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Leben
21.01.2026

Zwischen Vorsorge und Altersarmut

Die Vorsorgestudie 2026 zeigt: Sechs von zehn Befragten gehen davon aus, im Alter weiterarbeiten zu müssen. 44 Prozent schätzen ihr Risiko für Altersarmut als hoch ein. Die erwartete Pension liegt bei Männern und Frauen weit auseinander.

„Zwischen Wunsch und Realität: Die Zukunft der Altersvorsorge in Kärnten“: Die Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und der Wiener Städtische zeigt, dass immer mehr Menschen in Kärnten an einer ausreichenden staatlichen Pension zweifeln. Der Zuspruch für private finanzielle Vorsorge steigt. Zentrale Themen, für die privat finanziell vorgesorgt wird, sind für 69 Prozent der Befragten die Gesundheit. 66 Prozent bilden Rücklagen für Krisenfälle, während 58 Prozent regelmäßig in eine private Altersvorsorge investieren. Das ergibt ein Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2025. Kurz darauf folgen Wohnen, mit 53 Prozent und für jede:n Zweite:n kurzfristige finanzielle Reserven und Familie.

„Angesichts dieses Umfelds ist es wenig überraschend, dass die private finanzielle Vorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für 86 Prozent der Befragten in Kärnten hat diese einen sehr hohen bzw. hohen Stellenwert.“

erläutert Kevin Müller, Bereichsleiter Privatkunden in der Kärntner Sparkasse

Altersarmut

Die Ergebnisse zeigen, dass die Sorge vor Altersarmut in Kärnten stark ausgeprägt ist. 44 Prozent der Befragten schätzen das Risiko, im Alter selbst betroffen zu sein, als hoch ein. Deshalb sehen 89 Prozent eine frühzeitige private finanzielle Vorsorge und eine stärkere staatliche Förderung privater Vorsorge (87 Prozent) als wirkungsvollste Maßnahmen. Mehr als drei Viertel der Befragten sehen eine durchgängige Vollzeitbeschäftigung als Weg zu einer höheren Pension. Nur jeder Zweite ist mit dem aktuellen staatlichen Pensionssystem zufrieden, 45 Prozent sind unzufrieden. „Angesichts dieses Umfelds ist es wenig überraschend, dass die private finanzielle Vorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für 86 Prozent der Befragten in Kärnten hat diese einen sehr hohen bzw. hohen Stellenwert“, erläutert Kevin Müller, Bereichsleiter Privatkunden in der Kärntner Sparkasse. Seit 20 Jahren gibt es für alle nach dem 1.1.1955 geborenen Österreicher.innen das Pensionskonto. Laut Umfrageergebnis weiß erst gut die Hälfte der befragten Kärntner:innen darüber Bescheid. 43 Prozent jener, die ihr Guthaben kennen, sind damit zufrieden. Umgekehrt ist jeder Zweite damit unzufrieden. Auf die Frage, wie hoch die eigene Bruttopension später ausfallen wird, nennen die Befragten einen durchschnittlichen Betrag von 2.023 Euro. Männer rechnen dabei mit 2.254 Euro, Frauen mit 1.748 Euro.

Bevölkerung sorgt vor

Bereits genutzte Vorsorgeinstrumente sind das Sparkonto mit 52 Prozent, Bausparen (29 Prozent) und die Lebensversicherung mit 27 Prozent. Auf die Klassiker folgen Wertpapiere und Fondssparpläne mit (20 bzw. 19 Prozent), Immobilien (16 Prozent) und Gold mit 11 Prozent. Erstmals ist das Sparkonto weniger gefragt, Lebensversicherungen und Bausparverträge konnten ihr Niveau halten. „Erfreulich ist auch die Höhe des Betrages, den die Menschen in Österreich im Schnitt pro Monat bereit sind, für ihre persönliche Pensionsvorsorge zu investieren. Trotz der wirtschaftlichen Anspannungen bewegt sich dieser mit 225 Euro auf einem hohen Niveau,“, so Michael Koren, Vorstandsdirektor der Kärntner Sparkasse zum Vorsorge-Status quo. „Männer investieren dabei mit 265 Euro pro Monat im Schnitt immer noch deutlich mehr als Frauen mit 179 Euro.“

Vertrauen nimmt ab.

Die Hauptgründe vorzusorgen sind für mehr als die Hälfte der Befragten, dass sie den Staat nicht mehr als verlässlichen Partner bei Pensionen sieht. Jeder Zweite nennt eventuelle Schicksalsschläge als Vorsorgegrund und 47 Prozent hoffen, dadurch ihren gewohnten Lebensstandard im Alter halten zu können oder möchten ihr persönliches finanzielles Risiko verringern. „Hier zeigen die zuletzt stärker werdenden Diskussionen über die Finanzierbarkeit des staatlichen Pensionssystems Wirkung. Mit 72 Prozent zweifeln knapp drei Viertel der Kärntner:innen daran, einmal eine ausreichend hohe Pension vom Staat zu erhalten. Dass bereits heute jeder vierte Steuereuro in die Stützung der öffentlichen Pensionen fließt, verunsichert mittlerweile acht von zehn Befragten“, erläutert Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen die aktuelle Situation. Jede:r sechste Befragte geht davon aus, in der Pension weiterarbeiten zu müssen, um im Alter gut über die Runden zu kommen.

Zur Studie

Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit einer Online-Befragung rund um das Thema der privaten Altersvorsorge. Ende 2025 beantworteten 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen rund um ihre Vorsorgestrategien in turbulenten Zeiten, ihr konkretes Spar- und Vorsorgeverhalten, die Einschätzung ihrer finanziellen Situation im Alter sowie ihren Erwartungen für die Zukunft. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung im Alter von 16 bis 65 Jahren. Ziel dieser empirischen Untersuchung war es, das Bewusstsein der Österreicher:innen im Hinblick auf das Vorsorgeverhalten demoskopisch zu erheben. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf das Pensionssystem, die Vorsorge für das Alter sowie auf das Risiko von Altersarmut gelegt.

WISSENSWERT

Sieben von zehn Kärntner:innen glauben nicht an eine ausreichend hohe staatliche Pension:

- 86 Prozent empfinden finanzielle Vorsorge als wichtig
- 44 Prozent schätzen ihr Risiko für Altersarmut als hoch ein
- 225 Euro im Monat für private Vorsorge – Männer 265 Euro, Frauen 179 Euro
- sechs von zehn Befragten gehen davon aus, im Alter weiterarbeiten zu müssen
- Von Befragten geschätzte Bruttopension: Männer 2.254 Euro, Frauen 1.748

IMAS-Studienautor: Paul Eiselsberg

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