Wirtschaft

Höhere Einstiegsgehälter im Landesdienst

Als einen "Meilenstein der Kärnten-Koalition" bezeichnen die Koalitionspartner die Besoldungsreform im Landesdienst, die nun auf Schiene gebracht wurde. Zentral: höhere Einstiegsgehälter, dafür eine flachere Gehaltskurve.

"Das neue Entlohnungsschema macht uns wettbewerbsfähig", so Landesrat Martin Gruber (ÖVP) bei der heutigen Präsentation der fertig ausgearbeiteten Besoldungsreform für den Kärntner Landesdienst. Die zentralen Eckpunkte: Einstiegsgehälter sollen höher angesiedelt sein, dafür auch leistungs- und ausbildungsorientierter. Der Mindestlohn wird 1.500 Euro netto (2.100 Euro brutto) betragen. Hinzu kommt die Möglichkeit, zweimal einen zusätzlichen Sprung nach vorne zu machen – nach zehn und nach 25 Dienstjahren, wenn die Dienstprüfung positiv absolviert wurde und die Leistungen "passen". Dafür ist die Gehaltskurve auf Dauer flacher.

Pensionierungswelle bis 2030

Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) ist überzeugt: "Es ist uns gelungen, ein gegenüber der Privatwirtschaft konkurrenzfähiges Schema zu schaffen." Denn für das Land ist es nicht einfach, gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden. Außerdem steht eine Pensionierungswelle an. Bis Ende 2030 geht etwa die Hälfte der Mitarbeiter in Pension.

In den kommenden fünf Jahren lässt sich dies das Land Mehrkosten zwischen fünf und sieben Millionen Euro kosten. Danach könnten die Gehaltskosten gesenkt werden, denn einerseits flacht die Einkommenskurve ab und andererseits fällt die Pragmatisierung weg. Als bestehender Mitarbeiter kann man auf das neue Schema umsteigen, man muss aber nicht. Kaiser und Gruber: "Das neue System entspricht auch der Lebensrealität. Denn am Anfang des Erwerbslebens stehen meist die höheren Kosten an als gegen Ende hin."

Einkommen wird transparenter

Gruber bringt ein Beispiel aus dem Straßenbau: In diesem Bereich wird es immer schwieriger, gut ausgebildetes junges und erfahrenes Personal zu finden. Man locke die Menschen nur schwer von der Privatwirtschaft zum Landesdienst. Gruber betont auch, dass das Einkommen nun transparenter wird: Denn Zulagen fallen weg, außer die zeitbezogenen.

Die Hauptverhandler in den eineinhalb Jahren waren Herwig Seiser (SPÖ) und Markus Malle (ÖVP). Nun geht der Gesetzesentwurf in die Begutachtung. Die Reform könnte 2022 in Kraft treten.

Opposition: Rechnungshof soll prüfen

Team-Kärnten-Chef Gerhard Köfer sieht höhere Einstiegsgehälter und den Wegfall der Pragmatisierung positiv. Allerdings ortet er in bis zu 26 verschiedenen Einkommensklassen zu viel Bürokratie. Er fordert, dass der Landesrechnungshof die Reform überprüft.

FPÖ-Chef Gernot Darmann fordert dies ebenfalls.

Höhere Einstiegsgehälter im Landesdienst sollen diesen wettbewerbsfähiger machen. – Foto: Pixabay/AKuptsova
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