Gesundheit

Kärnten is(s)t gesund und regional!

Kärnten hat unglaublich viel zu bieten, wenn man sich mit regionalen Lebensmitteln eindecken möchte. Nicht zuletzt durch die Corona-Krise geht der Trend in Richtung Regionalität. Wer sich gesund ernähren will, sollte auf regionale Produkte setzen.

Der Mensch ist, was er isst. Ernährung hat Einfluss auf unseren Körper und unseren Geist. Mit gesunder Ernährung ist es möglich, Krankheiten vorzubeugen. Gerade in Zeiten von „Corona“ bzw. in der Grippe-Saison ist es wichtig, sein Immunsystem zu stärken – und dabei ist die richtige Ernährung essenziell. Doch was bedeutet gesunde Ernährung konkret? Und was hat diese mit Regionalität zu tun?

Den Teller vierteilen

„Die gesunde Ernährung schlechthin gibt es nicht, da wir Menschen alle verschieden sind“, weiß Friedrich Pinteritsch. Der ­Klagenfurter ist Experte für gesunde Ernährung und Kochen, bekannt als Pionier der Bio-Küche, geprüfter Diätkoch und Kochbuch-Autor.  Er nennt aber eine Faustregel: den Teller vierteilen – in ein Viertel Beilagen, zwei Viertel Gemüse und ein Viertel Fleisch (oder Fleisch-Ersatz). Bunt und vielfältig sollte die tägliche Ernährung sein.

Ist es ratsam, zu Bio-Produkten zu greifen? „Alles ist besser als einfache Diskonter-Ware“, meint der Bio-Koch. Und in Österreich seien die Vorgaben, auch in Bezug auf Kontrollen, über jene anderer Länder zu stellen. „Entscheidend ist aber, sich selbst eine Frage zu stellen: Was tut mir gut? Bei welcher Form der Ernährung fühle ich mich wohl?“

Regionalität bedeutet Sicherheit

Pinteritsch will mit einem Mythos aufräumen: Gesunde Ernährung heißt nicht gleich teurer Einkauf. Wichtig sei das Vermeiden von halbfertigen oder fertigen Nahrungsmitteln („Convenience-Produkten“). Denn: Nahrungsmittel sind keine Lebensmittel. Regionalität spielt heute beim Essen eine große Rolle. Der Endverbraucher möchte wissen, woher seine Produkte kommen. „Je regionaler, umso sicherer fühlt er sich“, so Pinteritsch. In Kärnten ist es einfach, regionale Produkte zu erhalten. Immer beliebter werden die Wochen- und Bauernmärkte. Und gerade in Corona-Zeiten haben viele Direktvermarkter aus der Not eine Tugend gemacht und Selbstbedienungshütten errichtet, die einen Boom erleben. Bäuerliche Produkte sind rund um die Uhr erhältlich und man kann kontaktlos zahlen. Und auch der Experte sagt: „Bio, Genussland, Slow Food und vieles mehr sind hierzulande gute Entscheidungshilfen für den Einkauf.“

Kärnten als Vorreiter bei Regionalität

Dies unterstreicht Barbara Wakonig, Obfrau von Genussland Kärnten: „Wir garantieren zu 100 Prozent Kärnten. Das kann sonst niemand.“ Die Marke „Genussland Kärnten“ hat sich zum kulinarischen Wegweiser für regionalen Einkauf gemausert. Es gibt mittlerweile 557 Partner – Produzenten, kleine Genuss-Manufakturen, Wirte, Handelspartner und die Genuss-Schulen. Der Kriterienkatalog für die einzig kontrollierte Kärntner Marke wird laufend an die jeweilige Situation der Landwirtschaft angepasst. Damit war Kärnten schon vor über zehn Jahren Vorreiter. Andere Bundesländer haben vor ca. drei Jahren angefangen, diesen Weg mitzugehen.

Regionale Qualität

Regionalität der Produkte bedeutet nicht nur, dass man deren Herkunft kennt. Sie bedeutet auch eine Stärkung der heimischen Wirtschaft. Kauft man regional, sichert man regionale Arbeitsplätze und die Wertschöpfung bleibt im eigenen Land, die Transportwege sind kurz und die Qualität bestens. Ein in Österreich produzierendes Unternehmen hat es am Markt durch höhere ­Produktionskosten schwerer, gleicht diesen
Wettbewerbsnachteil aber durch höhere Qualitätsstandards wieder aus. Durch die Corona-Krise ist das Thema Regionalität bzw. Ernährungssicherheit ­wieder in den Fokus gerückt. „Das erste Mal seit Ewigkeiten hatten die Menschen im März Angst um ihr Essen“, so Wakonig. Das Bewusstsein, dass man Lebensmittel und damit die Bauern braucht, ist gestiegen.

Heimische Produkte in Großküchen

Auch die Politik rückt dies in den Vordergrund. 2019 wurde in Kärnten die erste Regionalitäts-Charta verabschiedet. Denn mehr als 40 Prozent der Kärntner nehmen ihre Hauptmahlzeit nicht daheim ein. Also sollen mehr heimische Produkte in Kärntens Großküchen Verwendung finden, ihnen
soll Vorrang vor Billigimporten eingeräumt werden. Initiativen des Gesundheitslandes Kärnten wie „Gesunde Schuljause“ oder „Gesunde Küche“ gehen genau in diese Richtung und erfreuen sich regen Zulaufes.

Bei „Gesunde Küche“ bemüht man sich um die Integration von gesunder und aus­gewogener Ernährung in den Küchen von mittlerweile 64 teilnehmenden Betrieben wie Kindergärten, Seniorenheimen, Caterern oder Krankenanstalten. Bestimmte Kriterien sind zu erfüllen, um das Gütesiegel zu er­reichen, was regelmäßig kontrolliert wird. Konkret geht es ums Vermeiden von fertig essbaren Produkten (z. B. Fertig-Lasagne), um weniger fettreiche Fleischsorten und generell weniger Fleisch und weniger Zucker.

Gemeinschaft von Köchen und Produzenten

„Wir arbeiten vor Ort mit den Betrieben, direkt mit Köchen und Kantinen-Betreibern“, lobt Projektverantwortliche Evelyn Pototschnig das Engagement der Beteiligten. Eine Kooperation mit Genussland Kärnten ermöglicht noch viel mehr. „Vor allem kleinere Betriebe wissen oft nicht, wo sie gewisse Produkte regional erhalten. Doch regionale Lebensmittel sind gesünder und nahrhafter. Durch die Kooperation bringen wir die Küchen mit den Produzenten vor Ort zusammen und es entsteht auch eine schöne Gemeinschaft.“ Es gibt Teilnehmer, die sogar 80 Prozent ihres Einkaufs für die Großküche in der Region erledigen und damit sogar günstiger abschneiden als im Großhandel. Für die teilnehmenden Betriebe ist das Gütesiegel ein Image-Gewinn – und es ändert sich auch grundlegend das Essverhalten der Kunden. „Kinder bringen das Bewusstsein für gesunde und regionale Ernährung wieder mit nach Hause“, hofft man, damit nachhaltig in den Familien etwas zu bewirken.

Direktvermarktung läuft gut

Dass dieses Bewusstsein auch tatsächlich in den Kärntner Haushalten ankommt, bemerkt Wakonig trotz der Corona-Krise. „Die Leute kommen und kaufen regional, die Direktvermarktung läuft gut. Regionale Zulieferer der Gastronomie, von Schulen und Kindergärten haben es aber aufgrund des Lockdowns schwer.“ Sie sollte man unterstützen, nicht nur jetzt. Warum also nicht einmal eine regionale, saisonale Genussbox als Weihnachtsgeschenk?

Evelyn Pototschnig, Gesundheitsland Kärnten

„Für mich persönlich ist Ausgewogenheit in der Ernährung wichtig. Es gibt durch Corona viele neue Angebote, wie Genusstheken, die man auch unterstützen sollte.“

Diätkoch Friedrich Pinteritsch

„Die gesunde Ernährung schlechthin gibt es nicht, da wir Menschen alle verschieden sind.“

Genussland-Kärnten-Obfrau Barbara Wakonig

„In der Familie essen wir regional und saisonal, was Kärnten hergibt. Das ist dann auch gesund und macht Freude.“

Gesunde Ernährung – Tipps

  • 1,5 bis zwei Liter am Tag trinken – bestenfalls Leitungs- oder Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertee ohne Zucker, Obstsaft mit viel Wasser gemischt

  • Zweimal Obst und dreimal Salat oder Gemüse pro Tag, am besten regional gekauft. Hier sind viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten.

  • Täglich viermal Kohlenhydrate zu sich nehmen, also Brot und Getreideprodukte (Vollkorn enthält mehr Nährstoffe) oder Kartoffeln.

  • Dreimal täglich Milch und Milchprodukte, sie enthalten viel Eiweiß und Kalzium.

  • Zwei- bis dreimal Fleisch und Wurst pro Woche, ein- bis zweimal Fisch wöchentlich und drei Eier in der Woche. Es ist ratsam, zu fettarmen Fleischsorten wie Hühner- oder Putenfleisch, Schweine oder Rinderfilet, Schnitzelfleisch, Wild und Lamm zu greifen.

  • Sparsam mit Fetten und Ölen umgehen! Die Faustregel: nicht mehr als zwei Esslöffel Öl pro Tag. Pflanzliche Fette sind gesünder. Am besten nur wenig Butter verwenden.

  • Wenig Zucker verwenden, denn unser Körper holt sich Zucker ohnehin aus verschiedensten Lebensmitteln (etwa Brot, Kartoffeln, Obst, Milch).

Hilfreiche Links

Ernährungsberatung:
www.gesundheitskasse.at

Heimische Produzenten:
www.genusslandkaernten.at

Angebote des Gesundheitslandes
Kärnten: www.gesundheitsland.at

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