Wirtschaft

Außenwirtschaft geht mit Schwung ins neue Jahr

Trotz pandemiebedingter Ausfälle schloss die Kärntner Wirtschaft im ersten Halbjahr 2020 mit einem Handelsbilanz-Überschuss ab. 2021 möchte der Außenhandel mit neuer Kraft und neuen Maßnahmen durchstarten. (Anzeige)

Die rund 2.500 Kärntner exportierenden Betriebe mussten aufgrund der weltweiten Lockdowns im ersten Halbjahr 2020 einen ­Rückgang um 12,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 hinnehmen. Auch bei den Importen gab es ein Minus um 12 Prozent. Insgesamt schloss das erste Halbjahr 2020 mit einem Außenhandels­bilanz-Überschuss von 288 Mio. Euro ab.

Nun geht die Kärntner Wirtschaft optimistisch in das neue Jahr. „Wir möchten die Exportwirtschaft wieder auf die Überholspur bringen“, sagt Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl. Im Zentrum der Bemühungen sollen die europäischen Partner, in erster Linie der Alpen-Adria-Raum, stehen. „Auch vom jüngst abgeschlossenen Abkommen mit China erwarten wir uns positive Aus­wir­kungen“, ergänzt Wirtschafts-Landesrat Sebas­tian Schuschnig.

Mandl sieht die Kärntner Wirtschaft auf einem guten Weg. „Industrie und produzierendes Gewerbe sind relativ gut durchs Krisenjahr gekommen“, erklärt er. „Auch Konjunkturindikatoren wie Frachtraten zeigen steil hinauf“, ergänzt MMag. Dr. Meinrad Höfferer, Direktor-Stellvertreter und Leiter der Abteilung Außenwirtschaft und EU. Das Interesse an Messen steige ebenfalls.

Incoming Missions sollen die Unter­nehmen als „COVID-Recovery-Maßnahme“ branchenbezogen unterstützen. Damit werden Entscheidungsträger wie beispielsweise Einkäufer nach Kärnten eingeladen, um ihnen hier Anlagen, Produktionsprozesse oder Produkte zu präsentieren. „Mit dieser Exportoffensive sichern wir aufgrund der Konzentration auf die jeweilige Branche die Treffgenauigkeit, und es können immer mehrere Unternehmer davon profitieren“, erklärt Dr. Höfferer.

Weiters sollen neue Formen der grenz­überschreitenden Zusammenarbeit den Unternehmern ermöglichen, das interna­tionales Netzwerk zu erweitern und strategische Partnerschaften einzugehen. Diese ­sollen in erster Linie physisch, aktuell aber auch in digitaler Form stattfinden. Ein Beispiel dafür ist die B2B-Kooperationsbörse während der Internationalen Holzmesse. Die Messe selbst wurde zwar abgesagt, doch durch die Kooperationsbörse vernetzten sich Teilnehmer aus 13 Ländern mit Kärntner Unternehmen.

„Wir werden auch das solide Fundament der Außenwirtschaftsstrategie durch zusätzliche Ressourcen weiter ausbauen, um die Exportwirtschaft nachhaltig zu stärken“, kündigt Wirtschaftslandesrat Schuschnig an. Das soll durch folgende Maßnahmen geschehen:

  • Einbindung und Kreation neuer Formate
  • Maßgeschneiderte Marktbearbeitung (differenziert & branchenbezogen)
  • Nutzen des Potentials vor der Haustüre (bzw. in Europa)
  • Flexible und zeitnahe Reaktion auf neue Marktentwicklungen
  • Überseemärkte: Erschließung hinsichtlich des Potentials für Kärntner Exporteure
LR Schuschnig, WK-Präsident Mandl und Direktor-Stellvertreter Höfferer blicken optimistisch in die Zukunft (von links). / © fritzpress
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