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Wirtschaft
23.10.2025

Zukunfts­achse Koralm­bahn lässt AREA SÜD zusammen­wachsen

Das zweite AREA SÜD Wirtschaftsforum Unterkärnten in St. Paul bot Anlass für Vernetzung, Austausch und gemeinsame Zukunftsideen.

Ein historisches Ambiente bildete im Oktober den Rahmen für ein intensives, gemeinsames Nachdenken über die Zukunft, als in St. Paul das zweite AREA SÜD Wirtschaftsforum Unterkärnten über die Bühne ging. Unternehmer:innen, aber auch Entscheidungsträger:innen und Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik versammelten sich im Konvikt des Stiftsgymnasiums, um den zahlreichen anregenden Redebeiträgen des Abends zu folgen. Die Veranstalter des Abends, die Wirtschaftskammer Bezirksstelle Wolfsberg in Kooperation mit Raiffeisen Kärnten und der Kleinen Zeitung, sorgten für ein abwechslungsreiches Programm – neben inspirierenden Keynotes aus dem Mobilitätsbereich konnten die Gäste drei spannende Diskussionsrunden mit verschiedenen Schwerpunkten rund um die Koralmbahn verfolgen.

Region im Aufbruch

Anlass für das Event war jenes infrastrukturelle Großereignis, das die Wirtschaft im Süden Österreichs seit Monaten zu Vernetzung, Austausch und Innovation anspornt: Nur knapp zwei Monate vor Eröffnung der Koralmbahn bot das AREA SÜD Wirtschaftsforum Unterkärnten die Gelegenheit für letzte inhaltliche Weichenstellungen, Austausch und Vernetzung. Die Bedeutung der Koralmbahn für die Region Unterkärnten ist kaum zu überschätzen – rückt sie die frühere Randregion doch mitten ins Zentrum eines neuen, lebendigen und vielseitigen Wirtschaftsraums. Schon jetzt sind Wolfsberg und Völkermarkt dynamische Bezirke mit zahlreichen erfolgreichen Unternehmen. Die Bahnhöfe St. Paul und Kühnsdorf/Klopeiner See bilden nun jedoch zwei wichtige Ankerpunkte, die Unterkärnten zu einer hochattraktiven Lebens- und Wirtschaftsregion machen.

„Die Koralmbahn verändert nicht nur Verkehrswege, sondern ganze Lebensräume.“

Gerhard Oswald, WK-Bezirksobmann Wolfsberg

„Die Koralmbahn verändert nicht nur Verkehrswege, sondern ganze Lebensräume. Sie verbindet, was lange getrennt war, und macht Unterkärnten zu einem echten Zukunftsraum. Für unsere Betriebe bedeutet das kürzere Wege, schnellere Anbindungen und bessere Chancen, Fachkräfte zu halten und neue anzuziehen“, erklärte Gerhard Oswald, WK-Bezirksobmann Wolfsberg in seiner Eröffnungsrede. Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten und Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der WK Kärnten, schloss sich an: „Die Koralmbahn verändert nicht nur Wege – sie verändert wirtschaftliche Perspektiven. Unterkärnten hat das Potenzial, Knotenpunkt einer neuen wirtschaftlichen Achse im Süden Österreichs zu werden. Raiffeisen begleitet diese Dynamik aktiv – mit Investitionen in Infrastruktur, Finanzierungslösungen für Unternehmer:innen und einem starken Netzwerk – mit dem klaren Ziel wirtschaftliche Chancen in echten Fortschritt zu verwandeln.“

„Unterkärnten hat das Potenzial, Knotenpunkt einer neuen wirtschaftlichen Achse im Süden Österreichs zu werden.“

Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten und Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der WKK

Schwerpunkt Mobilität

Kern dieser regionalen Entwicklung ist das Thema Mobilität. Entsprechend wurden die Keynotes am AREA SÜD Wirtschaftsforum Unterkärnten von zwei ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet gehalten: Christian Holzer, Leiter im Asset-Management der ÖBB-Infrastruktur AG, gab in einem pointierten und aufschlussreichen Vortrag Einblicke in Daten und Erfahrungswerte bisheriger ÖBB-Projekte. Christoph Knauder, Geschäftsführer der Alp Lab GmbH, nahm die Zuhörer:innen mit auf einen Ausflug in die Welt der selbstfahrenden Fahrzeuge – und demonstrierte, wie diese technologischen Innovationen schon bald den Pendler:innenalltag im Lavanttal bereichern werden. So sollen bereits 2027/28 selbstfahrende Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr zwischen St. Paul und St. Andrä integriert werden und dabei helfen, die vielzitierte „letzte Meile“ zur Koralmbahn zu überbrücken.

„Damit diese Chance bei den Menschen und Betrieben ankommt, braucht es Mobilität bis in jede Gemeinde.“

Manfred Kainz, WK-Regionalstellenobmann Deutschlandsberg

Manfred Kainz, WK-Regionalstellenobmann Deutschlandsberg, zeigte sich zutiefst überzeugt von der zukunftsweisenden Technologie: „Mit der Koralmbahn wachsen Kärnten und die Steiermark zu einem starken Wirtschaftsraum zusammen. Damit diese Chance bei den Menschen und Betrieben ankommt, braucht es Mobilität bis in jede Gemeinde. Genau hier setzt das Projekt zum autonomen Fahren an – als wichtiger Schritt hin zu einem zukunftsfähigen, nachhaltigen Verkehrssystem, das Fachkräfte mobil macht und Innovationen in die Region bringt. Deshalb unterstützen die Wirtschaftskammern Steiermark und Kärnten dieses Projekt entschlossen.“

Gemeinsame Zukunftsregion

St. Paul wird im Zuge der Koralmbahn-Eröffnung nicht nur als Tor zur Steiermark, sondern auch als Technologiestandort stark an Bedeutung gewinnen. Im ersten Expert:innentalk berichteten Markus Hornböck, Geschäftsführer der BABEG, und Stefan Salzmann, Bürgermeister von St. Paul, von den innovativen Impulsen, die vom zukünftigen Technologiepark St. Paul in die Region hineinwirken werden. Im zweiten Themenblock erläuterten Klaus Ehrenbrandtner, Geschäftsführer der Kärnten Werbung, und Josef Petritsch, Aktivhotel Marko und WK-Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft, wie der Tourismus von der Koralmbahn profitieren kann – und wie der Klopeiner See seinen alten Ruf als „steirische Adria“ wiedererlangen könnte. Im letzten Themenblock sprachen Lisa-Marie Müller, Geschäftsführerin der Himmelberger Zeughammerwerk Leonhard Müller & Söhne GmbH, und WK-Bezirksobmann Völkermarkt Rudolf Bredschneider als Vertreter:innen der Wirtschaft über Standortqualität, Fachkräfteverfügbarkeit und die Wichtigkeit regionaler Vernetzung.

In allen Gesprächen wurde deutlich, dass die Weiterentwicklung und Vernetzung der AREA SÜD ein klares Ziel aller regionalen Stakeholder bildet – und dass Kooperation, nicht Konkurrenz, das Mittel zum gemeinsamen und langfristigen Erfolg sein muss. „Unterkärnten hat das Potenzial, Motor für ganz Südösterreich zu werden. Die Koralmbahn ist der Zündfunke – entscheidend ist jetzt, dass Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam Fahrt aufnehmen“, so Gerhard Oswald abschließend.

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