Leben

Der Carinthische Sommer berührt

Der Carinthische Sommer berührt mit seinen Konzerten sein Publikum, das auch in hohem Ausmaß die Vielfalt des Angebots schätzt. Das hat eine Besucherumfrage ergeben. Diese Vielfalt soll weiterhin wesentlicher Teil der Philosophie des Festivals bleiben und ausgebaut werden.

Im Jahr 2020 hat der Carinthische Sommer die Publikumszufriedenheit erhoben – einerseits mittels Newsletter, andererseits mittels Fragebögen, die bei den Konzerten verteilt wurden. 87 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Carinthische Sommer mit seinen Konzerten die Menschen berühre; 78 Prozent gaben an, dass das Festival am Puls der Zeit stehe und 76 sahen die musikalische Vielfalt als wichtige Aufgabe des Carinthischen Sommers. Drei Viertel der Befragten hatten mehr als eine Veranstaltung besucht, die Hälfte von ihnen zwischen zwei und fünf Veranstaltungen.
Das Festival verzeichnet demnach auch eine hohe Besuchertreue. 33 Prozent der Befragten besuchten den CS bereits seit 1990 und 17 Prozent von ihnen seit mindestens 20 Jahren. 2020, in der Zeit der Lockdowns, war der CS eines der wenigen Festivals, das in Kärnten Konzerte anbot. In der Saison konnte er neue BesucherInnen gewinnen. So gaben in diesem Jahr 14 Prozent der Antwortenden an, erstmals bei einem Konzert des CS gewesen zu sein.

Auch die Motive wurden erhoben. So kamen 96 Prozent wegen des Musikgenusses und 84 Prozent, um einen schönen Abend zu erleben. Für 54 Prozent war es auch ein gesellschaftliches Ereignis. 50 Prozent der Befragten hatten ein Klassik-Konzert besucht, der Rest teilte sich ziemlich gleichmäßig auf Jazz und Crossover auf.

Das wichtigste Festival

„Das Ziel ist auch in Zukunft, ein ausgewogenes Festivalprogramm aus Klassik, Jazz, Crossover, qualitativ hochwertige Konzerte mit renommierten KünstlerInnen, Rising Stars, Ensembles und Orchestern zu gestalten“, erklärt Intendant Holger Bleck. So waren einige der Höhepunkte der vergangenen Festivalsaison Rising Stars-Konzerte – Cecilia Rangwanasha, Eva Darracq-Antesberger mit kollektiv whale und das Vokalensemble Momentum Vocal Music, Wien –, renommierte SolistInnen wie Rudolf Buchbinder, das Artis-Quartett, Emmanuelle Bertrand & Pascal Amoyel oder Thomas Zehetmair, bedeutende Ensembles und Sinfonieorchester wie das Bach Consort Wien mit Rubén Dubrovsky, das Mozarteumorchester oder Orjazztra Vienna mit Christian Muthspiel. Viele Konzerte konnten und können im Radio nachgehört werden. Der ORF hat zehn Veranstaltungen für Ö1 aufgezeichnet.

„Der Carinthische Sommer ist das wichtigste Festival in Kärnten und ein guter Grund, nach Kärnten zu kommen, um hier hervorragende Konzerte zu genießen. Und den KärntnerInnen werden vor Ort erstklassige Veranstaltungen geboten“, sagt Klemens Fheodoroff, Obmann des Vereins Carinthischer Sommer. Der Arzt ist als Sohn des Gründungsmitglieds Nikolaus Fheodoroff dem Festival von Kind an eng verbunden. Er sieht die Aufgabe des Vereinsvorstandes darin, den Carinthischen Sommer bekannt zu machen und neue Mitglieder, Freunde und Förderer in den Verein zu holen. „Sie sind für uns wichtige Instanzen, an denen wir auch erkennen können, ob wir gut sind“, meint er.

Vereinsobmann Klemens Fheodoroff

„Der Carinthische Sommer ist das wichtigste Festival in Kärnten.“

Zeitgenössische Musik

Ein großes Anliegen von Intendant Bleck ist die Förderung zeitgenössischer Musik. „Ich glaube, dass es zu unseren Aufgaben zählt, die Musik unserer Zeit hörbar zu machen und damit auch die Künstlerinnen und Künstler zu fördern“, erklärt Bleck. „Es wäre ein Leichtes, ein Staraufgebot in Ossiach oder Villach zu initiieren. Ich glaube aber nicht, dass das der Sinn von Festivals ist, die auch Steuergeld erhalten.“ Zeitgenössische Musik war von Beginn an ein Element des Carinthischen Sommers. So erklangen im Rahmen des Festivals über die Jahrzehnte zahlreiche Werke zeitgenössischer Komponisten, unter anderem auch von Nikolaus Fheodoroff. In der Saison 2021 waren es sieben Uraufführungen, zwei österreichische Erstaufführungen und die szenische Aufführung der Kirchen-Filmoper Jeanne d’Arc von Johannes Kalitzke, mit denen der Carinthische Sommer am Puls der Zeit war. Unter anderem wurde mit einer Veranstaltungsreihe des 90. Geburts- und zehnten Todesjahres von Nikolaus Fheodoroff gedacht, im Rahmen derer auch die Siegerwerke des nach ihm benannten Kompositionspreises vorgestellt wurden. Der Preis wird vom Land Kärnten alle zwei Jahre vergeben. Auch im nächsten Jahr würdigt der CS einen Kärntner Meister, allerdings aus einem völlig anderen Genre. 2022 ist das zehnte Todesjahr des Architekten Günther Domenig, dessen Steinhaus am Ossiacher See seit vielen Jahren eine der Spielstätten des Carinthischen Sommers ist.

Weiterentwicklung

„Klassik und ihre großen Meister werden immer Teil des Carinthischen Sommers bleiben, aber das kann nicht alles sein, was ein Musikfestival für ein Land bieten kann und muss“, meint der Intendant. Daher soll es im Bereich der Genres Klassik, Jazz, Crossover in den nächsten Jahren eine Weiterentwicklung geben. Weiters möchte der Intendant auch künftig auf Koproduktionen setzen. Eine weitere wichtige Aufgabe seines Festivals sieht Intendant Bleck darin, möglichst viele Menschen für Musik zu interessieren und zu begeistern. Daher sind die für jeden frei zugänglichen Konzerte im öffentlichen Raum, wie CS unterwegs, wesentlicher Teil des Konzepts und werden auch in Zukunft weitergeführt.

Intendant Holger Bleck

„Es zählt zu unseren Aufgaben, die Musik unserer Zeit hörbar zu machen.“

Mit der Saison 2020 hat sich der Carinthische Sommer auch räumlich in Kärnten etabliert. Die Standorte Ossiach und Wien wurden in einem permanenten Büro in Villach zusammengefasst, das das ganze Jahr über geöffnet ist. „Das Entscheidende ist der direkte Kundenkontakt, dass die Menschen jederzeit ins Büro des Carinthischen Sommer kommen können“, sagt Vereinsobmann Fheodoroff.

Die Planungen für den nächsten Festivalsommer befinden sich in der Endphase. Der Vorverkauf für einige ausgewählte Konzerte des Carinthischen Sommers 2022 startet im Büro Villach und online bereits vor Weihnachten.

Mit dem Orjazztra Vienna und Christian ­Muthspiel wurde der Carinthische Sommer 2021 im Stiftshof Ossiach eröffnet. © Ferdinand Neumüller
Sopranistin Cecilia Rangwanasha mit dem Pianisten Patrick Milne war einer der Höhepunkte des Carinthischen Sommers 2021. © Ferdinand Neumüller
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