Leben

Claudia Strobl: Jede Herausforderung birgt eine Botschaft

Privater und beruflicher Erfolg basiert auf drei Säulen: mentale Stärke, körperliche Fitness und emotionale Balance. Die ehemalige Leistungssportlerin und heutige Erfolgstrainerin Claudia Strobl über die Bedeutung von Sport fürs Leben und Tricks für ein positives Denken.

advantage: Als ehemalige Spitzensportlerin: Wie würden Sie einen unsportlichen Menschen überzeugen, Sport in seinen Alltag einzubauen. Mit welchen Argumenten?

Claudia Strobl: Mit Argumenten kommt man meist nicht weit. Ich würde die richtigen Fragen stellen, das praktiziere ich so in meinen Coachings. Es muss nämlich nicht immer Sport sein, sondern das, was das Herz zum Lachen bringt. Das Leben ist da, um es zu genießen. Wir müssen den Fokus also auf das Wertvolle legen.

Nicht nur wegen der Corona-Krise verbringen Kinder und Jugendliche heutzutage immer weniger Zeit mit Sport bzw. Bewegung. Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach gerade Sport im jugendlichen Alter (bzw. Kindesalter) und warum?

Für die Jugend bedeutet Sport Persönlichkeitsentwicklung und er ist die Basis für ein freudvolles, erfolgreiches und erfülltes Leben. Bewegung fördert die Kreativität, das Miteinander, die Kommunikation, das Soziale, die Freude. Und Sport ist eine der tragenden Säulen unserer Gesellschaft. Jetzt merken wir, wie sehr uns das Soziale und das Zusammenkommen abgehen. Denn wir sind Herdentiere. Kinder, die Sport betreiben – speziell auch in Vereinen bzw. Teams –, werden sich im späteren Leben leichter tun. Denn sie lernen, das Ego hinten anzustellen, füreinander da zu sein, der Teamgeist wird gefördert – und das hilft später im Berufsleben. Wenn man Sport treibt, wirft einen nichts so schnell aus der Bahn. Man lernt, mit Herausforderungen umzugehen, sie als das anzunehmen, was sie sind: Lernerfahrungen. Misserfolg ist eine Lernerfahrung und jede macht stärker und widerstandsfähiger. Also ist Sport die beste Lebensschule.

Claudia Strobl: "Natur schafft Klarheit!" – Foto: tinefoto

Viele sprechen von „Chancen in der Krise erkennen“. Doch wie schafft man es, Chancen zu erkennen, wenn der Kopf voll ist mit Sorgen und Ängsten?

Indem wir den Kopf nicht in den Sand stecken. In einem ersten Schritt geht es um Anerkennung dessen, was Fakt ist. Und dann sollte man sich folgende Frage stellen: Wofür ist diese Situation eine Gelegenheit? Das kommt nicht von mir, sondern von Viktor Frankl. Jede Herausforderung birgt irgendeine Botschaft, auch wenn es im Moment noch schwierig ist, die Botschaft zu erkennen. Mit etwas Abstand wird es dann klarer.

Welche Herausforderung sind das, die Ihre Klienten meist beschäftigen?

Momentan geht es oft um Jobverlust oder um die Erkenntnis, dass es Zeit ist, sich oder die berufliche Situation zu verändern. Man erkennt keinen Sinn mehr darin, was man tut. Ganz oft geht es auch um Missverständnisse in der Kommunikation mit Kollegen oder auch um Mobbing. Manchmal sind es auch Versagensängste oder Erfolgsblockaden. Manche Klienten kommen einfach nicht in die Umsetzung, weil sie „gemütlich“ geworden sind. Dann geht es darum, wieder richtige Erfolgsroutinen, die auch Spaß machen, ins Leben zu integrieren.

Bei mir können sich Leute für ein kostenloses Erstgespräch melden. Oft sorgt das schon für mehr Klarheit in Bezug auf die eine oder andere Herausforderung.

Ihre 3 Säulen des Erfolges sind geistige, emotionale und körperliche Fitness. Wo sind aus Ihrer Erfahrung die häufigsten Erfolgsblockaden zu finden? Oder anders gefragt: An welcher der drei Säulen mangelt es am häufigsten?

Sie beeinflussen sich gegenseitig. Wenn du eine Säule veränderst, veränderst du die anderen beiden mit. Ein Beispiel: Ich coache derzeit eine Berliner Geschäftsfrau online, die ein persönliches Fitnesstraining mit mir wollte. Bei unserem Training geht es aber nicht nur um Sport, sondern auch um Ernährung, um Mentales… Es wird also letztendlich immer ein ganzheitliches Training. Ich mache immer „Coachings to go“, das heißt ich gehe mit meinen Klienten ins Freie, in die Natur – bei jedem Wetter. Ich habe da so einige Kraftplätze. So kommt alles in den Fluss. Selbst, wenn Klienten mit Sport nichts am Hut haben, sagen sie danach, dass sie motiviert sind, sich zumindest mehr zu bewegen. Die Natur unterstützt dabei, innere Widerstände zu lösen, sie schafft Klarheit. Nicht umsonst sagen viele, dass sie beim Joggen den Kopf frei bekommen. Man gewinnt neue Perspektiven.

"Jede Herausforderung birgt irgendeine Botschaft, auch wenn es im Moment noch schwierig ist, die Botschaft zu erkennen. Mit etwas Abstand wird es dann klarer."

Claudia Strobl

Sie helfen auch oft Geschäftsleuten, die unter großem Druck stehen. Mit welchen Schwierigkeiten wenden diese sich häufig an Sie? Hat sich hier durch Corona etwas geändert, also verursacht diese Krise eine Verschiebung der „Probleme“ hin zu einem gewissen Themengebiet?

Die finanzielle Unsicherheit spielt nun immer mehr eine Rolle – da geht es auch um Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber. Kommunikation ist ein weiteres Thema, da diese durch Corona bzw. die vermehrte Online-Kommunikation erschwert wird. Das merke ich auch persönlich: Ich sitze jetzt weniger im Auto und gewinne dadurch Zeit. Aber trotzdem geht etwas verloren. In Zukunft brauchen wir einen guten Mittelweg zwischen online und „offline“.

Es entsteht viel Druck, weil manche Abläufe noch ungewohnt sind. Und es ist auch anstrengend, den ganzen Tag über den Bildschirm mit Mitarbeitern zu kommunizieren. Denn bei Kommunikation geht es um den Austausch von Energie. Im direkten Miteinander gibt man Energie in ein Meeting hinein und bekommt was zurück. Das geht online ab.

Wenn es zu anstrengend wird, sollte man eben wieder hinaus in die Natur. Ich habe nun auch vermehrt Online-Coachings und gehe dazwischen oft kurz in den Garten. Das brauche ich!

Sie bieten auch Training für Firmen an. Was sind da ihre Schwerpunkte?

Berieselung gibt es bei mir kaum, die Trainings sind immer mit Übungen verbunden. So verankert man Gelerntes mit mehreren Sinnen. In den Trainings geht es um mehr Leistungsfähigkeit und Energie durch effektives Bewegungstraining, um mehr Selbstbewusstsein und Widerstandsfähigkeit durch wirkungsvolles Mentaltraining und um mehr Entspannung, Gelassenheit und Ausgeglichenheit durch gezielte Entspannungstechniken.

Claudia Strobl arbeitet mit Atem- und Entspannungstechniken. – Foto: tinefoto

Wie schafft man es, positiv zu denken? Gibt es da Tricks, die Sie persönlich anwenden?

Ich habe etwas von meiner Oma und meiner Mutter gelernt, das wunderbar ist: die Dankbarkeit. Immer, wenn es schwierig wird, sollte man sich fragen: Wofür bin ich zur Zeit in meinem Leben am meisten dankbar? Dann schwenkt die Stimmung. Denn es gibt immer irgendetwas, wofür man dankbar sein kann. Und sei es alleine die gute, saubere Luft, die wir noch haben. Unser Atem ist pure Lebensenergie. Daher arbeite ich in Seminaren gerne mit Atemtechniken.

Sie haben als Sportlerin selbst schon lernen müssen, mit Niederlagen umzugehen. Was würden Sie anderen in solchen Situationen zuallererst raten?

Hätte ich im Sport die Ausbildung und Reife gehabt, die ich jetzt habe, hätte ich vieles leichter überwunden. Zuallererst würde ich raten: Man darf sich ruhig einmal fallen alssen, die Wut rauslassen. Denn dieser „Mist“ ist Kompost für zukünftige schöne Erlebnisse. In meinen Coachings habe ich folgenden Deal: Wenn Leute so richtig grantig sind, dürfen sie fünf Minuten alles rauslassen, Dampf ablassen. Aber nach fünf Minuten muss es in die andere Richtung gehen. In diesem Sumpf drinnen zu bleiben, macht unglücklich. Dann muss es darum gehen: Wozu ist diese Situation eine Glegenheit? Welche Botschaft ist darin für mich versteckt? So tasten wir uns langsam voran – bis wir wieder in den Zustand der Freude kommen. Wut ist Energie und diese Energie müssen wir dann in eine andere Richtung kanalisieren.

Was bedeutet Erfolg für Sie persönlich?

Erfüllung! Wenn ich erfüllt bin mit Freude, Liebe, Dankbarkeit, Sinn. Dass ich mich rundum wohlfühle.

Zur Person

Claudia Strobl (55) war viele Jahre Profisportlerin. Die fünffache Kärntner Sportlerin des Jahres war in ihrer Spezialdisziplin Slalom von 1985 bis 1994 in den Top-Ten der Weltrangliste, 1990 gelang ihr der zweite Platz im Slalom-Gesamtweltcup. Nach ihrer sportlichen Karriere machte sie sich als Expertin für mentale, emotionale und körperliche Fitness einen Namen. Sie ist Vortragsrednerin und Unternehmensberaterin (Personalmanagement) und hat sich mit ihrem Betrieb in Villach auf Erfolgstraining spezialisiert. Strobl ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Website: claudiastrobl.com

Erfolgstrainerin Claudia Strobl findet ihren Ausgleich in der Natur. Zu ihren Kraftplätzen nimmt sie auch Klienten mit. – Foto: tinefoto
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