Iris Strasser, Uta Kogler-Maier, Astrid Körner, Katharina Leitsberger, Katrin Preßlauer (Damen v.l.n.r.) und die Herren: Walter Gigacher, Nico Steinhauser, Martin Strasser, Timo Springer, Mario Liegl © Verantwortung zeigen!
Wirtschaft
01.10.2026

Zwischen Anspruch und Wandel: VZ denkt Leistung neu

Bei den Generationen­dialogen des Netzwerks Verantwortung zeigen! in Kärnten und der Steiermark disku­tierten Führungs­kräfte und junge Talente darüber, was Leistung heute braucht.

Was verstehen wir heute unter Leistung – und was braucht es, damit Menschen auch künftig gerne viel leisten? Diese Fragen standen kürzlich beim 7. Generationendialog von Verantwortung zeigen! in Klagenfurt im Mittelpunkt. Gastgeber der Veranstaltung war die Industriellenvereinigung Kärnten. Im offenen Austausch diskutierten erfahrene Führungskräfte und die jungen Talente der future minds^ über Leistungsbereitschaft, Arbeitszeit, Verantwortung, Feedback, Bezahlung und die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz.

Leistung ist mehr als Arbeitszeit

In der Runde der etablierten Führungskräfte diskutierten Timo Springer (IV Kärnten/Springer Maschinenfabrik), Uta Kogler-Maier (Raiffeisen Landesbank Kärnten), Astrid Körner (Diakonie de La Tour) und Walter Gigacher (Microporous). Die Perspektive der nächsten Generation brachten Katharina Leitsberger (KWF), Mario Liegl (Treibacher Industrie AG), Katrin Preßlauer (Sto) und Nico Steinhauser (Infineon Technologies Austria) ein.

Was im Gespräch schnell deutlich wurde: Leistung wird heute zunehmend differenzierter betrachtet. Ergebnis und Qualität, Eigenverantwortung, Selbstwirksamkeit und der Beitrag zum Team gewinnen gegenüber reiner Anwesenheit und Arbeitszeit an Bedeutung. Wie die future minds^ einbrachten, wollen junge, leistungsorientierte Menschen Verantwortung übernehmen und sich weiterentwickeln – erwarten im Gegenzug aber auch Vertrauen, zeitnahes Feedback und entsprechende Anerkennung.

Etablierte Führungskräfte im Dialog mit future minds^ © Verantwortung zeigen!

KI im Fokus

Intensiv diskutiert wurde auch das Verhältnis von Zeit und Ergebnis: Wie wird Leistung bewertet, wenn neue Technologien und KI es ermöglichen, dieselben Aufgaben deutlich schneller zu erledigen? Damit verbunden war die Frage, wem die daraus entstehenden Produktivitätsgewinne zugutekommen – und wie junge Menschen künftig Berufserfahrung sammeln, wenn KI zunehmend klassische Einstiegsaufgaben übernimmt. Als wichtig erwies sich zudem regelmäßiges und konkretes Feedback, das über das klassische jährliche Mitarbeitergespräch hinausgeht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass leistungsfähige Unternehmen nicht nur von High Performern leben: Erst unterschiedliche Stärken und Beiträge machen ein Team erfolgreich. Oder wie es am Ende hieß: „Das Team macht uns stark und Arbeit darf auch Spaß machen.“

© Verantwortung zeigen!

Gemeinsames Verständnis, neue Erwartungen

Der Austausch in Klagenfurt zeigte vor allem eines: Die Generationen liegen beim Thema Leistung näher beieinander als oft angenommen. Unterschiede gibt es vor allem bei der Frage, wie Leistung ermöglicht, gemessen und honoriert werden soll. Statt „Wollen Junge noch leisten?“ rückte damit eine andere Frage in den Fokus: Wie müssen Führung und Arbeitswelt gestaltet sein, damit Menschen unterschiedlicher Generationen leistungsbereit bleiben?

Moderiert wurde der 7. Generationendialog von Iris Straßer, Geschäftsführerin von VZ, und Martin Straßer, Leiter der future minds^. Das Format brachte zunächst die Perspektiven beider Generationen und anschließend alle Beteiligten samt Publikum zur gemeinsamen Diskussion zusammen.

Beim 6. Generationendialog des Netzwerks Verantwortung zeigen! öffnete KNAPP in Hart bei Graz die Türen für den Austausch zwischen den Generationen.
Bild 1: Martin Strasser, Theresa Knapp, Christian Grabner, Iris Strasser. Bild 3: future minds^ © Verantwortung zeigen

Neue Perspektiven auch in Graz

Bereits eine Woche zuvor stand das Thema Leistung beim 6. Generationendialog von Verantwortung zeigen! bei KNAPP in Hart bei Graz auf der Agenda. Iris Straßer und Martin Straßer eröffneten den Dialog und führten in die zentralen Spannungsfelder der Leistungskultur ein. In der ersten Runde diskutierten die Führungskräfte Christian Grabner (KNAPP), Peter Gschiel (Billa Steiermark/Südburgenland), Katrin Hohensinner-Häupl (Frutura), Christian Lagger (Die Elisabethinen), Sigmund Loibner (Steiermärkische Sparkasse) und Gudrun Posch-Frisee (Energie Steiermark). Im Fokus standen die Erwartungen junger Mitarbeitender sowie die Frage, wie besonders leistungsfähige Menschen gefördert werden können, ohne die gesamte Belegschaft aus dem Blick zu verlieren. Intensiv diskutiert wurde auch über Flexibilität, Vertrauen und Fairness.

Etablierte Führungskräfte im Dialog mit future minds^ beim 6. Generationendialog © Verantwortung zeigen!

Vertrauen und Klartext

In der zweiten Runde brachten die future minds^ Cornelius Benekam (FH CAMPUS 02), Theresa Knapp (KNAPP), Sabrina Mascher (BKS Bank), Mato Petrovic (Steiermärkische Sparkasse) und Teresa-Marie Wolf (Energie Steiermark) ihre Perspektive ein. Sinnvolle Aufgaben, Gestaltungsspielraum, Vertrauen und ehrliche Entwicklungsperspektiven motivieren die junge Generation, die Extrameile zu gehen. Mato Petrovic forderte mehr Klartext und Mut zu Veränderungen. Diskutiert wurde zudem über Regeneration und die Frage, ob Leistung angesichts steigender Produktivität durch KI weiterhin an Arbeitsstunden gemessen werden sollte.

In der gemeinsamen dritten Runde beteiligte sich auch das Publikum aktiv an der Diskussion – darunter Julia Praschl, HR-Business-Partnerin bei Billa. Im Fokus standen der Umgang mit Minderleistung, eine konstruktive Fehlerkultur und die Anerkennung sozialer Leistungen. Christian Lagger betonte die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, Katrin Hohensinner-Häupl verwies dabei stellvertretend für mehrere etablierte Führungskräfte auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten.

© Verantwortung zeigen!

Ähnliche Anliegen

Zum Abschluss zeigte sich, wie ähnlich die Anliegen beider Generationen sind: Erfahrung und der Mut, Bestehendes zu hinterfragen, können einander gut ergänzen. Martin Straßer sprach von „konstruktiver Naivität“. Gudrun Posch-Frisee nahm den Impuls mit, junge Menschen stärker in Management-Boards einzubinden, Christian Lagger bot an, den Austausch bei den Elisabethinen fortzusetzen. Die beiden Generationendialoge zeigten einmal mehr, wie Verantwortung zeigen! die Perspektiven heutiger und künftiger Entscheidungsträger zusammenführt und damit Impulse für eine zukunftsfähige Unternehmens- und Führungskultur setzt.

Schlagwörter