Bildung

Befragung: So gingen Schulleiter bisher mit der besonderen Situation um

In Österreich, Deutschland und der Schweiz wurden im Herbst 2020 Schulleiter gefragt, wie sie mit den Schulschließungen und der Corona-Situation umgegangen sind. Heraus kam ein positiver Blick auf die außergewöhnliche Situation.

1.188 Schulen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz haben sich im Herbst 2020 an einer Umfrage beteiligt. Im Zentrum standen folgende Fragen: Welchen Herausforderungen mussten sich die Schulen bisher in der Corona-Krise stellen? Welche Strategien haben sie verfolgt? Mit welchen langfristigen und nachhaltigen Effekten ist zu rechnen? In Österreich haben sich 301 Schulleiter an der Online-Umfrage beteiligt.

Ausbreitung von Innovationen

Für die Erhebung in Österreich ist Stefan Brauckmann-Sajkiewicz zuständig. Er ist Professor am Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung an der Universität Klagenfurt. Er bestätigt: Im Bereich Digitalisierung haben in allen Bereichen Innovationen Einzug gehalten. 42 Prozent der Schulleiter gaben an, dass Lehrpersonen an den Schulen schon vor der Pandemie fit bei digitalem Lernen gewesen wären. Vor der Pandemie kamen Online-Plattformen (z. B. für Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Eltern) an etwa jeder vierten Schule zum Einsatz. Mit Beginn der Pandemie stieg dies auf etwa die Hälfte der Schulen. Solche Online-Plattformen nutzen die Schulen nun speziell auch für den Austausch von Lernmaterialien (55 Prozent) oder als virtuelle, interaktive Lehr-Lernumgebung (45 Prozent).

Augenmerk auf Schüler mit wenig Unterstützung daheim

Eine große Herausforderung war für die Schulleiter vor allem die Unterstützung jener Schüler, die durch die soziale Situation in ihrem Elternhaus Probleme haben. Brauckmann-Sajkiewicz: "Fast alle Schulleiter, nämlich 99 Prozent, haben gemäß ihren Aussagen dafür Sorge getragen, dass die Lehrpersonen ein besonderes Augenmerk auf jene Schüler richten, die zu Hause kaum Unterstützung für das Lernen erhalten."

Flexible Schulen

Für Lehrpersonal sei die Umstellung auf die digitale Lehre von einer "hohen Arbeitsbelastung" begleitet gewesen (90 Prozent sahen dies als herausfordernd an). 88 Prozent der Schulleiter hätten deshalb die Teamstrukturen angepasst. Dies spreche für eine hohe Flexibilität der Schulen.

Positives Herbst-Fazit

Das Gesamt-Fazit der Schulleiter für den Herbst 2020 ist positiv. "Praktisch alle Schulleiter gaben an, dass sie auch mit dieser außergewöhnlichen Situation gut oder eher gut zurechtkommen (98 Prozent), dass sie Fortschritte erzielen (91 Prozent) und die pädagogische Qualität aufrechterhalten können (91 Prozent). Drei Viertel der Schulleiter sind zudem zumindest teilweise überzeugt, dass sie gerade im Zusammenhang mit der aktuellen Situation auch pädagogische Neuerungen in die Tat umsetzen können", so Brauckmann-Sajkiewicz.

Für die Zukunft haben sich beinahe alle Schulen vorgenommen, Schüler zu mehr Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu befähigen, digitales Lernen häufiger als bisher zu nutzen und den Austausch zwischen den Lehrpersonen enger zu gestalten.

Ab Februar und März 2021 klopft man in Regionalworkshops mit den Schulleitern einige Aspekte detaillierter ab. In diesen Zeitraum fällt auch die zweite Erhebung, im Sommer 2021 die dritte.

Bildungsforscher befragten Schulleiter in drei Ländern, wie sie mit der Corona-Situation bisher umgegangen sind. – Foto: Pixabay/zapCulture
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