ­Fragestellungen und Ideen auftauchen und diskutiert werden. Hier können Interessierte andocken, die „ihre“ konkrete Idee noch nicht gefunden haben, aber den Wunsch haben, den Unter­nehmer-Weg einzuschlagen.

Wie kann man sich eine solche Unternehmensgründung vorstellen?

Unsere GründerInnen bringen ihre Geschäftsidee zu Papier und entwickeln einen ersten Prototyp, mit dem potenzielle KundInnen recht rasch konfrontiert werden. Es geht darum, die Nachfrage und die Tauglichkeit des Produkts zu erkennen und es dann auf die Kundenbedürfnisse hin weiter­zuentwickeln. Das ist ein permanenter Prozess. Ein wirklich erfolgreiches Produkt kann nur mit Kundenfeedback entstehen.

Womit können die JungunternehmerInnen rechnen?

Ein wesentlicher Aspekt ist das Coaching. Wir begleiten das Projekt von der Idee bis zur Marktreife mit ExpertInnen aus den verschiedenen Fachbereichen. Das ist unser USP. ­Darüber ­hinaus stehen den angehenden UnternehmerInnen mit der Innovationswerkstatt und dem Smart Lab zwei hochwertige Labore zur Verfügung, in denen sie nach einer Einschulung experimentieren und ihre Idee bis zum Prototyp entwickeln und in einer der Gründergaragen dann ­fertigen können.

Wie viele solcher Start-ups werden betreut?

Es sind zehn bis zwölf solcher Geschäftsideen, die parallel laufen und sich in verschiedenen Entwicklungsstadien befinden. Dabei handelt es sich nicht nur um Start-ups, auch bereits vorhandene Produkte können weiterentwickelt werden.

Was ist das Ziel?

Wir möchten unseren Studierenden interessante Perspektiven bieten, die Chance, sich selbst zu verwirklichen, und wir möchten unternehmerisches Denken fördern. Das wird die Schlüsselkompetenz der Zukunft. Dazu kooperieren wir international mit verschiedenen Organisationen und Netzwerken, um vorzuleben, wie wichtig und grundlegend Kooperationen für den geschäftlichen Erfolg sein können.

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