Umwelt

Waldarbeit: Ein Fitnessstudio brauchen sie nicht

advantage durfte bei der Waldarbeit mit dabei sein. Ein Knochenjob! Und sehr gefährlich noch dazu. Konzentration ist das Um und Auf.

Es ist ein sonniger April-Vormittag am Christofberg in der Gemeinde Brückl. In einem Waldstück des Gutes Kulnighof – großteils mit Fichten, Tannen und Buchen „bestückt“ – tut sich was. Forstunternehmer Sandro Grundböck und Mitarbeiter Christoph Kutschek sind gerade dabei, einen Baum zu entasten. Nach dem Winter heißt es nämlich: aufräumen! Durch Windwurf und Schneebruch ist im Wald einiges zu tun. Beauftragt wurden die beiden von Förster Florian Stippich von der Waldwirtschaftsgemeinschaft (WWG) Kärnten.

Vom Wald bis ins Sägewerk

Die WWG berät kleinere und mittlere Waldbesitzer zu allem, was mit Waldbewirtschaftung zu tun hat. Kernaufgabe ist die Planung und Steuerung von schonender Holzernte, -transport und -vermarktung, was vor allem „betriebsferne“ Waldbesitzer gerne nutzen. „Vom Wald bis ins Sägewerk“ begleitet Stippich das Holz. Ziel ist ein optimaler Erlös für den Waldbesitzer und die beste Beratung, was etwa auch nachhaltige Waldpflege betrifft. Durch eine gemeinschaftliche Holzvermarktung durch die WWG wird ein höherer Erlös erzielt als beim Verkauf von Einzelmengen. Stippich achtet darauf, das richtige Holz zum richtigen Abnehmer zu bringen: „Nicht jedes Holz passt für jedes Sägewerk.“

„Wir beauftragen professionelle Schlägerungsfirmen, wann immer es geht regionale Unternehmer, die zum Teil auch die Waldbesitzer kennen“, erklärt Stippich.

Gefährlicher Job

Grundböck kommt aus St. Filippen, das trifft sich gut. Sein Ziel: unfallfrei und bestandsschonend arbeiten. Daher ist volle Konzentration das Um und Auf bei diesem Knochenjob. Ihre wichtigste Ausrüstung: Helm, Schnittschutzhose und sicheres Schuhwerk. Fast täglich hört man von Unfällen im Wald. Das Fällen von Laubbäumen sei noch gefährlicher als von Nadelhölzern. „Durch die verzweigte Krone ist es schwieriger zu beurteilen, wie der Baum fällt. Aber arbeitet man mit einer Motorsäge, kann es immer schnell gefährlich werden“, sagt Grundböck, der seit drei Jahren selbständig ist.

Abtransport: Florian Stippich, Christoph Kutschek und Sandro Grundböck (von links) – Foto: Vanessa Pichler

Knochenjob

Vieles muss händisch bzw. motormanuell (mit Motorsäge) erledigt werden. „Händische Waldarbeit wird nie aussterben“, sagt Stippich. Denn gerade bei Kleinwäldern mit geringer Erntemenge – und davon gibt es hierzulande viele – zahlt es sich aufgrund der hohen Kosten oft gar nicht aus, etwa den Harvester anrollen zu lassen.

Schon ist am Christofberg der nächste Baum dran, der in steilem Gelände liegt. Grundböck schnappt sich das schwere Seil und klettert den Hang hinauf, um den Baum zu befestigen. Er erspart sich definitiv das Fitnessstudio! Dann ist die Tiger-Seilwinde, die zwölf Tonnen Zugleistung schafft, dran. Das Duo muss jedoch noch Äste entfernen, denn diese verkeilen sich in Sträuchern und anderen Bäumen. Erst dann kann die Seilwinde den Baum vom Steilhang ziehen. Mit dem Traktor wird er zum Lagerplatz gezogen. 120 Hektar haben Grundböck und Kutschek am Christofberg aufzuräumen, was rund eine Woche dauert. Es werden auch einzelne Bäume entnommen, um eine Waldverjüngung zu erzielen. Alles wird mit dem Waldbesitzer vorher genau abgesprochen.

Schnelles Aufforsten

Anderer Schauplatz: Bei St. Walburgen – einige Kilometer weiter – begutachtet Stippich ein abgeerntetes Waldstück, wo gerade der Abtransport des Holzes ins Sägewerk stattfindet. Während der LKW ordentlich Kilometer macht, sieht man schon neue Bäumchen auf der abgeernteten Fläche. Die Aufforstung ist bereits abgeschlossen. Hier wächst ein „neuer“ Mischwald.

WWG Kärnten

Alle Informationen zu den Leistungen der WWG Kärnten: wwg-ktn.at

Christoph Kutschek beim Entasten – Foto: Vanessa Pichler
Schlagwörter
Diese Website verwendet Cookies
Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.