Leben

think about: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Einfach zum Nachdenken: advantage-Gastautorin Iris Straßer über die Kombination von Digitalisierung und Nachhaltigkeit und wie sie gelingen kann.

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck: Österreich will die Digitalisierung nützen, um Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft, Wohlstand, Klimaschutz, Gesundheit und Kulturvermittlung gezielt weiterzuentwickeln.“ – So beginnt der im Mai 2020 veröffentlichte Digitale Aktionsplan Austria. Soweit das Ziel. Blicken wir auf den Weg, den die Unternehmen in den Monaten der Pandemie in Sachen Digitalisierung gegangen sind.

Alle mitnehmen

Die enorme Beschleunigung besticht – Home-Office und dezentrale Zusammenarbeit nutzen digitale Anwendungen in einer Selbstverständlichkeit, wie sie vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wäre. Auch akademische Bildung wurde binnen Tagen virtuell – und vieles funktioniert. Was fehlt? Der Austausch, das informelle Lernen, die Pflege der Beziehungen, in denen wir Teams gestalten, Strategien ausbrüten und kritische Abwägungen konstruktiv führen. Was es braucht, ist die Sorge dafür, dass alle mitkommen – ob Mitarbeiter oder Kunden, auch das lehrt uns dieses letzte Jahr. Zweifelsohne braucht es weiterhin ein hohes Maß an Digitalisierung, wenn wir – wann immer – aus dem Krisenmodus aussteigen und in die oft proklamierte neue Normalität übergehen. Es braucht aber gleichermaßen Augenmerk auf den Wert des Persönlichen, Menschlichen, des Miteinanders und der gemeinsamen Verantwortung für Wohlstand, verstanden als Arbeits- und Lebensqualität, als Verantwortung für ein gutes Leben für alle. Wenn es gelingt, am Digitalisierungsweg alle mitzunehmen, dann – und nur dann – führt uns die Digitalisierung wirklich in eine gute Zukunft. Dafür arbeiten viele Unternehmen in ihrer Branche jeden Tag. Beispiele gehören vor den Vorhang.

Chancen der Digitalisierung

Innovative Unternehmensstrategien verbinden Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
Ein Beispiel dafür, welche Geschäftschancen die Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit bietet, ist das jüngst zum „Verantwortung zeigen!“-Netzwerk gestoßene Unternehmen MyAcker.com. Mit seinem Online-Gemüsegarten bietet das Unternehmen Kunden die Möglichkeit, virtuell Gemüse anzubauen, um es dann physisch zum Verzehr zugesendet zu bekommen. Und die Ackerbox macht an immer mehr Standorten in Kärnten und darüber hinaus als cooler Mini-Selbstbedienungsshop regionale Lebensmittel zugänglich, die man mit Apple Pay und Co. bezahlen kann. 24 Stunden, sieben Tage die Woche, versteht sich. Es muss also nicht immer Amazon sein, wenn es um digitalen, bequemen Einkauf geht.

Digitalisierung bietet viele Chancen auch für Regionalität und Klimaschutz – sofern sich Unternehmensstrategien darauf ausrichten.

Austausch und Lernen im VZ-Netzwerk

Aktuell im VZ-Netzwerk: Arbeitsgruppe „Beiträge regionaler Unternehmen zu den globalen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, kurz SDGs)“.

Interesse an der Mitwirkung: kontakt@verantwortung-zeigen.at

Zur Person

Iris Straßer ist Leiterin des Netzwerks „Verantwortung zeigen!“ (Netzwerk für Nachhaltigkeit und sozialen Zusammenhalt), Unternehmensberaterin und Moderatorin. Die Betriebswirtin mit humanistischer Grundausbildung ist Expertin für Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility, Corporate Volunteering sowie Kooperationen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft.

Iris Straßer ist Leiterin des Netzwerks "Verantwortung zeigen!". – Foto: Mike Kampitsch
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