„Globale Wettbewerbsfähigkeit entsteht, wenn regionale Stärken mit internationaler Zusammenarbeit verbunden werden.“
Wood Vision Lab: Wo Innovation weiter wächst
Seitenaufprallträger, Stoßstangen, Batteriekästen, Dach- und Unterbodenkonstruktionen von Fahrzeugen oder Fahrwerksklappen für Flugzeuge: Keine dieser Komponenten wird heute mit dem Baustoff Holz assoziiert. Doch mehr als zehn Jahre intensiver Forschung und Entwicklung am Innovationsstandort Weiz haben gezeigt: Der Wertstoff HOLZ kann all das und noch mehr. Mit dem neuen Pionierzentrum Wood Vision Lab entsteht in Weiz ein europaweit einzigartiger Hub für Hightech-Holz, der die Entwicklung und Anwendung von ökologischen Leichtbau-Hybrid-Werkstoffen maßgeblich vorantreiben wird.
Im Zentrum der Zukunft
Als fünftes Gebäude auf dem Gelände des Innovationszentrums W.E.I.Z. bildet der neue Standort eine Schnittstelle zwischen Forschung, Anwendung, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft. Auf über 2.000 m² stehen in dem modernen Holzbau nicht nur Büroflächen, sondern auch eine Dachterrasse, Grünraum und hervorragend ausgestattete Meeting- und Multimediaräume zur Verfügung. Sie können für zukunftsweisende Innovations-, Projekt- und Geschäftsentwicklung sowie für Vernetzung und Wissenstransfer genützt werden. Ein besonderes Highlight ist das Holztechnikum mit modernsten Anlagen und integrierter F&E-Infrastruktur, das von Mietern und Kooperationspartnern, aber auch externen Unternehmen und Institutionen genutzt werden kann. In direkter Nachbarschaft des Innovationszentrums W.E.I.Z. mit Mietern wie JOANNEUM RESEARCH wird der fachliche Austausch zusätzlich befördert, auch eine öffentliche Verkehrsanbindung nach Graz liegt gleich vor der Türe. Geschäftsführerin Bernadette Karner ist es besonders wichtig, die regionale Wertschöpfung nachhaltig zu stärken: „Mit dem neuen Pionierzentrum Wood Vision Lab nehmen wir europaweit eine Vorreiterrolle ein. Entlang der gesamten Holzwertschöpfungskette vereinen wir von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis hin zu einem Technikums- und Akzeleratorenbetrieb alles unter einem Dach. Damit erschließen wir an der Schnittstelle zu Industrie und Wirtschaft ein wesentliches Forschungs- und Stärkefeld der Zukunft und ermöglichen so völlig neue Anwendungsgebiete für den Hightech-Wertstoff Holz.“
„Projekte wie das Wood Vision Lab sind das Ergebnis langjähriger Kooperationen und stärken den Wirtschaftsstandort Steiermark langfristig.“
Rückenwind für neue Ideen
Das Angebot richtet sich an eine breite Zielgruppe: Nicht nur Unternehmen aus dem klassischen Holzbaubereich, auch alle anderen Betriebe, die mit Leichtbauteilen arbeiten und an innovativen, biobasierten Ansätzen interessiert sind, können Teil des Netzwerks werden und von der umfassenden Expertise vor Ort profitieren. Ein spezieller Fokus liegt dabei auf der Mobilitätsbranche: Schon jetzt arbeitet das Wood Vision Lab mit führenden internationalen Unternehmen wie Siemens Mobility, BMW oder VW. Auch Fb Industry Automation, ein Unternehmen für automatisierte Intralogistiklösungen, ist Kooperationspartner: „Bei der Entwicklung unserer automatisierten Lagersysteme denken wir Leistung, Effizienz und Nachhaltigkeit gemeinsam. Mit Weitzer Woodsolutions haben wir für unser Fb Compact Shuttle eine Holzabdeckung als Alternative zu Aluminium und passende Holzbehälter entwickelt. Das Shuttle übernimmt im automatisierten Kleinteilelager die Ein- und Auslagerung der Behälter. Damit verbinden wir Innovation Rohstoff und zeigen Wege für eine nachhaltigere Intralogistik", so CEO Werner Frissenbichler. Eine weitere zentrale Aufgabe des neuen Pionierzentrums ist die Qualifizierung von Fachkräften, Unternehmen und Start-Ups, die im Rahmen des hauseigenen Akzelerator-Programms unterstützt werden. Das hervorragende Netzwerk ermöglicht dabei Kontakte mit Universitäten und Forschung ebenso wie mit Fachexperten, Branchenführern und anderen Startups. Auch Spin-offs und KMUs wird dadurch der Markteintritt wesentlich erleichtert. Gesellschafter der Wood Vision Lab GmbH sind neben dem Innovationszentrum W.E.I.Z. die Weitzer Woodsolutions (je 25,5 Prozent), die Steirische Wirtschaftsförderung (SFG, 19 Prozent) sowie JOANNEUM RESEARCH, TU Graz und die Diözese Graz-Seckau (je zehn Prozent). Das Gesamtprojekt wird von der Europäischen Union, dem Bund und dem Land Steiermark gefördert. Mit der TU Graz gibt es zusätzlich eine enge Zusammenarbeit im Rahmen von Landes- und Stiftungsprofessuren.
„Mit dem neuen Pionierzentrum Wood Vision Lab nehmen wir europaweit eine Vorreiterrolle ein.“
Von den Grundlagen in die Anwendung
Ausgangspunkt für die Entstehung des Wood Vision Lab ist mitunter die Innovations- und Pionierarbeit der Weitzer Woodsolutions, eines Tochterunternehmens der Weitzer Holding GmbH mit der Kernmarke Weitzer Parkett. In enger Kooperation mit dem Innovationszentrum W.E.I.Z. als regionalem Impulszentrum sowie Wissenschaft und Wirtschaft entwickelte das Unternehmen über einen Zeitraum von zwölf Jahren Hightech-Leichtbau-Komponenten aus Holz, die von Herstellern im Mobilitätssektor nun bereits in die Anwendung gebracht werden. Inzwischen sind die holzbasierten Bauteile nicht nur in digitalen Zwillingen darstellbar und auf Prozesssicherheit geprüft, sondern auch hundertmillionenfach reproduzierbar. Anwender profitieren dabei von Vorteilen wie geringem Gewicht, Energieeffizienz und Kaskadenfähigkeit. Gängige Zweifel bezüglich Sprödigkeit, Inhomogenität oder Brennbarkeit des Materials können aufgrund der optimierten Bauweise schnell beseitigt werden. Besonders relevant werden die neuen Technologien im Hinblick auf den Umbau vieler Waldflächen zu klimafitten Mischwäldern. Laubbäume spielen heute in der Holzwirtschaft eine untergeordnete Rolle und werden vorrangig als Brennholz verwendet. Für die Anwendung im Hightech-Leichtbau sind jedoch gerade die harten, heimischen Laubhölzer besonders geeignet. So ergibt sich durch die Stärkung der Wertschöpfungskette Laubholz ein enormer Mehrwert für den Zukunfts- und Wirtschaftsstandort Steiermark, das waldreichste Bundesland Österreichs. „Globale Wettbewerbsfähigkeit entsteht, wenn regionale Stärken mit internationaler Zusammenarbeit verbunden werden“, erklärt Wolfgang Knöbl, Head of Sales bei den Weitzer Woodsolutions. „Unser Unternehmen vereint als Technologieführer und Innovationstreiber Grundlagenforschung, Entwicklung und industrielle Umsetzung und bringt Holz-Hybrid-Leichtbau in immer mehr Anwendungen. Langjährige Partnerschaften und geschlossene Produktionskreisläufe sind dabei keine Zukunftsvision, sondern bereits erfolgreich in Serie etabliert.“
„Wir verbinden Innovation mit einem regionalen, nachwachsenden Rohstoff und zeigen Wege für eine nachhaltigere Intralogistik.“
Gemeinsam weiter wachsen
Das neue Wood Vision Lab bleibt jedoch keinesfalls bei Forschung und Entwicklung stehen. Stattdessen ist es als österreichisches Innovationslabor für Holz-Leichtbau ein lebendiger Ort des Austauschs, des Wissenstransfers und weitreichender Kooperationen. Als bauliche Manifestation des bereits bestehenden Netzwerks macht das Leuchtturmprojekt das neue Forschungs- und Stärkefeld nach außen sichtbar – und befördert damit aktiv eine nachhaltige Transformation der Holztechnologie in ganz Europa und darüber hinaus. Bernadette Karner und ihr Team profitieren dabei von 20 Jahren Erfahrung im Aufbau von langfristigen Konsortien und internationalen Kooperationen. Ein langjähriger Partner ist der AC Styria Mobilitätscluster: „Seit über 30 Jahren steht der AC Styria Mobilitätscluster für die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand – als Basis für Innovation und zukunftsorientierte Zusammenarbeit. Als Impulsgeber und Vernetzer fördern wir Kooperationen, in denen Kompetenzen und Ressourcen gebündelt sowie zukunftsweisende Entwicklungen vorangetrieben werden. Projekte wie das Wood Vision Lab sind das Ergebnis dieses Zusammenspiels und stärken den Wirtschaftsstandort Steiermark langfristig“, so Geschäftsführerin Christa Zengerer. Als Pionierzentrum steht das Wood Vision Lab für weit mehr als nur innovative Holztechnologien. Es befördert die zukunftsfitte Entwicklung des Multitalents Wald, ermöglicht die kaskadische Nutzung eines wertvollen, regionalen Rohstoffs und setzt wichtige Schritte in Richtung einer wirksamen Bioökonomie. Die Fertigstellung des Gebäudes als physische Drehscheibe des neuen Hubs ist bis Herbst 2027 geplant – Interessierte können sich jedoch ab sofort beim Team des Wood Vision Lab melden.

© Simon Blackley | © Wolf Fotografie
THE PLACE TO BE
• Fünf Stockwerke mit über 2.000 m2 vereinen Akzelerator- Büros, Technikum und Multimediaräume
• Modernste Infrastruktur und Ausstattung
• Nachhaltig aus heimischem Holz gebaut
• Grünraum-Campus für alle Mitarbeiter:innen
• Mitten im Herzen der Stadt Weiz
• Anbindung an öffentliche Verkehrsinfrastruktur
• Einbettung in einem dynamischen Wirtschafts- und Innovationsumfeld
• Regionaler Themen- und Kompetenz-Hub mit internationaler Ausrichtung
• Neue Netzwerke – gemeinsame Kooperationen