Wirtschaft

Kreative Holzkunst made in Kraig

Gürtel mit Holzschnallen, modischer Holzschmuck, Möbel aus Vollholz oder Schnitzarbeiten: Marcus Wagner tüftelt in seiner Kreativwerkstätte in Kraig ständig an Neuem. Und der Holzkünstler hat noch viel vor.

„Mein Vater besitzt ein Waldstück und schon als Kind war ich immer mit. Der Wald begleitet mich nach wie vor: Auch wenn es mir schlecht geht, gehe ich in den Wald“, sagt Marcus Wagner, von Beruf Röntgentechniker – und kreativer Holzkünstler. Also begleitet ihn der Wald bzw. Holz auch beruflich.

Wie alles begann…

Sieben Jahre lang verbrachte Wagner als Montageleiter für Elektrotechnik im Ausland, in 26 verschiedenen Ländern setzte er Projekte um, auch in Kanada. „Dort habe ich einen Motorsägen-Schnitzer kennengelernt, der mir viel gezeigt hat. Dabei habe ich meine Leidenschaft für Holz entdeckt. Er bot mir an, ein halbes Jahr in Kanada zu bleiben. Er wollte mir alles zeigen, was er kann – auch das Blockhaus-Bauen.“ Nach einigem Hin und Her konnte sich Wagner mit seinem Arbeitgeber einigen und erlernte beim Kanadier schließlich das Motorsägen-Schnitzen und das Blockhaus-Bauen. 2015 kehrte er nach Österreich, genauer gesagt nach Kraig, zurück.

Holz-Gürtelschnallen sind der Renner

„Schnell habe ich begonnen, eigene Produkte aus Holz zu entwickeln – zuerst Schlüsselanhänger, dann Schmuck. In meinem Freundeskreis kam das sehr gut an.“ Er gründete neben seinem heutigen Beruf als Röntgentechniker die Kreativwerkstätte Wagner und begann, seine Produkte auf Märkten und Messen auszustellen. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich auch etwas für Männer im Angebot haben sollte“, lacht der Kärntner. Die Idee für Gürtel mit Schnallen aus Holz war geboren – heute sein Verkaufsschlager.

Holz wird „gerettet“

Mittlerweile kann man Wagners Holz-Unikate nicht nur auf Märkten und Messen bewundern, sondern auch im eigenen Online-Shop. Dort findet man zum Beispiel Möbel aus Massivholz, wobei Wagner vor allem mit Spezial-Anfertigungen alle Hände voll zu tun hat. „Ich arbeite ausschließlich mit Vollholz und Baumstämmen und versuche, die Besonderheiten der Natur zu erhalten.“ Diese werden kreativ eingearbeitet.

Wagner rettet auch viel „kaputtes“ Holz, denn „es ist nicht nur zum Heizen gut“. „Es ist mir lieber, das Holz hat Äste und Verwachsungen, denn dann hat das Produkt einen eigenen Charakter.“ Mit Harz füllt er etwa Risse und Löcher auf.

Eigene Marke „Leaf“

Auch bei den Ledergürteln mit Holzschnalle wird häufig Epoxidharz verwendet. Jeder Gürtel (aus Büffelleder und in drei Farben erhältlich) ist ein Unikat! Und Wagner entwickelt seine Gürtel auch immer weiter, arbeitet mittlerweile sogar Fichtenzapfen ein. „Bis zur perfekten Schnalle habe ich 82 Fehlversuche hingelegt.“

Weiters im Repertoire: Rundholz-Produkte wie Pavillons, Brunnen oder Sitzbänke, Schnitzereien und eben sein modischer Holzschmuck. Zum „Renner“ entwickeln sich aktuell auch stylische Stehlampen. Geht nicht, gibt’s nicht!

Für Gürtel wie Schmuck hat er mit „Leaf“ 2017 eine eigene Marke eintragen lassen, um die entwickelten Designs zu schützen.

Hauptsächlich Obsthölzer

Bei seinen vielseitigen Werken setzt Wagner auf heimisches Holz – bei Schmuck hauptsächlich auf Zwetschke und Nuss oder Birne, weil die unterschiedlichen Farbtöne des Holzes den Ohrringen oder Ketten-Anhängern ein ganz eigenes Aussehen verleihen. Bei Möbeln kommen vor allem Esche und Eiche zum Einsatz. Olivenholz muss Wagner in Italien bestellen.

Und der Kraiger holt das Holz auch oft selbst aus dem Wald und verarbeitet es im hauseigenen Sägewerk. Überhaupt hat er sich mit der Zeit daheim eine ganze Tischlerei eingerichtet. Derzeit baut er an einem eigenen Schauraum in Kraig.

Persönliches kommt gut an

Nachhaltigkeit hat bei Wagner nicht nur beim Werkstoff Holz Priorität, sondern auch bei der Verpackung, in der er zum Beispiel den Schmuck verschickt. Auch hier kommt nur Karton in Frage, versehen wird die Lieferung mit persönlicher Widmung und Hinweis, welches Holz verwendet wurde – handgeschrieben. Das kommt besonders gut an.

Ziel: Selbständigkeit

Ideen gehen Marcus Wagner also nie aus, nur die Zeit für die Umsetzung geht etwas ab. Sein Ziel: die Kreativwerkstätte Wagner hauptberuflich zu betreiben. Man darf also gespannt sein, was ihm künftig noch so alles einfällt. Eines kann Wagner schon verraten: „Bei den Möbeln möchte ich in Zukunft mit Blattgold arbeiten.“

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