„Die Studie liefert nicht nur Zahlen, sondern konkrete Handlungsansätze. Jetzt gilt es, die Erkenntnisse gemeinsam umzusetzen.“
Wirtschaftsstrukturanalyse: Unterkärnten im Standortcheck
Für die Studie wurden 2.617 Konsument:innen befragt, 484 Handelsbetriebe analysiert und 106 Unternehmer:innen eingebunden. Ziel war es, fundierte Grundlagen für die Weiterentwicklung von Ortskernen und Nahversorgung in Unterkärnten zu schaffen. Die Analyse bestätigt eine solide Ausgangslage, macht gleichzeitig aber auch Herausforderungen wie Kaufkraftabflüsse, demografische Veränderungen und den Strukturwandel im Handel sichtbar.
Kaufkraft als Chance für die Region
Tourismus stärkt, Handel gefordert
Als wichtigste externe Kaufkraftquelle der Region erweist sich laut Studie der Tourismus. So zählen Tagesgäste sowie Nächtigungstourist: innen vor allem in tourismusstarken Gemeinden zu den wichtigsten Kundensegmenten des lokalen Einzelhandels. Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Nächtigungszahlen wider, die in Unterkärnten seit 2025 um rund 15 Prozent gestiegen sind. Die touristische Intensität liegt bezirksübergreifend bei 16,1 Nächtigungen pro Einwohner:in. Beim stationären Handel offenbart die Analyse wiederum deutlichen Handlungsbedarf: Mehr als zwei Drittel der Betriebe erreichen lediglich eine niedrige oder mittlere Wettbewerbsfähigkeit, nur 32 Prozent gelten als hoch wettbewerbsfähig.
Digitaler Wandel fordert Betriebe
Auch die Befragung der Unternehmer:innen bestätigt die strukturellen Herausforderungen: Jeder zweite Betrieb sieht sowohl bei der Kaufkraftentwicklung als auch beim Mietpreisniveau eine Verschlechterung. Die Einschätzung der Mietpreisentwicklung ist jedoch teilweise subjektiv geprägt – denn verfügbare Marktdaten zeigen keine außergewöhnlichen Mietsteigerungen. Ebenso wächst der Wettbewerbsdruck durch digitale Anbieter: Fast die Hälfte der befragten Unternehmen bewertet die Auswirkungen des Online-Handels negativ. Gleichzeitig besteht bei der Digitalisierung noch Aufholbedarf: 35 Prozent der Betriebe setzen keine digitalen Instrumente ein.
Während die Ortskerne in den meisten Gemeinden gute Rahmenbedingungen bieten, zeigt sich bei Leerflächen Verbesserungspotenzial: Hier gilt nur rund ein Viertel als top marktfähig. Gefragt sind neue Ansätze in der Standortpolitik, im Leerstandsmanagement und in der regionalen Zusammenarbeit. Die empfohlenen Maßnahmen reichen von interkommunalem Ortsmarketing bis zur stärkeren touristischen Positionierung der Ortszentren.
Während die Ortskerne in den meisten Gemeinden gute Rahmenbedingungen bieten, zeigt sich bei Leerflächen Verbesserungspotenzial: Hier gilt nur rund ein Viertel als top marktfähig. Gefragt sind neue Ansätze in der Standortpolitik, im Leerstandsmanagement und in der regionalen Zusammenarbeit. Die empfohlenen Maßnahmen reichen von interkommunalem Ortsmarketing bis zur stärkeren touristischen Positionierung der Ortszentren.
„Die Menschen im Lavanttal vertrauen ihren regionalen Betrieben. Diese hohe Einkaufstreue basiert auf Qualität, Beratung und Engagement.“
Völkermarkt punktet mit Tourismus
Mit rund 1,1 Millionen Nächtigungen zählt der Bezirk Völkermarkt zu den dynamischsten Tourismusregionen Kärntens. Maßgeblich dazu bei trägt St. Kanzian am Klopeiner See mit rund drei Vierteln aller Nächtigungen. Die touristische Intensität verdeutlicht die starke Stellung des Tourismus im Bezirk Völkermarkt. Der Wert von 26,3 Nächtigungen pro Einwohner:in liegt deutlich über den Vergleichswerten für Kärnten und Österreich. Die Entwicklung der Tourismusgemeinde St. Kanzian spielt dabei eine zentrale Rolle. Rudolf Bredschneider, WK-Bezirksstellenobmann Völkermarkt: „Der Tourismus bietet enormes Potenzial für den regionalen Handel. Dieses Potenzial muss künftig noch stärker genutzt und in Wertschöpfung für die Ortszentren umgewandelt werden.“
Valentin Blaschitz, Obmann der LAG Regionalkooperation Unterkärnten, betont, dass die Studie nicht nur Zahlen liefere, sondern auch konkrete Handlungsansätze aufzeige. „Jetzt gilt es, die Erkenntnisse gemeinsam umzusetzen. Gemeinden, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind gleichermaßen gefordert, um die Orts- und Stadtkerne als Lebens-, Wirtschafts- und Begegnungsräume langfristig zu sichern.“
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