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Wirtschaft
07.02.2026

WKK als starker Partner für die Betriebe

Die Wirtschaftskammer Kärnten bearbeitete im letzten Jahr unter anderem über 51.000 Serviceanfragen, brachte 210 Gesetzesbegutachtungen ein und wickelte 459 Lehrabschlussprüfungen mit 2.804 Lehrlingen ab.

Ein wirtschaftlich herausforderndes Jahr liegt hinter Kärntens Unternehmer:innen. Eine lösungsorientierte Interessenvertretung und umfassende Serviceangebote, wie sie die Wirtschaftskammer Kärnten für ihre 39.326 aktiven Mitgliedsbetriebe bietet, sind nun wichtiger denn je. Im Jahr 2025 wurden über 51.000 Serviceanfragen bearbeitet und Unternehmen gezielt unterstützt. Die aktuelle Leistungsbilanz zeigt, welchen Stellenwert Service und persönliche Beratung für Kärntens Wirtschaft haben.

„Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich, wie wichtig eine starke Serviceorganisation ist. Unsere Aufgabe ist es, Betriebe rasch, kompetent und verlässlich zu unterstützen – und genau das leisten wir.“

Jürgen Mandl, Wirtschaftskammer Präsident

WK-Mitglieder im Fokus

Die WKK bietet ein breites Serviceangebot für ihre Mitglieder und verzeichnete im vergangenen Jahr 51.164 Serviceanfragen sowie 215.261 Servicestunden. Im Vergleich zu 2024 wurde die Anzahl der Leistungsstunden erneut gesteigert. „Das bedeutet für unsere Mitgliedsunternehmen Beratungsleistungen im Wert von insgesamt 40,3 Mio. Euro. Der Wert des Wirtschaftskammerservice liegt damit deutlich über den Mitgliedsbeiträgen in der Höhe von rund 36 Mio. Euro“, betont WK-Präsident Jürgen Mandl und unterstreicht den zentralen Anspruch der Wirtschaftskammer. „Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich, wie wichtig eine starke Serviceorganisation ist. Unsere Aufgabe ist es, Betriebe rasch, kompetent und verlässlich zu unterstützen – und genau das leisten wir.“

Starke Stimme der Betriebe

WK-Direktor Meinrad Höfferer machte deutlich, dass die Wirtschaftskammer Kärnten neben dem Serviceangebot vor allem als aktive Interessenvertretung gefragt ist. Im letzten Jahr beteiligte sich die WKK intensiv an Gesetzes- und Planungsverfahren, insgesamt wurden 204 Gesetzesbegutachtungen auf Bundesebene und 86 auf Landesebene eingebracht, 444 Stellungnahmen zu wirtschaftsrelevanten Themen kamen hinzu. „Diese Zahlen zeigen, wie breit und kontinuierlich wir die Interessen unserer Mitglieder vertreten – von großen Gesetzesvorhaben bis hin zu konkreten regionalen Projekten“, so Höfferer. Im Jahr 2025 standen zentrale Infrastruktur- und Standortprojekte im Fokus. Dazu zählt unter anderem der Ausbau der S37 und der B317 bis zur steirischen Landesgrenze. Außerdem begleitete die WKK die Diskussion um Windkraftprojekte sowie den Ausbau der 110- und 380kV-Leitung und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Die touristische Weiterentwicklung war ein weiterer Schwerpunkt. Die WKK brachte sich aktiv in die Tourismusreform ein, um praxistaugliche Rahmenbedingungen für Betriebe zu schaffen und die Branche zu stärken. Die Eröffnung der Koralmbahn führt Kärnten in den neuen Wirtschaftsraum AREA Süd und eröffnet neue Chancen für Betriebe, Arbeitsmärkte und Investitionen. Weiters setzte sich die Wirtschaftskammer für den Bürokratieabbau und damit für einfachere Verfahren, klare Zuständigkeiten und schnellere Genehmigungen ein. Mit Initiativen wie dem ersten Kärntner Deregulierungsgipfel wurde der Reformbedarf benannt und politisch eingefordert.

Serviceleistung und Kundenorientierung

Wie in den Vorjahren war die Rechtsberatung der am häufigsten genutzte Servicebereich. Insgesamt wurden 13.517 Anfragen zu arbeits-, sozial- und wirtschaftsrechtlichen Themen bearbeitet. Gründungsberatungen, Förderberatungen und Beratungen zu Steuern und Abgaben sowie zu Außenwirtschaft und Zoll waren ebenfalls stark gefragt. Aufgrund steigender Nachfrage wurde das Beratungsangebot weiter ausgebaut. Expert:innen begleiten Betriebe direkt bei Verhandlungen mit Behörden. Zusätzlich wurden 94 Unternehmen kostenlos von Vertragsanwälten vor Gericht vertreten. Durch diese gezielten Maßnahmen und Interventionen, beispielsweise bei Urheberrechtsverletzungen, Erlagscheinschwindel, Internetbetrug oder voreilig unterschriebenen Verträgen, konnte für die betroffenen Unternehmen eine Kostenersparnis von 450.171 Euro erzielt werden. Über den Notfallfonds und den Katastrophenfonds wurden 53 Unternehmen mit insgesamt 106.000 Euro unterstützt, die Nahversorgerförderung für 101 Lebensmittelhändler:innen wurde mit rund 404.000 Euro abgewickelt. Im Rahmen der Betriebshilfe nutzten 51 Unternehmer:innen die Möglichkeit, bei Ausfall eine Ersatzarbeitskraft vermittelt zu bekommen.

Bildungsangebote als Standortfaktor

Die Aus- und Weiterbildung ist ein wesentlicher Pfeiler der Arbeit der WKK. Rund 45 Mio. Euro wurden in den vergangenen zehn Jahren in die Bildungsinfrastruktur investiert. WK-Präsident Jürgen Mandl unterstreicht die Bedeutung dieser Investitionen: „Qualifikation ist einer der entscheidenden Standortfaktoren. Mit dem WIFI, dem TCC und den Lehrwerkstätten stellt die Wirtschaftskammer Kärnten eine Infrastruktur bereit, die es in dieser Form sonst nicht gibt. Kein anderer Anbieter im Land sorgt für ein derart breites, praxisnahes und modernes Bildungsangebot für Betriebe und Fachkräfte.“ Seit der Eröffnung vor rund zwei Jahren haben 6.311 Jugendliche und 1.032 Erwachsene das Berufsorientierungsangebot zur Entdeckung ihrer Talente im TCC genutzt. 797 Personen, darunter Unternehmer und Vertreter von Einrichtungen wie AMS, BBOK und Schulen, besuchten das TCC im Rahmen einer Führung. Das WIFI Kärnten zählte 2025 rund 25.000 Kund:innen. Darüber hinaus erfüllt die WKK staatliche Aufgaben wie die Organisation und Durchführung von Meister, Befähigungs- und Lehrabschlussprüfungen. Im Vorjahr hat die Lehrlingsstelle 459 Lehrabschlussprüfungen mit 2.804 Kandidat:innen in 144 verschiedenen Lehrberufen abgewickelt und insgesamt 3.230 Lehrverträge erstellt. Bundesförderungen zur Unterstützung von Lehrbetrieben und Lehrlingen wurden in einer Höhe von 19 Mio. Euro, mit insgesamt 14.514 Förderfällen, bearbeitet. 1.834 Modulprüfungen wurden von der Meisterprüfungsstelle abgenommen und von der Ingenieur-Zertifizierungsstelle 163 Ingenieur-Titel vergeben.

„Internationale Handelsabkommen sind für viele unserer Unternehmen entscheidend, um neue Märkte zu erschließen und Abhängigkeiten in Zeiten von Zollandrohungen zu reduzieren.“

Jürgen Mandl, Wirtschaftskammer Präsident

Blick in die Zukunft

Prognosen von WIFO und IHS zufolge wird für heuer ein Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent erwartet. Durch das Handelsabkommen wie Mecosur oder jenes mit Indien, eröffnen sich für exportierende Betriebe neue Chancen, vorausgesetzt sie werden wirklich umgesetzt. „Internationale Handelsabkommen sind für viele unserer Unternehmen entscheidend, um neue Märkte zu erschließen und Abhängigkeiten in Zeiten von Zollandrohungen zu reduzieren“, so WK-Präsident Mandl. Der Reformbedarf bleibe aber hoch. „Neue Marktchancen nützen wenig, wenn Betriebe im eigenen Land durch komplexe Verfahren und überbordende Vorschriften ausgebremst werden. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nur dann, wenn internationale Öffnung und konsequenter Bürokratieabbau Hand in Hand gehen.“

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