(v.l.): Johann Lomšek und Marvin Hofer, Reinhard Werbitsch, Otmar Petschnig. Foto: F&P
Wirtschaft
23.09.2022

F&P feiert 130-Jahr-Jubiläum

60 Jahre Eder Blechbau und die Eröffnung des "Solar Power Center" lieferten am 22. September weiteren Grund zum Anstoßen.

Die F&P Unternehmensgruppe hat sich in den 130 Jahren ihres Bestehens vom Dachdecker zum Spezialisten für Außenhüllen und neuerdings für smarte Energielösungen in Gebäuden entwickelt.

Smarte Lösungen für klimafreundliche Zukunft

„Im klimafreundlichen dezentralen Energiesystem der Zukunft wird jedes Gebäude gleichzeitig Verbraucher und Lieferant von Strom werden. Die F&P Unternehmensgruppe will dafür smarte Lösungen liefern“, beschreibt der geschäftsführende Gesellschafter Otmar Petschnig seine Mission. Der Anlass: Die Feier zu 130-Jahr-Jubiläum Fleischmann & Petschnig, 60 Jahre Eder Blechbau und – ganz aktuell – die Eröffnung des „Solar Power Center“ am inzwischen erweiterten Firmenstandort in der Klagenfurter Rosentalerstraße. Im ersten Jahrhundert lag der Fokus auf handwerklich perfekten Lösungen für Dächer. Im zweiten Jahrhundert entwickelte das Unternehmen, gemeinsam mit der TU Graz und der FH Kärnten ein Feuchtemonitoringsystem, welches über Sensoren permanent die Funktionsfähigkeit von Dächern prüft. Mit dem daraus gewonnenen Knowhow, das sich in drei europäischen Patenten niederschlug, wurde im Jahr 2015 das Unternehmen RPM gegründet. Dank dem Forschungsprojekt mit dem Fraunhofer-Institut KI4LIFE für Künstliche Intelligenz können die aus den Sensoren gewonnenen Daten interpretiert werden. "Wir können immer verlässlichere Aussagen darüber treffen, wo Dächer undicht sind oder wie lange sie dem Kampf gegen das Wasser noch standhalten werden“, so Petschnig. Sanierungsmaßnahmen können so besser  und effizienter geplant werden und die Sinnhaftigkeit des Einsatzes von PV-Anlagen kann klar eingeschätzt werden. Letzteres ist für Petschnig am Hintergrund regional um sich greifender gesetzlicher Verpflichtungen zur Ausstattung von Dächern mit PV-Anlagen geradezu essenziell.

Nachhaltige Fassaden

Otmar Petschnigs Vision sind smarte Gebäude der Zukunft, die direkt ins Energiemanagement dezentraler Systeme eingebunden sind: „Sie können PV-Strom erzeugen und ins Netz einspeisen aber auch speichern. Das ist nicht nur für den Betrieb von elektrischen Geräten oder Beleuchtungssystemen von Bedeutung, sondern auch für das Lademanagement der E-Mobilität.“

Smartes Energiemanagement

Im Jahr 2018 folgte die Gründung vom Unternehmen PES – Power Energy Solutions mit den beiden Geschäftsführern Marvin Hofer und Johann Lomšek.  Kernkompetenz ist hier die Energiespeicherung sowie das effiziente Verteilen und Managen der Energieflüsse und -lasten, die sich aus dem Zusammenspiel lokaler Energieerzeuger und -verbraucher ergeben. Für den (gewerblichen) Kunden bedeutet das, dass Energie bei kurzfristigen Lastspitzen nicht aus dem Energieversorgungsnetz, sondern aus dem eigenen Speichersystem bezogen wird. Das stiftet in mehrfacher Hinsicht Nutzen, spart es doch einerseits Energie und stabilisiert es andererseits das Stromnetz. Derzeit installiert das Unternehmen übrigens gerade den stärksten Hypercharger Kärntens in Griffen. Die PES hat 25 Mitarbeiter und gerade ein EU-Horizon-Projekt mit internationalen Partnern gestartet. Dieses jüngste Unternehmen der F&P Gruppe ist im „Solar Power Center“ in Klagenfurt, gleich neben dem Firmenstandort des Dachdeckungsunternehmens, am Gelände des ehemaligen Lidl-Supermarkts angesiedelt. Dir Eröffnung wurde am 22. September, zusammen mit der PVI, einem klassischen PV-Projektentwickler, der auch im Solar Power Center ansässig ist, gefeiert. Insgesamt beschäftigt die F&P Unternehmensgruppe 320 Mitarbeiter und hat Standorte in Klagenfurt, Völkermarkt, Neumarkt, Graz, Wien und Slowenien.  

Zum Abschluss betont Otmar Petschnig noch einmal die enorme Bedeutung, die Gebäude bei der Erreichung der Nachhaltigkeits-Ziele, sowohl der UNO als auch des europäischen „Green Deal“,  spielen.

Historie: Von Thüringen nach Klagenfurt

Ende des 19. Jahrhunderts verschlug es den Thüringer Schieferdeckermeister Franz Fleischmann in den Süden. Beim Umbau des Schlosshotels Velden im Auftrag von Gunter Sachs wurde der Schlussstein eben dieses Handwerkers gefunden, inklusive Datierung aus dem Jahr 1891. Das ist der erste quasi urkundlich bestätigte Hinweis auf seine Tätigkeit in Kärnten. Im nahen und damals noch österreichischen Görz lernte er dann seine Frau kennen. Ihr ist es zu verdanken, dass Franz Fleischmann sein Unternehmen 1892 in Klagenfurt gründete. Allzu weit wollte sich die Friulanerin nämlich nicht von ihrer Heimat entfernen. Die Auftragslage legte es ebenfalls nahe, sich hier niederzulassen. Franz Fleischmann erhielt den Großauftrag, die Südbahn-Bahnhöfe mit dem neuen Werkstoff Eternit einzudecken. Seine Erfahrungen mit dem Schiefer kamen ihm dabei zugute.

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