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Gesundheit
19.09.2025

Zahngesund­heit als gemein­­samer Auftrag

Das neue Programm der Kärntner Zahn­gesund­heits­förderung setzt auf Präven­tion in Kinder­gärten und Volks­schulen.

Im Vorfeld des „Tages der Zahngesundheit“ am 25. September präsentierte Gesundheitslandesrätin Beate Prettner gemeinsam mit PROGES-Geschäftsführerin Doris Polzer das neue Programm zur Kärntner Zahngesundheitsförderung. Kärnten misst der Zahn- und Mundgesundheit von Kindern seit vielen Jahren große Bedeutung bei. „Denn wer Zähne bis ins hohe Alter gesund erhalten will, muss schon in jungen Jahren ansetzen. Seit über 20 Jahren investieren wir konsequent in die Zahngesundheit von Kindern – und wir sehen deutliche Erfolge. Prävention wirkt und jahrelange Gesundheitsbildung zahlt sich aus,“ so Prettner bei der Pressekonferenz in der Volksschule Annabichl.

Frühe Vorsorge mit nach­haltigem Erfolg

Bereits 2004 startete die Unterabteilung Gesundheitsförderung gemeinsam mit der damaligen Kärntner Gebietskrankenkasse, heute ÖGK, das Zahnkariesprophylaxe-Programm, das seither von PROGES in Kindergärten umgesetzt wird. 2007 folgte die Ausweitung auf die Volksschulen, operativ umgesetzt durch Expert:innen des bfi-Kärnten. So wurden alleine im Jahr 2024 rund 14.200 Kindergarten- und etwa 20.600 Volksschulkinder erreicht. „Im Auftrag der altersgerechten Wissensvermittlung über Zahn- und Mundgesundheit und Ernährung sowie der Motivation und positiven Einstellung zum Zähneputzen und zur Zahngesundheitsvorsorge haben unsere Zahngesundheitsexpert:innen in den vergangenen zwei Jahrzehnten hochgerechnet rund 400.000 Minuten richtiges Zähneputzen geübt. Zusätzlich zu den über 40.500 Unterrichtseinheiten in den Kindergärten war uns immer auch die Einbindung von Erziehungsberechtigten sowie Pädagog:innen ein großes Anliegen,“ resümiert Polzer.

Konsequenter Einsatz zeigt Wirkung

Das langjährige, kontinuierliche Engagement zahlt sich aus, wie Prettner bestätigt: „Die aktuelle Österreichische Zahnstatuserhebung 2023/24 bestätigt eine Verbesserung der Mundgesundheit von sechs- bis siebenjährigen Kindern in Kärnten. Kärnten zählt zu den Bundesländern mit den besten Ergebnissen.“ Im Vergleich zur letzten Erhebung 2016 ging der Anteil der Kinder mit Karies in Kärnten von 52 auf 41 Prozent zurück, dementsprechend stieg der Anteil von kariesfreien Kindern von 48 auf 59 Prozent. Der Behandlungsbedarf hat sich von 41 auf 24 Prozent fast halbiert.

„Seit über 20 Jahren investieren wir konsequent in die Zahngesundheit von Kindern – und wir sehen deutliche Erfolge. Prävention wirkt und jahrelange Gesundheitsbildung zahlt sich aus.“

Beate Prettner, Gesundheitslandesrätin

Neues Programm mit breiter Ziel­gruppe

Anfang 2025 startete das Programm in eine neue Phase: Künftig führt es der Kärntner Gesundheitsfonds (KGF) als Gesundheitsförderungsmaßnahme weiter. „Die Finanzierung ist gesichert und umfasst jährlich 904.000 Euro, finanziert vom KGF und damit ohne Belastung des Landesbudgets“, erklärt Prettner. Sarah Pucker, Leiterin der Unterabteilung Gesundheitsförderung im Land Kärnten, unterstreicht: „Es ist erfreulich, dass im Zuge der Verhandlungen um den Finanzausgleich zusätzliche Mittel für die Gesundheitsförderung zugesprochen wurden. In Kärnten setzen wir diese Gelder im Rahmen von KGF-Projekten sinnvoll ein.“

Seit der Neuausschreibung liegt die Umsetzung des neuen Programms zur Gänze bei PROGES. Damit werden nun alle Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren in Kärntner Bildungs- und Betreuungseinrichtungen erreicht. Neben Workshops in den Kindergärten und Volksschulen umfasst das neue Programm spezielle Intensivangebote für vulnerable Zielgruppen, Erwachsenenbildung für Eltern, Pädagog:innen und Fachkräfte aus Gesundheitsberufen sowie Maßnahmen für Schüler:innen der Sekundarstufe (10 bis 14 Jahre) im Rahmen von Gesundheitsstraßen.

„Wir wollen nicht nur Zahnerkrankungen vorbeugen, sondern echte Gesundheitskompetenz vermitteln – vom richtigen Zähneputzen bis zum Wissen über (zahn-)gesunde Ernährung.“

Doris Polzer, Geschäftsführerin PROGES

Prävention mit Praxis­bezug

„Wir wollen nicht nur Zahnerkrankungen vorbeugen, sondern echte Gesundheitskompetenz vermitteln – vom richtigen Zähneputzen bis zum Wissen über (zahn-)gesunde Ernährung. Dieses Wissen wirkt, bleibt ein Leben lang und fördert Gesundheit allgemein“, betont Polzer. „Unser Konzept wurde mit Pädagog:innen sowie Zahnärzt:innen erarbeitet, die Workshops sind altersgerecht aufgebaut und beinhalten einen Methodenmix aus Spiel, Bewegung und Musik mit anschaulichem Lernen.“ In Zukunft betreuen die PROGES-Expert:innen rund 34.000 Kinder jährlich in ganz Kärnten. Weil das neue Programm erstmals auch Workshops für Fachkräfte, Pädagog:innen sowie Eltern umfasst, kann die Prävention noch früher ansetzen. Im Jahr 2025 konnten im Bereich der Erwachsenenbildung bereits 375 Personen erreicht werden.

Parallel zur der Pressekonferenz fanden in der Volksschule Annabichl auch zwei Workshops für die 2. und 4. Klasse statt. „Die Workshops sind für unsere Kinder ein echtes Erlebnis: spielerisch, anschaulich und praxisnah. Wir merken, dass die Inhalte im Alltag hängenbleiben“, bestätigt auch Schulleiterin Simone Barrazutti.

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